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Conne Island

alternatives Jugend-Kulturzentrum im Leipziger Stadtteil Connewitz
Vorderhaus und Freisitz des Conne Islands im Frühjahr 2013
Conne Island Skatepark nach der Sanierung im Jahr 2013
Conne Island Skatepark im Jahr 2012

Das Conne Island ist ein alternatives Jugend-Kulturzentrum im Leipziger Stadtteil Connewitz und beherbergt auf seinem Gelände einen großen Outdoor-Skatepark.

Das Objekt wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Ausflugslokal „Eiskeller“ errichtet. In den 1930er-Jahren wurde es als Hitlerjugend-Heim und nach 1945 in der DDR als FDJ-JugendclubErich Zeigner“ genutzt. Obwohl das Haus seitdem den Namen „Eiskeller“ nicht mehr offiziell trug, ist diese Bezeichnung in der Bevölkerung immer noch gebräuchlich. Im „Conne Island“ finden Konzert- und Diskoveranstaltungen mit Künstlern aus dem alternativen Umfeld der Einrichtung statt. So ist das Kulturzentrum eine Anlaufstelle für die Hardcore- und Punk-Szene, aber auch Hip-Hop, elektronische Musik und Metal finden sich im Programm wieder, so wurde ein Auftritt der Band Mayhem 1990 später unter dem Namen Live in Leipzig veröffentlicht. Im Jahr 1992 fand dort das erste Wave-Gotik-Treffen mit etwa 1500 Teilnehmern statt. Der seit 1994 regelmäßig erscheinende CEE IEH Newsflyer war Austragungsort politischer Debatten, die einem oppositionellen, aus der Wendezeit geborenen Antifaschismus zuzuordnen sind.

Auf dem Gelände, das am Rande des Leipziger Auenwaldes liegt, wird ein Café mit Freisitz betrieben und es gibt Möglichkeiten, Sport zu treiben. Einige Räume werden auch von Bands als Proberaum genutzt. Seit 2011 werden die Gebäude und das Gelände nach und nach modernisiert. So wurde 2013 der bisher aus Holz gebaute Skatepark durch eine Beton Bowl ersetzt.

Überregionale mediale Aufmerksamkeit erhielt das Kulturzentrum im Oktober 2016 durch seinen offensiven Umgang mit Vorfällen sexueller Belästigung durch Flüchtlinge. „Wir distanzieren uns nicht von der ‚Refugees Welcome‘-Politik, aber Integration ist ein langwieriger Prozess, der nur funktionieren kann, wenn man auch über Probleme spricht.“[1]

Im Frühjahr 2018 veranstaltete das Conne Island eine Veranstaltungsreihe mit dem Namen „70 Jahre Israel“, bei dem der selbsternannte „IslamhasserThomas Maul auftrat. Während seiner Rede im Conne Island behauptete Maul, dass die Alternative für Deutschland „die einzige israelsolidarische, antisemitismuskritische und – zumindest, was das muslimische Patriarchat betrifft – patriarchatskritische Partei“ in Deutschland sei.[2]

PublikationBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Warum Leipziger Linke ein Integrationsprojekt stoppten, Spiegel Online, 19. Oktober 2016
  2. Martin Niewendick: Warum ein Islamhasser zu Gast bei Linken ist. Boykottaufruf nach Auftritt. Die Welt, 15. Juli 2018, abgerufen am 7. September 2018.

Koordinaten: 51° 18′ 11″ N, 12° 22′ 27″ O