Chthonische Tiere

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Begründung: Siehe Belege-Check + 2. Abschnitt bleibt unbelegt + Jungs psychologische Deutungen fehlen seit 2009, siehe Löschdisk.… --Chiananda (Diskussion) 21:52, 15. Sep. 2014 (CEST)


Als chthonische Tiere (von altgriechisch chtonios ‚der Erde zugehörig‘) werden Tiere bezeichnet, die in Mythologie, Volksglauben oder Wahrsagerei mit der Unterwelt in Zusammenhang gebracht werden, beispielsweise Schlangen, Kröten und Skorpione.[1] In der afrikanischen Bwiti-Religion gelten auch Krokodile, Flusspferde und Eidechsen als Tiere der Unterwelt.[2]

Im Volksglauben sind diese Tiere Boten der Unterwelt, in der griechischen Mythologie teilweise den chthonischen Göttern als hilfreiche Wesen untergeordnet und mitunter mit einem Kult verbunden, in dem die Erde als personifizierte Urmutter verehrt wird (Chthonismus). Ansonsten sind sie irdische Repräsentanten des Teufels oder seiner Helfer. Ihnen wird unter anderem nachgesagt, sie trügen die Seelen von Kindern fort oder verdürben die Ernte. Die meisten westeuropäischen Mythen über chthonische Tiere dürften ihren Ursprung in keltischen Sagen haben. In vielen afrikanischen Kosmogonien erfolgt der Zugang zu ihrer Welt durch einen Termitenhügel oder einen reißenden unterirdischen Bach.

Auch die Vorstellung von hundsköpfigen Menschen (altgriechisch Kynokephale) scheint auf der ganzen Welt verbreitet zu sein. Einige Wissenschaftler vermuten ihren Ursprung bereits in frühen Mythen, in denen sie als chthonische Dämonen auftauchen.[3]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Cočo C. Bojadžiev: Die Nacht im Mittelalter. Königshausen & Neumann, Würzburg 2003, ISBN 3-8260-2386-2, S. 90 (Seitenansicht in der Google-Buchsuche): „So ist die Insel Lérins, von der der hl. Honorat (4. Jahrhundert) berichtet, der Wohnsitz von Teufeln, in dem inmitten der riesigen nackten Felsen eine Art Fegefeuer für die Diener des Satans eingerichtet ist […] Diese Dämonen wurden binnen sieben Jahren in verschiedene chthonische Tiere verwandelt – Skorpione, Kröten und Schlangen –, und um wieder freizukommen, mussten sie pro Jahr den Tod von einem unschuldigen Menschen verursachen.“
  2. James W. Fernandez: Bwiti. An Ethnography of the Religious Imagination in Africa. Princeton University Press, Princeton 1982, ISBN 0-6910-9390-3, Kapitel 18 (englisch; online (Memento des Originals vom 19. August 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ibogaine.desk.nl auf ibogaine.desk.nl): „[…] the frequent reference in visions to river crossings and a great snake in the waters is a motif taken directly from Fang migration legends, which involved difficulties in crossing various watercourses until aided by any of various giant chthonic animals: crocodiles, snakes, hippopotami, lizards.“
  3. So zum Beispiel bei Rudolf Wittkower: Die Wunder des Ostens. Ein Beitrag zur Geschichte der Ungeheuer. In: Derselbe: Allegorie und der Wandel der Symbole in Antike und Renaissance. DuMont, Köln 2002, ISBN 3-8321-7233-5, S. 87–150, hier S. 91 (original 1942); Leopold Kretzenbacher: Kynokephale Dämonen südosteuropäischer Volksdichtung. Vergleichende Studien zu Mythen, Sagen, Maskenbräuchen um Kynokephaloi, Werwölfe und südslawische Pesoglavci (= Beiträge zur Kenntnis Südosteuropas und des Nahen Orients. Band 5, ZDB-ID 1072151-4). Trofenik, München 1968, S. 30.