Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Chemnitz-Adelsberg

Ortsteil von Chemnitz

Adelsberg ist ein Stadtteil im Südosten von Chemnitz. Er wird vom Norden aus im Uhrzeigersinn vom Zeisigwald in Hilbersdorf, von Euba, Kleinolbersdorf-Altenhain, Einsiedel, Erfenschlag, Reichenhain und Gablenz begrenzt.

Wappen von Adelsberg
Wappen von Chemnitz
Adelsberg
Stadtteil und Statistischer Stadtteil Nr. 25 von Chemnitz
Lage des statistischen Stadtteils Adelsberg in Chemnitz
Koordinaten 50° 48′ 53″ N, 12° 59′ 25″ OKoordinaten: 50° 48′ 53″ N, 12° 59′ 25″ O.
Fläche 11,07 km²
Einwohner 6215 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 561 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jul. 1950
Postleitzahl 09127
Vorwahl 0371
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B174
Bus 33, 43, N13

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Adelsberg hat eine, wie die meisten Regionen um Chemnitz, mit Hügeln durchzogene Landschaft. Diese erreichen hier Höhen über 500 Meter. Die höchste Erhebung ist der namensgebende Adelsberg mit 508 Metern, welcher ein beliebtes Ausflugsziel der Chemnitzer Bevölkerung ist. Der Stadtteil wird vom Niederhermersdorfer Bach, Oberhermersdorfer Bach, Breitenlehnbach, Adelsberggraben und Gablenzbach bewässert. Teiche befinden sich unter anderem am Schösserholz ("Schwarzer Teich"), am Breitenlehn (allein im unteren Teil zwei alte Mühlteiche) und am Flächennaturdenkmal "Drei Eichen" (ehemals drei Fischzuchtteiche, inzwischen noch zwei vorhanden). Adelsberg liegt an und auf der Erzgebirgsnordrandstufe, der Naturraumgrenze zwischen Erzgebirge und Erzgebirgischem Becken.

GeschichteBearbeiten

Adelsberg wurde 1934 durch den Zusammenschluss der beiden Dörfer Ober- und Niederhermersdorf gegründet. Niederhermersdorf war mit 322 ha wesentlich kleiner als Oberhermersdorf mit 801 ha. Daneben gab es noch Breitenlehn, einen Ortsteil von Oberhermersdorf. Am 1. Juli 1950 wurde Adelsberg nach Chemnitz eingemeindet.

Der Grund der Schließung des Aussichtsturmes Adelsbergturm 1968, war hauptsächlich der Bau von Abschussrampen für Mittelstreckenraketen auf dem benachbarten Waldgelände, verbunden mit dem verbotenen Einblick dahin. Glücklicherweise kam das Vorhaben nicht zur Vollendung. In den 70er Jahren war das Gebiet um den Adelsberg auch ein Ferienheim der Werkzeugmaschinenfabrik Berlin-Marzahn.

Die Entstehung der beiden Orte als fränkische Ansiedlungen fand um das Jahr 1300 statt. „Oberhermsdorff“ wurde 1290, „(Nieder-)Hermanstorf“ (Dorf eines Hermann) 1331 erstmals urkundlich erwähnt. Eine weitere Nennung ist für 1518 („Niderhermersdorff“) nachweisbar. Beide Orte kamen mit der Auflösung des Chemnitzer Benediktinerklosters (1548) an das Amt Chemnitz. Die erste urkundliche Erwähnung des Adelsbergs, der Anhöhe im Osten des heutigen Stadtteils, ist in einem Schreiben aus dem Jahr 1474 belegt, in dem zwei Bergleute den Kurfürsten von Sachsen um eine Schürferlaubnis bitten.

Noch heute sind einige Stolleneingänge aus der mittelalterlichen Bergbauzeit zu erahnen. Beispielsweise unweit der Adelsbergstraße nahe einem Gasthof.

Am 1. Juli 1950 wurde Adelsberg eingemeindet.

Der dörfliche Charakter des Stadtteils hat sich bis zum heutigen Tag erhalten. Eine Industrialisierung setzte sich so gut wie nicht durch.

WohnkulturBearbeiten

 
Evangelisch-lutherische Kirche in Adelsberg

Charakteristisch für Adelsberg sind die zahlreich und in der Mehrzahl auftretenden Eigenheimsiedlungen. Adelsberg hat trotz der Nähe zur Chemnitzer Innenstadt und den Neubaugebieten in Gablenz seinen ländlichen Charakter erhalten und zeichnet sich durch eine ruhige Verkehrslage aus. Selten sind noch kleinere Straßen und Gassen mit Schotter befestigt. Für neue Wohngebiete werden immer wieder Felder und Acker erschlossen und neu bebaut.

Freizeit und ErholungBearbeiten

Ein bekanntes Ausflugsziel im Stadtteil Adelsberg ist im Winter der „Katzenbuckl“. Er ist den Anwohnern besser als „Hasenhügel“ oder „Sauberg“ bekannt und gilt auch bei Anwohnern der umliegenden Stadtteile als beliebter Rodel- und Skifahrberg. Neben dem Einkaufszentrum „Adelsberger Zeile“, nahe der B174, befindet sich eine moderne und bekannte Bowlingbahn.

BildungBearbeiten

In der Adelsberger Grundschule an der Adelsbergstraße werden Schüler der ersten bis vierten Klasse unterrichtet. Die Johann-Gottfried-Herder-Schule an der Kleinolbersdorfer Straße war eine Realschule für die älteren Klassenstufen. Sie ist seit 2002 geschlossen.

ReligionBearbeiten

Die hier ansässige Kirchgemeinde ist die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Chemnitz-Adelsberg. Die Kirche der Gemeinde befindet sich im Kirchwinkel, einer kleinen Nebenstraße im mittleren Ortsteil.

1545 wurden Oberhermersdorf (jetzt Adelsberg) und Reichenhain zu Schwesternkirchen verbunden. Der Wohnsitz der gemeinsamen Pfarrer beider Orte war in den folgenden 344 Jahren in Reichenhain, bis das Schwesternkirchverhältnis mit der kirchlichen Eigenständigkeit von Oberhermersdorf am 1. Oktober 1889 endete.

SportBearbeiten

Zur Sportgemeinschaft Adelsberg e. V. gehören eine Fußballabteilung, die den großen und den kleinen Fußballplatz an der Cervantesstraße nutzt, sowie Basketball-, Volleyball- und Unihockeyabteilungen an. Zusätzlich bietet er noch Leichtathletik, Tischtennis, Gymnastik, Triathlon sowie Schach und eine Abteilung für den Wintersport. Besondere Highlights der SG Adelsberg sind die Kindersportschule-Chemnitz (KiSS), die am 1. Juni 2005 als erste KiSS in den Neuen Bundesländern von Frau Katrin Adler gegründet wurde sowie die jährlich stattfindenden Wettbewerbe "Adelsberger Bike Marathon" und der "Adelsberglauf".

VerkehrBearbeiten

 
Der Straßenbahnbetriebshof der CVAG am Südverbund

Durch den Westen des Stadtteils führt der im Jahr 2006 eröffnete Teilabschnitt des Südrings (innerstädtische Schnellstraße). Er kreuzt hier die Anschlussstelle Carl-von-Ossietzky-Straße / Cervantesstraße sowie die Adelsbergstraße und mündet dann in die Augustusburger Straße. Des Weiteren kann man Adelsberg über die Zschopauer Straße (B 174) erreichen.

Adelsberg ist mit dem Nahverkehrs-Buslinien 33, 43, 89 und N13 des Nachtverkehrs erschlossen. Im äußersten Nordwesten des Stadtteils befindet sich der Straßenbahnbetriebshof der CVAG und eine Haltestelle der Nahverkehrs-Buslinien 43, 62 und 89. Diese sind von der Carl-von-Ossietzky-Straße aus zu erreichen, für Fußgänger auch von der Cervantes- und der Adelsbergstraße aus.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Ernst Castan (1871–1948), Politiker und Sächsischer Landtagsabgeordneter
  • Horst Fischer (1930–1986), Jazz-Trompeter, nach ihm wurde im April 2010 eine neue Siedlungsstraße im Stadtteil Adelsberg benannt

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten