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Carl Pollesch (* 1888; † 1945?) war ein deutscher Politiker und von 1937 bis 1945 Bezirksbürgermeister des Berliner Bezirks Tempelhof und langjähriges NSDAP-Mitglied.

LebenBearbeiten

Er war Sohn von Johann August Albert Pollesch und Emilie Caroline Charlotte Mantel und von Beruf Kaufmann. Er wohnte in Berlin-Steglitz zuerst Am Eichgarten 3 und später in der Stindestraße 1.

Er trat am 1. Mai 1930 der NSDAP bei und hatte die Parteinummer 231 815.

Bei den Wahlen zur Berliner Stadtverordnetenversammlung im März 1933 errang er kein Mandat, wurde aber mit Wirkung zum 7. Juni 1933 von Wilhelm Kube, Oberpräsident der Provinz Brandenburg, zum unbesoldeten Mitglied des Stadtrats bestellt.

Am 19. Juli 1933 wurde Pollesch als besoldetes Mitglied des Stadtrats als Staatskommissar zum Bezirksstadtrat ernannt. Er verwaltete zuerst hauptsächlich die Abteilungen Schulwesen und Volksbildung sowie Markt- Gewerbe- und Wahlangelegenheiten, später dann auch die Steuer-, Finanz- und Grundstücksämter.

Er blieb auch nach dem 29. Juni 1934 kommissarisch hauptamtlicher Bezirksstadtrat und übernahm Mitte 1935 von Roland Faulhaber (ebenfalls NSDAP-Mitglied) die Stellvertretung des Bezirksbürgermeisters und wurde Erster Bezirksstadtrat.

Im April 1936 wurde Pollesch persönlich von Adolf Hitler als NSDAP-Kreisleiter bestätigt.

Im Juni 1937 übernahm er nach dem Ausscheiden des bisherigen Bezirksbürgermeisters Reinhard Bruns-Wüstefeld dessen Geschäfte und wurde am 22. November 1937 vom Berliner Oberbürgermeister Julius Lippert zum Bürgermeister des Bezirks Tempelhof ernannt.

Im Januar 1944 erhielt er das von Adolf Hitler gestiftete Kriegsverdienstkreuz 1. Klasse und im April 1944 in der Ausführung mit Schwertern.

1945 wurde er von den britischen Alliierten verhaftet und an die Sowjetunion übergeben. Von dort aus verliert sich seine Spur, wahrscheinlich wurde er in ein sowjetisches Lager verbracht und dort hingerichtet. Andere Quellen berichten im Gegensatz dazu, dass er in Berlin-Steglitz Selbstmord begangen haben soll.[1][2]

Sein Amtsvorgänger war Reinhard Bruns-Wüstefeld (DVP) von 1924 bis 1937, sein Nachfolger Jens Nydahl (SPD) von 1945 bis September 1947.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stefan Krautschick. In: Tempelhofer Pohlezettel, 15. August 1987
  2. Kurt Schilde. In: Vom Columbia-Haus zum Schulenburgring. Berlin 1987, S. 14–36