Campus Galli

Bauvorhaben zur Nachbildung eines Klosters in Baden-Württemberg

Der Campus Galli – Karolingische Klosterstadt Meßkirch ist ein modernes Bauvorhaben zur Nachbildung eines frühmittelalterlichen Klosters auf der Grundlage des St. Galler Klosterplans.

Campus Galli – Karolingische Klosterstadt
Bauplatz.jpg
Abbundplatz (2014)
Daten
Ort Meßkirch, Hackenberg 92
Art
Geschichtsmuseum, mittelalterliche Klosterbaustelle
Eröffnung 2013
Besucheranzahl (jährlich) 91.661 (2019)
Betreiber
Verein Karolingische Klosterstadt e. V.
Leitung
Hannes Napierala
Website

Der Bau des Klosterkomplexes in der Nähe der baden-württembergischen Kleinstadt Meßkirch im Landkreis Sigmaringen erfolgt durch Zuhilfenahme zeitgenössischer Arbeitstechniken. Seit Juni 2013 ist die Baustelle für Besucher geöffnet. Auf dem Bauplatz arbeiteten 2021 ca. 35 festangestellte Mitarbeiter. Die Gesamtbauzeit wird auf mehrere Jahrzehnte veranschlagt.

IdeeBearbeiten

Die Idee zu diesem Bauvorhaben hatte der Aachener Bert M. Geurten, als er im Jahre 2005 eine Dokumentation über das Burgbauprojekt im burgundischen Guédelon sah. Er wollte nicht eine zweite Burg bauen, sondern den nie verwirklichten Klosterplan von St. Gallen umsetzen.[1]

BauplanBearbeiten

 
Zeichnung (1876) der Gebäude nach dem St. Galler Klosterplan

Der originalgetreue Nachbau des St. Galler Klosterplans aus dem frühen 9. Jahrhundert ist gut vier Kilometer nördlich von Meßkirch im Gange. Bei der Errichtung der Klosterstadt kommen im Sinne der experimentellen Archäologie so weit wie möglich die damaligen Baumaterialien und -methoden zum Einsatz, wodurch man sich wissenschaftliche Erkenntnisse über die karolingische Architektur und Bautechnik verspricht.

BaufortschrittBearbeiten

Am frühen Morgen des 1. August 2012 begann das Projekt „Campus Galli“: Auf einer Wiese bei Rohrdorf, die einen freien Blick auf den östlichen Horizont gewährte, wurde anhand der ersten Strahlen der aufgehenden Sonne die Baulinie der Karolingischen Klosterstadt bestimmt.[2]

HandwerkerhüttenBearbeiten

 
Werkzeug auf dem Campus Galli

Bis Ende Juni 2013 wurde eine erste Fläche im Wald gerodet und wurden die Bauhütten für die Handwerker errichtet, die mit ihrer Arbeit und ihren Produkten zum Projekt beitragen.

Liste der Handwerkerhütten
Name Bauzeit Typ Bemerkung Foto
Gallus-Eremitage 2013 Holzbau Die beiden Gebäude der Eremitage wurden im Jahr 2012 zum 1400-Jahres-Jubiläum der Ankunft des Heiligen Gallus in St. Gallen gebaut und später an den Campus Galli geschenkt. Bis 2019 war hier die Schreinerei untergebracht. Sie beherbergen zur Zeit die Holzhandwerker und den Hühnerstall.  
Korbmacherei 2013 Holzbau Herstellung von Körben aus Weiden für den Transport und die Lagerung von Lehm, Schutt, Wolle etc.  
Töpferei 2013 und 2019 Holzbau Die 2013 gebaute Töpferhütte wurde 2019 vergrößert und mit einem Holzschindel-Pultdach sowie mit Lehmseitenwänden versehen. Ein Töpferofen wurde 2016 mithilfe von Studenten der Universität Tübingen gebaut. Er besteht aus einer unterirdischen Feuerkammer und einer oberirdischen Brennkammer. Krüge, Kannen und andere Aufbewahrungs- und Trinkgefäße werden auf einem großen Töpferrad oder einer Töpferscheibe gefertigt und in einer Grube (Grubenbrand) oder im Töpferofen gebrannt. An der Töpferei befindet sich ein Abbaufeld für den Ton.  
Schmiede 2013 Holzbau Schmiedung und Reparatur von Werkzeugen, Beschlägen und Nägeln für die Baustelle. 2016 Dachsanierung mit erweiterter Zuschaueröffnung. 2019 Holzschindeldeckung und Bau eines Rauchfangs mit Kamin.  
Drechslerei 2014 Holzbau Herstellung von Schüsseln, Werkzeugstielen und Möbeln mittels einer Wippbogen-Drechselbank  
Steinmetzwerkstatt 2014 Holzbau Zerkleinerung und Behauung der Steine, so dass sie für Fundamente und Mauern gebraucht werden können  
Schindelmacherwerkstatt 2013 Holzbau Produktion von Dachschindeln als Regenschutz der Bauten auf dem Campus  
Schreinerei 2018 Holzbau Unterstand mit Werkzeugen für die Holzhandwerker am Abbundplatz  
Seilerei 2019 Holzbau Herstellung von Seilen aus Bast und Schauben aus Stroh für Dachabdeckungen. Neue Seilerei seit dem Jahr 2019.  
Färberei unbekannt Holzbau Färbung der versponnenen Wolle auf pflanzlicher Basis. Zur Zeit außer Betrieb.  
Weberei 2015 Holzbau Reinigung, Kämmung und Verspinnung von Schafswolle  

VorgängerbautenBearbeiten

Holzkirche mit GlockenturmBearbeiten

 
Holzarbeiter auf dem Abbundplatz

2014 wurde mit dem Bau der Holzkirche begonnen. In der Saison 2015 wurde insbesondere die Errichtung der Holzkirche bis zum Richtfest vorangetrieben. 2016 wurde sie „bis auf den Innenraum und Kleinigkeiten im Außenbereich“ fertiggestellt.[3] In den Jahren 2018 und 2019 wurde ein Glockenturm gebaut, in ihm hängt eine vor Ort gegossene Glocke.

Liste der weiteren Vorgängerbauten
Name Bauzeit Typ Bemerkung Foto
Ziegenstall 2020 Holzbau Stall für Ziegen und Schafe  
Schweinestall 2016 Holzbau Stall für die Schweine  
Heilkräutergarten (Herbularius) 2013 Feldrandsteine Der Heilkräutergarten (Herbularius)[4] ist als Provisorium in verkleinertem Maßstab angelegt. Er wird zu einem späteren Zeitpunkt an eine andere Stelle verlegt.[5] Auf den sechzehn Feldern des etwa 8 m mal 8,6 m großen Gartens sind alle im Klosterplan verzeichneten Pflanzen zu finden: Salbei, Krauseminze, Weinraute, Kümmel, Schwertlilie, Liebstöckel, Poleiminze, Fenchel, Stangenbohne, Pfefferkraut, Frauenminze (Marienblatt), Griechisch Heu, Rosmarin, Minze, Lilie, Rosen.[6]

Alle genannten Pflanzen sind auch im Capitulare de villis von Karl dem Großen aufgelistet, und der Reichenauer Abt Walahfrid Strabo beschreibt zehn der Kräuter in seinem Lehrgedicht Hortulus.[7] 2021 wurde der Garten mit einem Weidengeflechtzaun umfasst.

 

Bauten auf Basis des St. Galler KlosterplansBearbeiten

 
Baustand zu Beginn der Saison 2021

Für zukünftige Bauten musste zunächst ein entsprechender Mörtel gefunden werden, der auch den baulichen Anforderungen des 21. Jahrhunderts entspricht. Aus diesem Grund wurde ab 2017 zunächst die im Klosterplan eingezeichnete Mauer des Paradiesgartens begonnen, an der verschiedene Mörtelmixturen getestet wurden. Da es auf dem Campus Galli zudem sehr schnell an Lagerraum, insbesondere für in der Landwirtschaft geerntetes Stroh, mangelte, entschied man sich, die Kornscheune als erstes Holzgebäude des St. Galler Klosterplans umzusetzen. Nach langem Warten aufgrund von Statikproblemen erfolgte Anfang Juni 2019 die langersehnte Baugenehmigung.[8]

Liste von Bauten basierend auf dem St. Galler Klosterplan
Name Bauzeit Typ Status Bemerkung Foto
Paradiesgarten 2017–2021 Steinbau Fertig Auch: Friedhof bzw. Obstgarten. Einfriedung aus Stein mit Torbogen und Holzkreuz. Die Friedhofsmauer diente zusätzlich zur Erprobung von mittelalterlichem Baumörtel.  
Gemüsegarten 2017–2018 Holzbau Fertig 2017 wurde das etwa 13 m mal 19 m große Gelände mit einem brusthohen Staketenzaun aus Eichenspaltbohlen umgeben. 2018 folgten achtzehn Hochbeete mit Fichtenbalkenumrandung, die mit den auf dem Klosterplan verzeichneten mittelalterlichen Gemüsesorten bepflanzt wurden: Zwiebel, Knoblauch, Lauch, Schalotten, Sellerie, Petersilie, Koriander, Kerbel, Dill, Salat, Mohn, Pfefferkraut, Rettiche, Pastinaken, Kohl, Mangold, Schwarzkümmel.[9]  
Kornscheune 2019–2021 Holzbau Fertig Scheune zur Lagerung von Stroh aus der eigenen Landwirtschaft. Seit 2019 Herstellung von Baumaterial. Aufbau 2021.  
Nebengebäude des Abtshauses seit 2021 Stein- und Holzbau Im Bau Es umfasst eine Küche, einen Vorratsraum und eine Badstube sowie drei Schlafräume der Bediensteten des späteren Abtshauses.[10]  

Sonstige Gebäude und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Liste der sonstige Gebäude und Sehenswürdigkeiten
Name Bauzeit Typ Bemerkung Foto
Museumspädagogik unbekannt Holzbau Platz für museumspädagogische Programme mit Lehmofen und Kochstelle  
Aktionsfläche (Laboratorium) 2018 Holzbau Platz für Versuche, Vorführungen oder Kurse  
Feldhütte (Pfostenspeicher) 2015–2016 Holzbau Sechsseitiger Pfostenbau mit Strohdach zum Lagern von Feldgeräten und Erntegut. Er befindet sich außerhalb des späteren Klostergeländes.  
Bienen 2013 Holzbau Bienenzucht zur Produktion von Honig und Wachskerzen. Eine Bienenzucht ist nicht Bestandteil des Klosterplans.  

Ehemalige BautenBearbeiten

Liste der ehemaligen Bauten
Name Bauzeit Abriss Typ Bemerkung Foto
Hühnerstall 2013 2019 Holzbau Nachtplatz der auf dem Campus befindlichen Hühner  
Seilerei unbekannt 2021 Holzbau Alte Seilerei. Mit den Vorbereitungen zum Bau der Kornscheune wurde die Seilerei 2019 an den dortigen Bauplatz verlegt. Im Jahr 2020 wurde sie noch vom Küfer genutzt.  

FinanzierungBearbeiten

Das Projekt erhielt eine öffentliche Starthilfe in Höhe von rund einer Million Euro für vier Jahre von der Stadt Meßkirch, dem Landkreis Sigmaringen und dem EU-Programm LEADER.[11][12]

Der Zuschuss der Stadt Meßkirch betrug 351.000 Euro im Jahr 2014 und 300.000 Euro im Jahr 2015.[13] Für 2016 ist ein Betriebskostenzuschuss von 265.000 Euro bewilligt.[14] Im Herbst 2016 wurde bekanntgegeben, dass die Zuschüsse der Öffentlichen Hand mindestens bis 2019 fließen werden.[15] Der für 2018 geplante Zuschuss wurde nachträglich auf 400.000 Euro erhöht, um den Verlust durch die unerwartet niedrigen Besucherzahlen auszugleichen. Anfang 2019 genehmigte Meßkirchs Gemeinderat für die Jahre 2019 bis 2021 weitere 300.000 Euro pro Jahr, um den Betrieb des Campus Galli zu unterstützen.[16]

Zusätzlich fließen substanzielle Förderungen vom „Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum“ (ELR) in der Höhe von 301.000 Euro, verteilt auf drei Jahre, für den Bau einer Scheune[17] sowie weitere Unterstützungen der Stadt Meßkirch, zum Beispiel in Form einer Erweiterung des Parkplatzes (Kosten 120.000 Euro), Verzicht auf einen Kredit aus dem Jahr 2014 (40.000 Euro)[18] oder die Übernahme von Bürgschaften in Höhe von 145.000 Euro.[19]

Die Finanzierung der Anlage soll langfristig – ähnlich wie die der Burg Guédelon – durch Besuchereinnahmen und Etablierung als touristischer Anziehungspunkt sichergestellt werden.[20] Laut einer 2014 präsentierten Prognose sollte die Wirtschaftlichkeit ca. 2018 mit 80.000 bis 100.000 Besuchern pro Jahr erreicht werden.[21] Im August 2018 räumte man jedoch ein, dass aufgrund steigender Kosten selbst bei 120.000 Besuchern keine schwarzen Zahlen zu erwarten seien.[22]

Aufgrund der COVID-19-Pandemie erhält der Campus Galli 146.000 Euro aus einem Nothilfefonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, um den Fortbestand der Einrichtung zu sichern.[23]

Wissenschaftlicher BeiratBearbeiten

Die wissenschaftliche Leitung und Begleitung des Baus übernimmt ein Beirat aus 17 Fachleuten,[20] der sich Anfang November 2013 konstituiert hat. Vorsitzender des Beirats ist der Archäologe und Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Claus Wolf. Zum Stellvertreter wurde der Historiker und Hochschullehrer der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Matthias Becher, gewählt. Dem Beirat gehören unter anderem der im Oktober 2013 pensionierte Stiftsbibliothekar der Stiftsbibliothek St. Gallen, Ernst Tremp, wie auch sein Nachfolger im Amt des Stiftsbibliothekars, Cornel Dora, an – ebenso Frater Jakobus Kaffanke, OSB der Erzabtei Beuron, die Mittelalterarchäologen Ralph Röber, Bernd Päffgen und Klaus Grewe sowie der Historiker Alfons Zettler.

ForschungskooperationBearbeiten

Am 20. April 2018 wurde zwischen dem Verein Karolingische Klosterstadt e. V. und dem Competence Center Archaeometry – Baden-Württemberg (CCA–BW) der Universität Tübingen ein Kooperationsvertrag geschlossen. Ziel der Kooperation ist es, studentische Lehrveranstaltungen zur mittelalterlichen Töpferei auf dem Campus Galli durchzuführen. Weiterhin sollen Forschungsprojekte wie zum Beispiel archäometrische Untersuchungen an mit mittelalterlichen Methoden hergestellten Töpferwaren durchgeführt werden.[24]

BesucherentwicklungBearbeiten

In der ersten Saison, die verspätet Ende Juni 2013 begann, hatte der Campus Galli knapp 13.000 Besucher. 2014 konnten die Besucherzahlen deutlich gesteigert werden, wozu unter anderem ein Sommerfest im August und ein Herbstfest im Oktober sowie 420 Führungen beitrugen. 2015 wurde die geplante Zahl von 45.000 Besuchern übertroffen.[25] Dies galt auch für die Saison 2016, als trotz des nasskalten Frühjahrs deutlich mehr als die geplanten 60.000 Menschen den Campus Galli besuchten.[26]

2018 kamen statt der geplanten 95.000 Besucher knapp 83.000, als Grund wurde die große Hitze im Sommer angegeben. Für 2019 wurde die Planung auf 90.000 Besucher reduziert; die tatsächliche Zahl der Gäste lag mit 91.661 Gäste knapp darüber und damit 10,4 % höher als im Vorjahr.[27][28]

2020 musste Campus Galli aufgrund der Corona-Pandemie bis 29. Mai geschlossen bleiben und war dann nur freitags bis sonntags, an gesetzlichen Feiertagen sowie während der baden-württembergischen Ferien geöffnet.[29]

Auch 2021 beeinflusste die Corona-Pandemie die Klosterbaustelle, und der geplante Saisonstart am 27. März musste aufgrund zu hoher Inzidenzwerte im Landkreis Sigmaringen bis zum 13. Mai verschoben werden.[30]

Saison Besucher
22. Juni bis 3. November 2013 12.225
2. April bis 2. November 2014 36.582
3. April bis 1. November 2015 48.058
1. April bis 1. November 2016 65.755
1. April bis 5. November 2017 79.660
24. März bis 4. November 2018 82.988
2. April bis 3. November 2019 91.661
29. Mai bis 1. November 2020[31] 53.800
13. Mai bis 7. November 2021 66.899
1. April bis 6. November 2022[32]

KritikBearbeiten

Kritik an der Wissenschaftlichkeit und Umsetzung des Projektes gab es 2013 laut Karfunkel – Zeitschrift für erlebbare Geschichte[33] und Badischer Zeitung.[34] Zudem kritisierte Anfang 2014 der Bund der Steuerzahler Deutschland die Finanzierung.[35]

DokumentationBearbeiten

Der Dokumentarfilmer Reinhard Kungel, der bereits seit 2000 an einer Langzeitdokumentation über die Baustelle von Guédelon arbeitet, wird in Zusammenarbeit mit dem SWR und der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg einen Langzeitdokumentarfilm über den Baufortschritt der Klosterstadt Meßkirch realisieren.

2014 veröffentlichte Reinhard Kungel die DVD Campus Galli – Bauen wie im Mittelalter, die fünf Kurzfilme über die Anfänge des Klosterstadt-Projektes sowie eine 90-minütige Dokumentation über Guédelon enthält.

Am 8. Mai 2016 sendete der SWR die 45 Minuten lange Dokumentation Abenteuer Klosterstadt Meßkirch – Bauen wie im Mittelalter von Reinhard Kungel über die ersten drei Jahre des Projektes. Der Film wurde mehrfach wiederholt.[36]

Im Juni 2016 veröffentlichte Reinhard Kungel die 75 Minuten lange DVD Campus Galli – Bauen wie im Mittelalter – Die Anfänge bis 2015, die auch einen 43-minütigen Kinderfilm über die Baustelle von Guédelon in Frankreich enthält. Der Film wurde auf den Biberacher Filmfestspielen 2016 gezeigt. Das Schweizer Fernsehen strahlte eine 52-minütige Version dieses Films am 9., 10. sowie 15. Oktober 2016 aus.

Vom 24. Mai bis zum 26. Mai 2019 wurde der 90 Minuten lange Dokumentarfilm Campus Galli – Das Mittelalter-Experiment von Reinhard Kungel im Programmkino seenema in Bad Waldsee uraufgeführt. Der Kinofilm dokumentiert die Entwicklung des Campus Galli von 2016 bis 2018. Anschließend war der Film auch in mehreren Programmkinos in Baden-Württemberg, Bayern und Berlin zu sehen. Im April 2020 wurde er als DVD veröffentlicht.

VariaBearbeiten

  • Im Frühjahr 2017 veröffentlichte der Schriftsteller Manfred Bomm den Kriminalroman Traufgänger, der zum Teil auf dem Campus Galli spielt.
  • Seit Mitte 2017 ist der Campus Galli Mitglied von EXARC (Network Archaeological Open-Air Museums),[37] einer internationalen Vereinigung von Freilichtmuseen und Experimentalarchäologen. Der Verein hat circa 300 Mitglieder aus rund 40 Ländern und ist Mitglied des International Council of Museums (ICOM).
  • Im Spätsommer 2016 erhielt der Fotograf Walter Schönenbröcher eine Einladung des Campus Galli, wo er mehrere Tage lang die mittelalterlichen Handwerke für sein Kunstprojekt HANDwerk fotografieren konnte. Ende 2017 bis Anfang 2018 fand eine Sonderausstellung seiner Werke im Museum Schloss Doberlug im brandenburgischen Doberlug-Kirchhain unter dem Titel Campus Galli – die Klosterstadt Meßkirch statt.[38]
  • Im Juli 2018 veröffentlichte das Autorenduo Martin Verg und Ina Rometsch den Kinderkrimi Biberfieber: Krummes Ding am „Toten Winkel“, der auf einer Mittelalterbaustelle spielt und vom Campus Galli inspiriert ist (ISBN 978-3-7641-5134-8).
  • Am 17. März 2019 wurde im Fernsehsender VOX die Kochsendung Kitchen Impossible ausgestrahlt, in der unter anderem der Fernsehkoch Tim Mälzer auf dem Campus Galli mit mittelalterlichen Mitteln eine Linsensuppe, ein Dennetle mit Speck und einen Honigkuchen kochen bzw. backen musste.
  • In der am 7. August 2020 ausgestrahlten SWR-Fernsehserie Expedition in die Heimat[39] – Auf dem Jakobsweg unterwegs machte die Moderatorin Annette Krause unter anderem Station auf dem Campus Galli.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Freundeskreis Karolingische Klosterstadt (Hrsg.): Karolingische Klosterstadt Meßkirch – Chronik 2013: Dokumentation einer Zeitreise auf dem Campus Galli. (= Band 1/2013). Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2013, ISBN 978-3-8392-1483-1.
  • Freundeskreis Karolingische Klosterstadt (Hrsg.): Karolingische Klosterstadt Meßkirch – Chronik 2014: Dokumentation einer Zeitreise auf dem Campus Galli. (= Band 2/2014). Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2014, ISBN 978-3-8392-1637-8.
  • Freundeskreis Karolingische Klosterstadt (Hrsg.): Karolingische Klosterstadt Meßkirch – Chronik 2015: Dokumentation einer Zeitreise auf dem Campus Galli. (= Band 3/2015). Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2015, ISBN 978-3-8392-1718-4.
  • Freundeskreis Karolingische Klosterstadt (Hrsg.): Karolingische Klosterstadt Meßkirch – Chronik 2016: Dokumentation einer Zeitreise auf dem Campus Galli. (= Band 4/2016). Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2016, ISBN 978-3-8392-1895-2.
  • Freundeskreis Karolingische Klosterstadt (Hrsg.): Karolingische Klosterstadt Meßkirch – Chronik 2017: Dokumentation einer Zeitreise auf dem Campus Galli. (= Band 5/2017). Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2017, ISBN 978-3-8392-2081-8.
  • Freundeskreis Karolingische Klosterstadt (Hrsg.): Karolingische Klosterstadt Meßkirch – Chronik 2018: Dokumentation einer Zeitreise auf dem Campus Galli. (= Band 6/2018). Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2018, ISBN 978-3-8392-2224-9.
  • Freundeskreis Karolingische Klosterstadt (Hrsg.): Karolingische Klosterstadt Meßkirch – Chronik 2019: Dokumentation einer Zeitreise auf dem Campus Galli. (= Band 7/2019). Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2019, ISBN 978-3-8392-2434-2.
  • Freundeskreis Karolingische Klosterstadt (Hrsg.): Karolingische Klosterstadt Meßkirch – Chronik 2020: Dokumentation einer Zeitreise auf dem Campus Galli. (= Band 8/2020). Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2020, ISBN 978-3-8392-2550-9.
  • Freundeskreis Karolingische Klosterstadt (Hrsg.): Karolingische Klosterstadt Meßkirch – Chronik 2021: Dokumentation einer Zeitreise auf dem Campus Galli. (= Band 9/2020). Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2021, ISBN 978-3-8392-2886-9.
  • Isabel Krichel-Bonstein und Oliver Bonstein: Klosterbaustelle Campus Galli in Messkirch 2013–2015. Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2016
  • Isabel Krichel-Bonstein und Oliver Bonstein: Klosterbaustelle Campus Galli in Messkirch 2016–2017. Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2018
  • Hannes Napierala: Campus Galli – Der offizielle Baustellenführer. Meßkirch 2020, ISBN 978-3-8392-2654-4.
  • Erik Reuter: Campus Galli – Der Führer zur karolingischen Klosterstadt Meßkirch. Meßkirch 2013, ISBN 978-3-8392-1481-7.
  • Martin Rogier: Töpfern wie im 9. Jahrhundert. Eine rekonstruierte Werkstatt im Campus Galli. In: H. Stadler and L. Obojes, eds.: Keramik zwischen Produktion, praktischem Gebrauch, Werbung, Propaganda und Mission. 50. Internationales Symposium Keramikforschung Innsbruck, Tirol vom 24. – 29. September 2017; Weger Verlag 2018
  • Walter Schönenbröcher: Campus Galli, Cottbus 2016, 1. Auflage, ISBN 978-3-9817962-1-6.
  • Alexander Smoltczyk: Zeitreise handgemacht. In Oberschwaben wird eine karolingische Klosterstadt gebaut – nach Originalplänen. In: Herrscher, Ketzer, Mittelalter. Der Spiegel – Geschichte. Heft 1/2015, S. 112–119.
  • Ernst Tremp: Der St. Galler Klosterplan – Faksimile, Begleittext, Beischriften und Übersetzung. St. Gallen 2014, ISBN 978-3-905906-05-9, S. 15–17, 34–35.
  • Ernst Tremp: Der St. Galler Klosterplan und die Aachener Klosterreform. In: Jakobus Kaffanke (Hrsg.): Benedikt von Nursia und Benedikt von Aniane – Karl der Große und die Schaffung des „Karolingischen Mönchtums“. (Band 26: Weisungen der Väter). Beuron 2016, ISBN 978-3-87071-339-3, S. 108–139

WeblinksBearbeiten

Commons: Campus Galli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Erik Reuter: Campus Galli – Der Führer zur karolingischen Klosterstadt Meßkirch. Meßkirch 2013, S. 18.
  2. Martin Kieß: Die Orientierung der Baulinie der Basilika und der Klosterstadt in „Karolingische Klosterstadt Meßkirch – Chronik 2013“; Seite 36ff
  3. Selina Ehrenfeld: Mehr als 65000 besuchen Campus Galli. In: Schwäbische Zeitung, 3. November 2016
  4. Cornel Dora: Ein heilender Garten – Der „Herbularius“ auf dem St. Galler Klosterplan, in: Karolingische Klosterstadt Meßkirch – Chronik 2014, S. 52–57
  5. Juliane Ludwig: Die Umsetzung des St. Galler Klosterplans im medizinischen Kräutergarten, in: Karolingische Klosterstadt Meßkirch – Chronik 2014, S. 68–69
  6. Ernst Tremp: Der St. Galler Klosterplan, St. Gallen 2014, S. 30–31, 39
  7. Cornel Dora: Ein heilender Garten – Der „Herbularius“ auf dem St. Galler Klosterplan, in: Karolingische Klosterstadt Meßkirch – Chronik 2014, S. 52–53, 56
  8. Am Campus Galli kann der Bau der Scheune beginnen auf südkurier.de vom 7. Juni 2019
  9. Ernst Tremp: Der St. Galler Klosterplan, St. Gallen 2014, S. 31–32, 50
  10. Ernst Tremp: Der St. Galler Klosterplan, St. Gallen 2014, S. 40
  11. Campus Galli – Der Führer zur karolingischen Klosterstadt Meßkirch. Meßkirch 2013, S. 8.
  12. Kritik vom Bund der Steuerzahler – Kloster-Katastrophe statt Campus Galli?. In: SWR4. 9. Januar 2014, abgerufen am 13. Mai 2015.
  13. Gregor Moser: Gemeinderat bewilligt Geld für Klosterstadtverein und Campus Galli. In: Südkurier. 11. Dezember 2014, abgerufen am 13. Mai 2015.
  14. schwaebische.de
  15. Oliver Jirosch: Campus Galli: Die Kirche vom Gerüst befreit - Politik-Nachrichten - Reutlinger General-Anzeiger. Abgerufen am 24. Juli 2021.
  16. Weitere Geldspritze für Campus Galli. In: Südkurier.de vom 25. Januar, abgerufen am 5. Januar 2020.
  17. Scheune auf Campus Galli wird multifunktional. Abgerufen am 24. Juli 2021.
  18. Weitere Geldspritze für Campus Galli. In: Südkurier.de vom 25. Januar, abgerufen am 5. Januar 2020.
  19. Meßkirch fördert den Campus Galli auch weiterhin. Abgerufen am 24. Juli 2021.
  20. a b Bauen wie vor 1200 Jahren. Meßkirch meißelt sich ins Mittelalter. In: Der Spiegel. 19. März 2012, abgerufen am 19. März 2012.
  21. Sebastian Musolf: 48.058 Gäste besuchen die Klosterstadt. In: Südkurier.de vom 2. November 2015, abgerufen am 15. November 2015.
  22. Mittelalter zum Mitmachen – STIMME.de. Abgerufen am 22. August 2018.
  23. Nothilfefonds: Förderung für Campus Galli. In: Zollern-Alb-Kurier. 11. Januar 2021.
  24. https://www.uni-tuebingen.de/newsfullview-landingpage/article/forschung-und-lehre-in-mittelalterlicher-klosterstadt.html
  25. Gregor Moser: Am 1. April beginnt Klosterstadt-Saison. In: Südkurier.de 13. März 2015, abgerufen am 13. Mai 2015.
  26. Selina Ehrenfeld: Mehr als 65.000 besuchen Campus Galli. In: Schwäbische Zeitung.de 2. November 2016, abgerufen am 2. November 2016.
  27. Weitere Geldspritze für Campus Galli. In: Südkurier.de vom 25. Januar, abgerufen am 5. Januar 2020.
  28. Fazit der Saison 2019 – Facebook-Seite des Campus Galli. Abgerufen am 4. November 2019.
  29. Schwäbische Zeitung.de vom 13. Mai 2020, abgerufen am 13. Mai 2020.
  30. Saisonstart verschoben. In: Campus Galli. 23. März 2021, abgerufen am 24. März 2021 (deutsch).
  31. Öffnung an den Wochenenden von Freitag bis Sonntag, sowie während der baden-württembergischen Ferien; abhängig von der Entwicklung der Corona-Krise.
  32. Die Öffnung ist abhängig von der regionalen Entwicklung der Corona-Krise.
  33. Michael Wolf: Causa Galli – Was ist los am Bodensee? In: Karfunkel – Zeitschrift für erlebbare Geschichte. Nr. 106, Juni 2013, S. 107f.
  34. Dominik Bloedner: Mittelalter-Stadt “Campus Galli”: Weniger Besucher, mehr Kritik. In: Badische Zeitung. 29. April 2015.
  35. Kommt die Kloster-Katastrophe? In: Der Steuerzahler. 1/2014. Hrsg.: Bund der Steuerzahler Deutschland.
  36. SWR-Doku
  37. EXARC
  38. Niederlausitz aktuell vom 11. Januar 2018
  39. SWR Fernsehen – Expedition in die Heimat

Koordinaten: 48° 2′ 0,6″ N, 9° 6′ 10,8″ O