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Cytochrom P450 2D6

Gen der Spezies Homo sapiens
(Weitergeleitet von CYP2D6)

CYP2D6 ist ein Enzym aus der Cytochrom-P450-Gruppe, das am Stoffwechsel vieler Medikamente beteiligt ist. Es liegt in verschiedenen genetischen Varianten vor und kann daher die Wirkung bestimmter Arzneimittel beeinflussen.[1]

Cytochrom P450 2D6
Cytochrom P450 2D6
Kristallstruktur des menschlichen Cytochrom P450 2D6 nach 2F9Q
Vorhandene Strukturdaten: 2F9Q 3QM4 3TBG 3TDA
Eigenschaften des menschlichen Proteins
Masse/Länge Primärstruktur 479 Aminosäuren
Sekundär- bis Quartärstruktur Homotetramer
Kofaktor Häm
Bezeichner
Gen-Namen CYP2D6 , CYP2D7AP, CYP2D7BP, CYP2D7P2, CYP2D8P2, CYP2DL1
Externe IDs
Enzymklassifikation
EC, Kategorie 1.14.14.1Monooxygenase
Reaktionsart Hydroxylierung
Substrat RH + FADH + O2
Produkte ROH + FAD+ + H2O
Vorkommen
Homologie-Familie Cytochrom P450
Übergeordnetes Taxon Lebewesen

Inhaltsverzeichnis

GenetikBearbeiten

Durch verschiedene Varianten des auf Chromosom 22q13.1 liegenden CYP2D6-Gens kommt es zu unterschiedlichen Phänotypen. Man unterscheidet je nach Enzymaktivität in[2]:

  • „langsamer Metabolisierer“ („poor“)
  • „intermediärer Metabolisierer“ („intermediate“)
  • „schneller Metabolisierer“ („extensive“)
  • „ultraschneller Metabolisierer“ („ultrarapid“)

Der „schnelle Metabolisierer“ stellt die Normvariante dar, wohingegen beim „ultraschnellen Metabolisierer“ das Gen für CYP2D6 in mehreren Kopien vorliegt. Im Gegenzug dazu ist bei dem „intermediären Metabolisierer“ die Genfunktion eingeschränkt und fehlt beim langsamen Typen nahezu vollkommen.

FunktionBearbeiten

CYP2D6 oxidiert bzw. hydroxyliert in der Leber bestimmte Substrate (Pharmaka) und aktiviert (Prodrug) oder deaktiviert diese dadurch. Oft muss daher die Dosis eines Medikamentes angepasst werden.

Beispiele für InteraktionenBearbeiten

Bedeutung als diagnostischer MarkerBearbeiten

Das Vorhandensein von Antikörpern gegen CYP2D6 ist, nach Ausschluss einer viralen Hepatitis, das charakteristische Merkmal einer Autoimmunhepatitis vom Typ-2. Diese werden auch als LKM-1 bezeichnet.[5]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. CYP2D6 cytochrome P450, family 2, subfamily D, polypeptide 6. National Institute of Health, USA
  2. Birgit Busse: Cytochrom P450 2D6 (CYP2D6) [T88.7]. Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, archiviert vom Original am 12. April 2013; abgerufen am 26. September 2015.
  3. Stephanie Röhm, Andreas Stürer, Jörg Pietsch, Stephanie Läer: Dextromethorphan – ein harmloses Hustenmittel? In: Deutsche Apotheker Zeitung. Nr. 31, 2007, S. 42 (online – freier Volltext).
  4. Ursula Goldmann-Posch: Welcher CYP2D6-Typ sind Sie? Neue Erkenntnisse zur Wirkung und Nicht-Wirkung von Tamoxifen. Mamazone.de, Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V.
  5. Michael P. Manns, K. J. Griffin, K. F. Sullivan, E. F. Johnson: LKM-1 autoantibodies recognize a short linear sequence in P450IID6, a cytochrome P-450 monooxygenase. In: Journal of Clinical Investigation. Band 88, Nr. 4, Oktober 1991, S. 1370–1378, doi:10.1172/JCI115443, PMC 295608 (freier Volltext).