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Burg Tangermünde

Burg in Sachsen-Anhalt, Deutschland

Die Burg Tangermünde, auch Schloss Tangermünde genannt, ist eine teilweise erhaltene Burg in der Stadt Tangermünde an der Elbe im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.

Burg Tangermünde
Die Burg Tangermünde an der Elbe

Die Burg Tangermünde an der Elbe

Alternativname(n): Schloss Tangermünde
Entstehungszeit: um 925
Burgentyp: Ortslage
Erhaltungszustand: Burgtor, Wohnturm, Kanzlei, Bergfried
Ständische Stellung: Grafen, Fürst, König, Kaiser
Ort: Tangermünde
Geographische Lage 52° 32′ 34″ N, 11° 58′ 39″ OKoordinaten: 52° 32′ 34″ N, 11° 58′ 39″ O
Höhe: 43 m ü. NN
Burg Tangermünde (Sachsen-Anhalt)
Burg Tangermünde

GeschichteBearbeiten

Die Burg wurde um 925 von askanischen Markgrafen erbaut. Vermutlich diente sie zur Grenzüberwachung an der Tangermündung in die Elbe. 1009 wird die Burg Tanger erstmals in einer Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg erwähnt. Im 10. und 11. Jahrhundert war sie Reichsburg und sicherte die deutsche Reichsgrenze an der Elbe. Im 13. Jahrhundert entstand die Stadt Tangermünde.

Am 7. September 1373 zog Kaiser Karl IV. in die Burg ein, nachdem er seinen 12-jährigen Sohn Wenzel zum brandenburgischen Kurfürsten ernannt hatte. Zuvor hatte er das Land den Wittelsbachern abgekauft; ihm ging es dabei vor allem um die Kurstimme Brandenburgs (die böhmische hatten die Luxemburger schon), mit deren Hilfe künftig die Wahl von Kaisern aus dem Haus Luxemburg gesichert werden sollte. Der Kaiser ließ die Burg im folgenden Jahr schlossähnlich ausbauen. Er hatte Tangermünde, das von seinen böhmischen Stammlanden über die Elbe bequem zu erreichen war, als brandenburgische Hauptstadt anstelle des älteren Fürstensitzes Brandenburg an der Havel auserkoren, von der aus die nordöstlichen Territorien des Hauses Luxemburg regiert werden sollten. 1377 wurde die (1371 erstmals erwähnte) Schlosskapelle in ein Augustiner-Chorherrenstift umgebaut. Jedoch hielten sich weder Kaiser Karl noch sein Nachfolger Wenzel noch dessen Halbbruder Sigismund, an den Wenzel 1378 Brandenburg abtrat, für längere Zeit in der Burg Tangermünde auf.

 
Kaiser Kaiser Karl IV. auf einem Votivbild, um 1370

Nach dem Tod Kaiser Karls IV. kam es zu einer unruhigen Entwicklung in der Mark, bis Sigismund, seit 1411 römisch-deutscher König, 1415 die Hohenzollern gegen entsprechende Zahlung mit Land und Kurhut belehnte; sie sollten die von einem rebellischen Adel beherrschte Mark befrieden. Kurfürst Friedrich I. residierte zunächst auch in Tangermünde. Das ursprüngliche Ziel Karls IV., Tangermünde dauerhaft zur Hauptstadt zu machen, wurde von den Hohenzollern aber nicht weiter verfolgt, erstens weil die dynastische Verbindung zu Böhmen entfallen war, zweitens weil die Doppelstadt Berlin-Cölln sich zum Handelszentrum der östlichen Mark entwickelt hatte, während das nahe der Landesgrenze gelegene Tangermünde im Schatten Magdeburgs stand. Friedrich II. ließ sich daher ab 1442 das Berliner Schloss als Residenz erbauen und Johann Cicero gab die Burg Tangermünde als Sitz ganz auf, nachdem sich die Bürger 1488 gegen eine Biersteuer aufgelehnt hatten.

In der Folge entwickelte sich die Burg zum Verwaltungsmittelpunkt der Altmark und der Prignitz. 1640 wurde die Burg von schwedischen Truppen niedergebrannt. 1699 ließ Kurfürst Friedrich III. das „Amtshaus“ erbauen und nahm es 1701 als König Friedrich I. in Augenschein. Ab 1902 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen.

Von der mittelalterlichen Burganlage sind das Burgtor, die Alte Kanzlei, der runde Bergfried („Gefängnisturm“), ein Wohnturm („Kapitelturm“), der Burggraben sowie die Ringmauern um Vor- und Hauptburg erhalten. Das ehemalige Amtshaus wird heute als Hotel genutzt („Schlosshotel Tangermünde“), es steht wahrscheinlich auf den Grundmauern des ehemaligen Palas. Weiter ist noch das Augustiner-Chorherrenstift an der Westmauer erhalten. Der Burghof dient als Hotelterrasse.

LiteraturBearbeiten

  • Moebius: Die Wiederherstellung zweier Türme der alten Kaiserpfalz in Tangermünde. In: Die Denkmalpflege, 6. Jahrgang, Nr. 6 (11. Mai 1904), S. 45–47.
  • Bruno J. Sobotka (Hrsg.): Burgen, Schlösser, Gutshäuser in Sachsen-Anhalt. Theiss, Stuttgart 1994, ISBN 3-8062-1101-9.
  • Friedrich-Wilhelm Krahe: Burgen des Deutschen Mittelalters. Grundriss-Lexikon. Sonderausgabe. Flechsig, Würzburg 2000, ISBN 3-88189-360-1.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Burg Tangermünde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien