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Die Burg Malbrouck, auch Burg Meinsberg genannt, ist eine komplett renovierte mittelalterliche, lothringische Burganlage in Manderen im französischen Département Moselle in der historischen Region Lothringen.

Burg Malbrouck
Luftbild der Burg Malbrouck

Luftbild der Burg Malbrouck

Alternativname(n): Burg Meinsberg
Entstehungszeit: 1419 bis 1434
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: erhalten bzw. restauriert
Ständische Stellung: Adlige
Ort: Manderen
Geographische Lage 49° 27′ 26″ N, 6° 25′ 59″ OKoordinaten: 49° 27′ 26″ N, 6° 25′ 59″ O
Burg Malbrouck (Moselle)
Burg Malbrouck

ArchitekturBearbeiten

Die Höhenburg ist eine nahezu rechteckige Anlage mit einer Seitenlänge von 50 Meter im Süden, 66 Meter im Osten, 68 Meter im Westen und 49 Meter im Norden. Sie besitzt vier Ecktürme, von denen drei rechteckig und einer rund ist. Die Burg erhebt sich weithin sichtbar auf der Spitze des kegelförmigen Meinsbergs im Dreiländereck Frankreich-Deutschland-Luxemburg.

NameBearbeiten

Der Name Chateau Malbrouck für die Burg Meinsberg geht auf eine Begebenheit im Spanischen Erbfolgekrieg zurück, die mit der Geschichte und der Bedeutung der Burg nur im folkloristischen Sinne etwas zu tun hat. Er bezieht sich auf den englischen Feldherrn John Churchill, 1. Duke of Marlborough, der in Frankreich unter dem Spitznamen Malbrouck bekannt ist. Während des Spanischen Erbfolgekriegs marschierte Marlborough 1705 mit 100.000 Mann von Trier an der Mosel entlang auf Frankreich zu. Er wurde vom französischen Marschall Claude Louis Hector de Villars blockiert, der mit weniger als 50.000 Mann bereitstand. Marlborough wählte die Burg Malbrouck als Hauptquartier, wo er auf Unterstützung durch den Prinzen von Baden wartete, die jedoch ausblieb. Marlboroughs Truppen ging der Nachschub aus, und seine Armee begann sich aufzulösen. Schließlich musste Marlborough bei Nacht und Nebel die Flucht ergreifen.

GeschichteBearbeiten

In den Jahren 1419 bis 1434 errichtete Arnold VI. von Sierck (1366–1455) die Burg. Sein Sohn Jakob wurde 1439 Erzbischof von Trier. Kaiser Friedrich III. erhob die Herrschaft 1442 zur Reichsgrafschaft. Aufgrund fehlender männlicher Erben gelangte die Herrschaft später an die Familie des Grafen von Sayn, danach fiel das Lehen an die Grafen von Sulz. Die Grafschaft übte hauptsächlich über die von Lothringen und Kurtrier gemeinsam verwaltete Burg Montclair an der Saarschleife einen besonderen Einfluss auf den unteren Saargau rund um Merzig und auf verschiedene Vogteien an der Obermosel aus. Nach verschiedenen weiteren Besitzern fiel die Anlage in der Französischen Revolution an den Staat, der sie 1793 versteigerte. In der Folge verfiel sie zusehends. 1930 wurde die Burg unter Denkmalschutz gestellt. 1975 kaufte das Département Moselle die Ruine und ließ sie restaurieren. 1998 waren die Arbeiten abgeschlossen. Die Burg wird seitdem für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt.

LiteraturBearbeiten

  • Eric Necker: Schloss Malbrouck, Architektonische Entdeckungsreise durch einen Herrensitz des ausgehenden Mittelalters, hrsg. vom Generalrat des Departements Moselle/Mosel, Thionville/Diedenhofen 2001.
  • Eric Necker: Malbrouck, Die Herren von Meinsberg, Schloss Malbrouck und seine Geschichte, hrsg. vom Generalrat des Departements Moselle/Mosel, Thionville/Diedenhofen 2001.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Burg Malbrouck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien