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Bulgarisches geheimes revolutionäres Zentralkomitee

bulgarische Organisation
Mitglieder des BGZRKs: Panica, Stojanowitsch, Stojanow, Andonow und Rizoff

Das Bulgarische Geheime Revolutionäre Zentralkomitee,[1] kurz BGRZK (bulgarisch Български таен централен революционен комитет, kurz БТЦРК) war eine bulgarische Untergrundorganisation, die am 22. Februar 1885 von Sachari Stojanow, Kosta Panica, Iwan Andonow, Todor Gatew, Iwan Stojanowitsch, Georgi Stranski in Philippopel (heute Plowdiw), der Hauptstadt der noch unter osmanisch-türkischer Herrschaft stehende Provinz Ostrumelien (heute Südbulgarien), gegründet wurde.

Durch ihre Aktionen wurde die Vereinigung Bulgariens aus dem Fürstentum Bulgarien und der Provinz Ostrumelien eingeleitet. Als Vorsitzender wurde Sachari Stojanow wegen seiner Erfahrungen bei der Vorbereitung früherer Aufstände gewählt. Die Mitglieder der Organisation wurden Komitadschi (bzw. Komiti) genannt.

Inhaltsverzeichnis

VorgeschichteBearbeiten

Nach dem blutigen Aprilaufstand von 1876 in Bulgarien brach der Russisch-Türkische Krieg von 1877–1878 aus, der mit einem Sieg Russlands und dem Frieden von San Stefano endete. Die Entscheidungen von San Stefano, einen bulgarischen Staat in den Grenzen der Konferenz von Konstantinopel zu schaffen, wurde jedoch von den Großmächten im Berliner Kongress revidiert. Anstatt eines unabhängigen Bulgariens wurde ein autonomes Fürstentum Bulgarien (heute Nordbulgarien) geschaffen. Ostrumelien (heute Südbulgarien) blieb eine autonome osmanische Provinz und in Makedonien wurde der Vorkriegszustand wiederhergestellt.

ZieleBearbeiten

Das Komitee wurde nach dem Vorbild der Inneren Revolutionären Organisation aufgebaut und zielte auf die gleichzeitige Befreiung (Loslösung ?) Mazedoniens und Ostrumeliens von der türkischen Herrschaft und den Zusammenschluss aller bulgarischen Gebiete. Als langfristiges Ziel wurde die Bildung eine Konföderation aller Balkanstaaten verfolgt. Als ersten Schritt strebte man die Machtübernahme in der osmanischen Provinz Ostrumelien an. Die Vorbereitungen für einen Aufstand in Ostrumelien wurden inoffiziell auch vom benachbarten Fürstentum Bulgarien unterstützt.

Vorbereitung und Durchführung der VereinigungBearbeiten

Als Starttermin für den Aufstand legte das BGRZK den 6. September 1885 fest. Für diesen Zweck wurden in den meisten Städten der Provinz revolutionäre Komitees aufgebaut und Offiziere der Provinzmiliz als Mitglieder gewonnen. Im Sommer 1885 wurde ein Munitionslager der ostrumelische Miliz in Tschirpan überfallen. Die Waffen sollten für die Bewaffnung der Tschetas (paramilitärische Einheiten) der Organisation in Makedonien dienen. Nachdem der Überfall durch die ostrumelische Regierung aufgeklärt wurde, wurden die Mitglieder der Organisation verfolgt und verurteilt.

LiteraturBearbeiten

  • R. J. Crampton: A Concise History of Bulgaria. Second Edition, Cambridge University Press 2005, ISBN 0-521-61637-9.
  • Konstantin Jireček: Das Fürstentum Bulgarien, seine Bodengestaltung, Natur, Bevölkerung, wirtschaftliche Zustande, geistige Cultur, Staatsverfassung, Staatsverwaltung und neueste Geschichte (1891).
  • Hans-Joachim Härtel, Roland Schönfeld: Bulgarien. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Regensburg, Friedrich Puste Verlag, 1998, ISBN 3-7917-1540-2.
  • Nikolaj Owtscharow: Geschichte Bulgariens. Kurzer Abriss. Lettera Verlag, Plowdiw, 2006, ISBN 954-516-584-7.
  • Claudia Weber: Auf der Suche nach der Nation: Erinnerungskultur in Bulgarien von 1878-1944. LIT Verlag, Berlin-Hamburg-Münster, 2006, ISBN 3-8258-7736-1, S. 92–95.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Härtel, Schönfeld: Bulgarien – Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. S. 133: „Am 22. Feb. 1885 gründete eine Gruppe von nationalrevolutionären in Plovdiv das „Bulgarische geheime revolutionäre Zentralkomitee“ (Balgarski taen centralen reviljucionen komitet, BTCRC) unter der Leitung von Zachar Stojanow.“