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Bremsleuchten müssen auch bei Tageslicht deutlich erkennbar sein.

Die Bremsleuchten sind ein Teil der Fahrzeugbeleuchtung, die am hinteren Teil des Fahrzeugs zu finden und nach hinten gerichtet sind. Sie leuchten in der Regel auf, wenn der Fahrzeugführer das Bremspedal betätigt, um den Fahrer des nachfolgenden Fahrzeugs vor dem Bremsvorgang zu warnen. In allen Kraftfahrzeugen und deren Anhängern, die in Deutschland zugelassen sind, müssen nach § 53 StVZO zwei Bremsleuchten eingebaut sein. Neufahrzeuge müssen seit 1. Januar 1998 nach EU-Recht über eine dritte Bremsleuchte verfügen (76/756/EWG in Verbindung mit ECE-R48).

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Durch § 53 (3) der StVZO wurde 1938 in Deutschland erstmals „ein oder zwei gelbrote Bremslichter“ für Kraftfahrzeuge vorgeschrieben. Ausnahmen bestanden für land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen bis 20 km/h sowie Krafträder und Krankenfahrstühle.[1] Die Bauartgenehmigungspflicht für Fahrzeugteile, insbesondere der lichttechnischen Einrichtungen, erfolgte zum 1. Januar 1954.[2] Bei Fahrzeugen mit Erstzulassung vor dem 1. Januar 1983 waren auch gelbe Bremsleuchten zulässig.[3] Seit 1. Januar 1988 sind Bremsleuchten auch an Motorrädern mit einer bbH von mehr als 50 km/h zwingend vorgeschrieben.[4][5] Die Bremsleuchten müssen mit einem roten Licht nach hinten leuchten. Die Leuchtkraft muss so hell sein, dass sie auch am Tag gesehen werden. Die zwei Bremsleuchten sind bei den meisten Fahrzeugen links und rechts in den Schlussleuchten integriert. Dabei kann die Glühlampe eine eigene Fassung haben, oder mit dem Schlusslicht in einer Zweifadenglühlampe zusammengefasst sein. Die dritte Bremsleuchte befindet sich mittig im Fahrzeugheck und höher als die zwei seitlichen Leuchten. Sie besteht heutzutage meist aus einer LED-Leiste. Bei LKW sind zwei Bremsleuchten meistens Bestandteil der Schlussleuchten. Allerdings können je nach Einsatzzweck und Art des Aufbaus zusätzliche Bremsleuchten angebracht sein.

FunktionBearbeiten

 
Bremslichtlampen (links defekt, rechts neu)

Betätigt werden die Leuchten über den Bremslichtschalter. Die Betätigung kann vielfältig sein. Lange Zeit schaltete der Bremslichtschalter die Bremsleuchten direkt. Üblich ist ein elektromechanischer Taster, der durch das Bremspedal betätigt wird. Daneben gibt es auch Ausführungen, die durch den Druckaufbau der hydraulischen Bremsanlage betätigt werden. Seit einigen Jahren werden auch Näherungsschalter, die das Metall am Pedal registrieren und die Leuchten einschalten, angewendet. Bei modernen Fahrzeugen wird das Signal an ein Steuergerät gesendet. Dieses aktiviert die Leuchten und leitet die Information über den CAN-Bus an andere Steuergeräte (z. B. EDC) weiter.

Eine Weiterentwicklung stellt das adaptive Bremslicht dar, welches bei starken Bremsungen oder Notbremsungen in größerer Fläche (z. B. zwei Bremsleuchten pro Seite) leuchtet oder blinkt.

SonderregelungenBearbeiten

 
„Puffleuchten“ an einem Opel Commodore

Gelbe Bremsleuchten waren nur bis Anfang der 1970er Jahre üblich und sind heute nur noch vereinzelt bei Oldtimern und an Straßenbahnen zu finden. Dabei wird das Bremslichtsignal auf die Leitung des Blinkers aufgeschaltet und zwar so, dass der Blinker Vorrang hat, d. h. bei einer Bremsung ohne Blinken leuchten beide (alle) Brems-/Blinklichter. Wird gleichzeitig geblinkt, so blinkt das Licht auf der „Blinkseite“, das andere leuchtet weiterhin konstant. Diese Verschaltung ermöglicht es, mit nur zwei einfadigen Glühlampen alle nach hinten abzugebenden Lichtsignale eines Kraftfahrzeugs zu realisieren. Hierzu werden üblicherweise kleine, oft runde Rückleuchten mit nur zwei Kammern verwendet. Ebenfalls bei Oldtimern (z. B. VW Käfer) und vielen US-Fahrzeugen war eine Einkammer-Leuchte mit einer einzigen Zweifadenglühlampe und einer roten Abschlussscheibe üblich. Auch hier kommt die Vorrangschaltung (Blinklicht vor Bremslicht) zum Einsatz. Heutzutage sind vor allem bei größeren LKW Rückleuchten mit mindestens fünf Kammern üblich, etliche Funktionen sind dann doppelt oder mehrfach bestückt.

Besonders in den 1980er-Jahren waren zwei zusätzliche Bremsleuchten hinter der Heckscheibe beliebt, die umgangssprachlich als „Puffleuchten“ (aufgrund der Farbe) oder „Rentnerleuchten“ (in Anspielung auf vermeintliche Reaktionsschwäche älterer Fahrer) bezeichnet wurden. Puffleuchten sieht man heute nur noch sehr vereinzelt in älteren Modellen, sie sind jedoch nach wie vor zulässig.

LiteraturBearbeiten

  • Robert Bosch (Hrsg.): Autoelektrik Autoelektronik. 5., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Vieweg & Sohn Verlag, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-528-23872-8.
  • Jürgen Kasedorf, Richard Koch: Service-Fibel für die Kfz-Elektrik. 15. Auflage. Vogel Buchverlag, 2007, ISBN 978-3-8343-3098-7.
  • Rudolf Hüppen, Dieter Korp: Autoelektrik alle Typen. Motorbuchverlag, Stuttgart, 1968, ISBN 3-87943-059-4.
  • Hans-Hermann Braess, Ulrich Seiffert: Vieweg Handbuch Kraftfahrzeugtechnik. 6. Auflage. Verlag Vieweg + Teubner, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-8348-1011-3.

WeblinksBearbeiten

  Wiktionary: Bremsleuchte – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Straßenverkehrsrecht. Beck Verlag, München/ Berlin 1941, S. 116.
  2. TÜV Rheinland-Handbuch Oldtimer: Zulassung – Kauf – Trends – Werterhaltung. Kirschbaum Verlag, Bonn 2016, ISBN 978-3-7812-1943-4, S. 94.
  3. § 72 StVZO: Übergangsvorschrift zu § 53 Abs. 2 (Farbe des Bremslichts).
  4. adac.de (Memento des Originals vom 29. September 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.adac.de Übergangsvorschriften für Motorräder (abgerufen am 20. September 2016)
  5. § 53 (2) Nr. 1 StVZO.
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