Boris Bukowski

österreichischer Musiker

Boris Bukowski, bürgerlich: Fritz Bukowski (* 5. Februar 1946 in Fürstenfeld[1]) ist ein österreichischer Musiker.

Boris Bukowski (2014)

LebenBearbeiten

Bukowski ist Sohn eines Rechtsanwaltes,[2] wuchs in Ilz auf und besuchte das Bundesgymnasium Fürstenfeld.[3] Nach der Matura studierte er an der Karl-Franzens-Universität Graz[4] Rechtswissenschaften und schloss dieses Studium 1974 mit dem Doktorat (Dr. iur.) ab.[5] Während seiner Gymnasial- und Studienzeit war Bukowski Schlagzeuger in Rockbands wie Music Machine, ab 1972 bei Magic 69 (später MAGIC) und ab 1977 Sänger. 1971 trat er mit Music Machine auf dem steirischen Musikfestival Popendorf 71 auf.[6] Es entstanden zwei Rockalben mit deutschen Texten, die bei der Kritik sehr gut ankamen, kommerziell aber nur ein Achtungserfolg waren. 1980 entstand das dritte Album, „Sick“, mit englischen Texten, danach löste sich die Band nach zahlreichen Konzerten auf.

Von 1979 bis 1991 betrieb Bukowski gemeinsam mit Andi Beit das Magic Sound Studio. Dort entstanden unter anderem die Aufnahmen für „Cafe Passé“ der Ersten Allgemeinen Verunsicherung, „Schwarze Energie“ von Peter Weibels Hotel Morphila Orchester, Alben von S.T.S. sowie Bukowskis erstes Soloalbum. Seine Single „Trag meine Liebe wie einen Mantel“ war dreimal Nr. 1 in den Ö3-Charts. Das Album "100 Stunden am Tag" wurde 1990 mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.[7]

Seit 2001 ist Bukowski nach acht Jahren Abstinenz wieder zurück auf der Konzertbühne. Sein Buch „Unter bunten Hunden“, eine Autobiographie in Anekdoten, erschien 2013. Er war Protagonist in dem 90-minütigen Dokumentarfilm Fritze mit der Spritze von Markus Mörth, der im Frühjahr 2017 Premiere bei der Diagonale feierte.[8]

Am 20. Oktober 2017 erschien das Studioalbum gibt’s ein Leben vor dem Tod?. Es enthält Beiträge u. a. von Depeche-Mode-Drummer Christian Eigner, Niko Stoessl, I-Wolf und Ex Sofa-Surfer Wolfgang Schloegl, Bukowskis Liveband Bunte Hunde, den Bläsern von Parov Stelar und Ernst Molden.

DiskografieBearbeiten

  • 1977: Ich bin müde (Album)
  • 1978: Herzflimmern (Album)
  • 1980: Sick (Album: mit englischen Texten)
  • 1985: Boris Bukowski (Album: mit „Euer Fritze mit der Spritze“ u. a.)
  • 1987: Intensiv (Album: u. a. mit „Kokain“, „hart und weich zugleich“)
  • 1989: 100 Stunden am Tag (Album: mit Studiomusikern wie Drummer Curt Cress und Bassist Tony Levin)
  • 1991: Ganz stark im Kommen (Album: am Bass Pino Palladino)
  • 1992: Sampler hart und weich zugleich
  • 1993: Gott ist eine Frau (Album)
  • 1999: 6 (Album: mit dem Bukowski sich durch Verwendung von loops neu positioniert)
  • 2000: Best Of (Album: erscheint bei EMI)
  • 2002: striptease (Livealbum)
  • 2005: Bukowski + Freunde (Album)
  • 2017: gibt’s ein Leben vor dem Tod? (Album, Duett mit Ernst Molden "im Namen Gottes Amen")

CharterfolgeBearbeiten

AlbenBearbeiten

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[9][7]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  AT
1987 Intensiv AT12
(14 Wo.)AT
1989 100 Stunden am Tag AT8
 
Gold

(21 Wo.)AT
Verkäufe: + 25.000
1991 Ganz stark im Kommen AT22
(10 Wo.)AT
2017 Gibt’s ein Leben vor dem Tod? AT25
(4 Wo.)AT

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[9][7]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  AT
1988 Kokain
Intensiv
AT18
(6 Wo.)AT
1989 Trag meine Liebe wie einen Mantel
100 Stunden am Tag
AT6
(9 Wo.)AT
1990 Fandango
100 Stunden am Tag
AT10
(10 Wo.)AT
1991 Ich bin müde
Ganz stark im Kommen
AT30
(2 Wo.)AT

Autorenbeteiligungen und ProduktionenBearbeiten

Jahr Titel
Interpret
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[9][7]
(Jahr, Titel, Interpret, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  AT
1987 Romeo und Julia
Carl Peyer
AT5
(8 Wo.)AT
Du bist wie a Wunder
Carl Peyer
AT23
(2 Wo.)AT

FilmografieBearbeiten

  • 1993 spielte Boris Bukowski eine Hauptrolle in Peter Patzaks Spielfilm „Das Glück liegt in Waikiki“.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Boris Bukowski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Boris Bukowski. In: Rockarchiv Steiermark (Verein crew8020_music). Land Steiermark – Amt der Steiermärkischen Landesregierung, (Graz) 2020.
  2. http://www.meinbezirk.at/graz/leute/boris-bukowski-als-graz-noch-schnarchte-d1510097.html
  3. http://www.kleinezeitung.at/s/steiermark/oststeier/4182626/Sommergespraech_Haette-nicht-in-Osterreich-bleiben-sollen
  4. Archivlink (Memento des Originals vom 12. Juni 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/alumni.uni-graz.at
  5. Archivlink (Memento des Originals vom 13. September 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bukowski.at
  6. Das steirische „Woodstock“. ORF, 27. Juni 2019, abgerufen am 10. November 2019.
  7. a b c d Auszeichnungen: AT
  8. Nina Müller: „Fritze mit der Spritze“: Ein Porträt über Boris Bukowski. In: kleinezeitung.at. Kleine Zeitung, 1. April 2017, abgerufen am 23. Mai 2017.
  9. a b c Chartquellen: AT