Bibliothek der Freien

Spezialbibliothek in Berlin

Die Bibliothek der Freien existiert seit Dezember 1993 in Berlin als anarchistische Spezialbibliothek und hat seit August 1996 die zusätzliche Aufgabe, anarchistische, freiheitlich-sozialistische und syndikalistische Literatur zu archivieren.

Bibliothek der Freien
Bibliothek der Freien.png

Gründung 1993
Bibliothekstyp Spezialbibliothek
Ort Berlin Welt-IconKoordinaten: 52° 31′ 43″ N, 13° 25′ 31,4″ O
ISIL DE-B1576
Website www.bibliothekderfreien.de

GeschichteBearbeiten

Unter dem Namen „Barbate“ wurde die heutige Bibliothek der Freien im Dezember 1993 gegründet. Anfangs war sie in einem Raum im anarchistischen Infocafé „El Locco“ in Berlin-Kreuzberg untergebracht. Nach der Schließung des El Locco zog die Bibliothek der Freien im Jahr 2000 ins Haus der Demokratie nach Berlin-Prenzlauer Berg.[1]

 
Die Freien von Friedrich Engels

Der Name bezieht sich auf die Gruppe Die Freien, eine informelle Gruppe liberaler und sozialistischer Intellektueller, der unter anderen Max Stirner und Friedrich Engels angehörten.[1][2] Die Freien bildeten einen Debattier-Klub des „radikal-freiheitlichen Oppositionsgeistes“.[3]

ArchivBearbeiten

Die Bibliothek hat sich zur Aufgabe gestellt, die Geschichte der anarchistischen Ideen – Herrschaftslosigkeit, Basisdemokratie, Selbstorganisation – für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, damit das libertäre Gedankengut für die Gegenwart verwertbar vorliegt. Das Archiv arbeitet mit anderen europäischen Bibliotheken zusammen, insbesondere auf dem Gebiet des Zeitschriften-Archives.

Das Archiv der Bibliothek beherbergt Schriften zur Geschichte des internationalen Anarchismus aus über 100 Jahren. Aus dem Bestand der „Berliner Gesellschaft zum Studium sozialer Fragen“ übernahm die libertäre Bibliothek mehr als 2000 Bücher, über 10.000 Zeitschriften und gehört damit zur umfangreichsten Anarchismus-Sammlung in Deutschland.[4] Sie enthält Publikationen aus unter anderem Spanien, Russland, China, Frankreich, Mexiko. Innerhalb der Bibliothek existiert auch ein freiwirtschaftliches Archiv.[5] Ebenso sind private Archive zugänglich, z. B. von Rudi Dutschke und Kurt Zube, für die Findmittel erarbeitet wurden, die zum Teil im Berliner Karin Kramer Verlag publiziert wurden.

Ähnliche ProjekteBearbeiten

Ähnliche Projekte sind die Archive von unten, die Bibliothek von unten (Wien) das CIRA (Lausanne) und das Archiv für Alternativkultur (Berlin).

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Helge Döhring: „Wichtige anarcho-syndikalistische Materialien“. Interview mit der Bibliothek der Freien. In: Syfo. Forschung & Bewegung. Nr. 2. Edition AV, 2012, ISBN 978-3-86841-072-3, ISSN 2192-6980, S. 6–9.
  • Die libertären Ideen in die Welt tragen! Ein Interview mit der Bibliothek der Freien. In: Gǎidào. Nr. 72, 2016, S. 9–12 (online [PDF]).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Die libertären Ideen in die Welt tragen! Ein Interview mit der Bibliothek der Freien. (PDF) In: Gǎidào. Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen, Dezember 2016, S. 9–12, abgerufen am 2. März 2018.
  2. Vgl. dazu den zeitgenössischen Bericht von Max Stirner in der Leipziger Allgemeinen Zeitung (14. Juli 1842). Nachgedruckt in: Max Stirner: Kleinere Schriften. Herausgegeben von John Henry Mackay. Bernhard Zack, Berlin 1914, S. 132–141;
    Zum politischen und intellektuellen Umfeld der „Freien“ vgl. Wolfgang Eßbach: Die Junghegelianer. Soziologie einer Intellektuellengruppe. Wilhelm Fink, München 1988, ISBN 3-7705-2434-9 (Texte und Studien zu Handlung, Sprache und Lebenswelt 16), (Zugleich: Göttingen, Univ., Fachber. Sozialwiss., Hab.-Schr.), online@1@2Vorlage:Toter Link/dfg-viewer.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. .
  3. aus: Selbstdarstellung der Bibliothek der Freien
  4. Bibliothek der Freien hält anarchistisches Schriftgut bereit. Von Konstanze Schmitt, in: „Berliner Stadtzeitung“, Nr. 8, 2005
  5. Bibliothek der Freien: Katalog des freiwirtschaftlichen Archivs; eingesehen am 15. Juli 2011