Berliner Siegesparade 1945

Berliner Siegesparade 1945. Auf der Tribüne: US-General George S. Patton, Marschall der Sowjetunion Schukow, der britische Generalmajor Brian Robertson und der französische General Pierre Kœnig.

Die Berliner Siegesparade 1945 war eine Militärparade der alliierten Siegermächte in Berlin, der Hauptstadt des besiegten NS-Staates, kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie fand am 7. September 1945 auf der Charlottenburger Chaussee in der Nähe des Brandenburger Tores statt. Teilnehmende Staaten waren die Sowjetunion, die USA, Großbritannien und Frankreich.

GeschichteBearbeiten

 
Sowjetische IS-3-Panzer während der Parade auf der Charlottenburger Chaussee

Der Vorschlag zur gemeinsamen Veranstaltung kam von sowjetischer Seite, im Anschluss an die Moskauer Siegesparade von 1945. Die Parade fand auf der Charlottenburger Chaussee statt, in der Nähe des Brandenburger Tores. Kurz vor dem festgelegten Termin hatten der amerikanische General Dwight D. Eisenhower und der britische Feldmarschall Bernard Montgomery die Einladung abgelehnt und an ihrer Stelle General George S. Patton und Generalmajor Brian Robertson entsandt. Robertson wurde im Mai 1946 stellvertretender Militärgouverneur der britischen Besatzungszone. Kommandant der Parade war der britische Generalmajor Eric Nares, zweiter Kommandant des Britischen Sektors von Berlin. Der Salut erfolgte aus den Kanonen des 3. Regiments der britischen Royal Horse Artillery. Als Vertreter Frankreichs amtierte Pierre Kœnig, Militärgouverneur der französischen Besatzungszone in Deutschland. Als Vertreter der Sowjetunion fungierte Marschall Schukow, der schon am 24. Juni 1945 die Parade auf dem Roten Platz in Moskau abgenommen hatte. General Patton war von seinem sowjetischen Kollegen nicht beeindruckt und beschrieb ihn in einem Brief an seine Frau als medaillenbehangene Operettenfigur.[1]

Insgesamt nahmen etwa 5000 Soldaten an der Parade teil, davon 2000 aus der Sowjetunion. Die Parade wurde von marschierenden Soldaten eröffnet, denen Abordnungen verschiedener Panzerdivisionen folgten, darunter der britischen 7. Panzerdivision, der französischen 1. Panzerdivision und einer Division der sowjetischen 5. Stoßarmee. Des Weiteren marschierten Soldaten der 82. Airborne Division und des 16. Kavallerieregiments der US Army. Die Rote Armee nutzte die Gelegenheit, um den schweren Kampfpanzer IS-3 zu präsentieren, begleitet von 52 Panzern der 2. Garde-Panzerarmee.

In russischen Quellen wurde die Veranstaltung als „Vergessene Parade“ bezeichnet, da sie in westlichen Medien kaum erwähnt wurde. Dies hängt vermutlich auch mit dem Beginn des Kalten Krieges zusammen.

Am 8. Mai 1946, dem ersten Jahrestag der Kapitulation der Wehrmacht, fand eine weitere Militärparade der vier Alliierten statt: die Berliner Siegesparade 1946 stand ebenfalls unter dem Kommando von Eric Nares. Anlass war die Einweihung des Sowjetischen Ehrenmals im Großen Tiergarten.[2]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Geoffrey Roberts: Stalin's General: The Life of Georgy Zhukov. Random House, 2012. S. 235. Online-Teilansicht
  2. Willmuth Arenhövel, Rolf Bothe: Das Brandenburger Tor. 1991, S. 303

Koordinaten: 52° 30′ 59″ N, 13° 22′ 40″ O