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Herzlich Willkommen auf meiner Benutzerseite!

Ich bin hier vor allem für den Fachbereich Geschichte tätig, seit einiger Zeit mit Schwerpunkt Italien und Geschichte Italiens, den Zeitraum von der Spätantike bis zur Gegenwart betreffend. Dabei sind Risorgimento und italienischer Faschismus meine besonderen Interessengebiete, seit einiger Zeit insbesondere die Historiographiegeschichte auf diesem Gebiet. Themen, zu denen ich auf Wikipedia in der Vergangenheit bevorzugt gearbeitet habe, sind die Ägäische Bronzezeit, die Amerikanische Unabhängigkeitsbewegung sowie die Geschichte Europas zwischen Restauration und Revolution bzw. des ganzen 19. Jahrhunderts. Weitere geschichtswissenschaftliche Texte von mir sind hier auf academia.edu (siehe zur Plattform auch Academia.edu) zu finden.

Für Fragen, Kritik oder Anregungen schreibe mir bitte auf der Diskussionsseite.

Unten sind alle Wikipediartikel, an denen ich mit mehr als 15 % Textanteil[1] mitgewirkt habe, aufgelistet.

Inhaltsverzeichnis

Zitate zur WikipediaBearbeiten

„Bei aller Kompetenz, bei allem Engagement, das in der Wikipedia, zumal in der deutschen, versammelt ist, hat sie dennoch ein Manko: Die Anonymität. […] Will oder kann man den Grundsatz der Anonymität nicht aufgeben, wofür es durchaus auch Argumente gibt, so muss man sich über den Preis bewusst sein, den die Wikipedia dafür zu zahlen hat. Mir ist klar, dass sich das Prinzip der kollektiven Autorschaft, auf dem das Projekt basiert, nun einmal schwerlich mit dem wissenschaftlichen Postulat nach einem verantwortlichen Verfasser vereinbaren lässt. Doch solange die Wikipedia keine Lösung für dieses Problem findet, bleibt sie wohl, was sie heute bereits ist – ein äußerst nützliches Werkzeug für Wissenschaftler aller Fachrichtungen und ein relativ zuverlässiger Quell der Information für alle. Kein zitierfähiges Fachlexikon. Solange sie aber nicht versucht, etwas zu werden, was sie nicht sein kann, sondern sich bemüht, noch besser in dem zu werden, was sie ist, gibt es keine Probleme. Denn wahrscheinlich können alle Beteiligten mit dieser Einschränkung sehr gut leben.“

Henning Börm: Demokratische Wissenschaft oder Pöbelherrschaft? Die Alte Geschichte und die Wikipedia[2]

„Während das wissenschaftliche Schreiben zwar die eigentlichen Studien im Forschungsstand kontextualisiert, um zu zeigen, in welchem Kontext sich die jeweilige Studie befindet, steht dann aber die Erarbeitung eines neuen Forschungsstandes im Vordergrund. Ganz anders bei Wikipedia wo die Erarbeitung eines neuen Forschungsstandes gezielt vermieden werden soll [...] und stattdessen eine zusammenfassende Darstellung des gedruckten/publizierten Forschungsstandes angepeilt wird. [...] Trotzdem können Artikel der Wikipedia, egal wie gut sie sind, bisher nicht auf die Publikationslisten der Autoren gesetzt werden. Mehr noch, es kommt zu einer gewissen Angst davor, wissenschaftliche Reputation zu verlieren, wenn man mit Wikipedia in Verbindung gebracht werden könnte. Als wichtigste Argumente für die geringe aktive Beteiligung von Wissenschaftlern am Schreibprozess von Wikipedia-Artikeln bleiben ein begrenztes Zeitkontigent und die Notwendigkeit, Texte zu publizieren, die auf der eigenen Publikationsliste gelistet und zitiert werden können.“

Thomas Wozniak: Wikipedia in Forschung und Lehre. Ein Überblick.[3]

„Einige Artikel sind im Grunde genommen auch – ich würde mal sagen fast Spitzenforschung. Das heißt, sie finden in keinem anderen wissenschaftlichen Werk Informationen zu dem betreffenden Thema von der Tiefe, wie es mittlerweile bei einigen Wikipedia-Artikeln ist.“

„Man darf sich auf gar nichts hundertprozentig verlassen, was man liest, weder im Netz noch auf Papier. Aber genau darum geht es: Wir wollen Medienkompetenz stärken. Bei uns finden Nutzende Quellenbelege und können weiter recherchieren. Die Wikipedia hat jede Vorstellung einer klassischen, gedruckten Enzyklopädie gesprengt. Natürlich ist nicht alles wahr. Aber ich glaube, dass die Seite eine wunderbare erste Anlaufstelle ist.“

Jan Apel: [5]

„Man sollte auf keinen Fall einen Wikipedia-Artikel über jemanden schreiben, den man gut kennt.“

Meine Arbeit in der WikipediaBearbeiten

Bei der Wikipedia bin ich seit 2010 dabei. Während meiner Schuljahre war die Online-Enzyklopädie für mich, der ich mit ihr aufgewachsen bin, bis zur gymnasialen Oberstufe ‚die Bibel‘ schlechthin, insbesondere zu historischen Themen. Gewiss, die Schulbücher oder die historischen Bücher, die in der lokalen Stadtbibliothek, durch käufliches Erwerben, als Geschenk oder durch Zufall in meine Hände gelangten, enthielten bisweilen mehr Information; aber erst während meines Studiums an der Universität, das mir den Zugang zu den wissenschaftlichen Bibliotheken und zur Fachliteratur ermöglichte, habe ich wirklich erkennen können, dass sich die Forschung tatsächlich anderswo abspielt. Seitdem sehe ich das Projekt kritischer, schätze Wikipedia aber nach wie vor, insbesondere, wenn ich mir zu einem Thema einen raschen Überblick verschaffen möchte (siehe zu Vor- und Nachteilen von Wikipedia gegenüber anderer Literatur auch unten). Wikipedia dient mir in diesem Sinne als Laboratorium.

Unmittelbar nach meiner Anmeldung 2010 habe ich einige Artikel zu historischen Themen angelegt und überarbeitet: Die damalige Tätigkeit sehe ich aufgrund damals noch mangelnder Expertise heute kritisch: Gleichwohl denke ich, dass es immer noch besser ist, wenn es hier einen unausgewogenen Artikel zu einem Thema gibt, der nicht den aktuellen Forschungsstand wiedergibt, als wenn es gar keinen gibt; meine frühe Aktivität hier hat denke ich mein Interesse gefördert und sich auch positiv auf mein eigenes wissenschaftliches Arbeiten ausgewirkt, nicht zuletzt durch die Kritik anderer Nutzer und die Belegpflicht. Inzwischen arbeite ich hier vorwiegend in meinen Fachbereichen, d. h. vor allem in der Geschichte Italiens im 5. und 6. Jahrhundert (in diesem Kontext auch zu allgemeineren Themen der Spätantike) sowie im 19. und 20. Jahrhundert: Dabei entstehen auch noch ab und zu neue Artikel, meistens versuche ich jedoch, bereits bestehende, lücken- und / oder fehlerhafte Artikel zu erweitern und zu verbessern. Momentan fehlt aufgrund eigener Projekte vor allem die Zeit, hier Artikel zu schreiben oder erheblich zu erweitern. Wenn ich jedoch hier etwas lese, bemühe ich mich meist, ein kurzes Lektorat durchzuführen. Seine eigenen Änderungen mit einem Mausklick gespeichert zu sehen, bleibt faszinierend, vor allem wenn man dies mit den langen und komplizierten Veröffentlichungsprozeduren in Fachzeitschriften vergleicht. Trotz bestehender Mängel bleibt die Wikipedia meines Erachtens ein äußerst nützliches Hilfsmittel; ich möchte daher weiterhin versuchen, sie qualitativ zu verbessern, sei es auch nur durch Korrektur offensichtlicher inhaltlicher und typographischer Fehler, durch das Hinzufügen elementarer Informationen oder durch Hinweise auf einschlägige Literatur. Für Artikelvorschläge, die ich teils womöglich noch selbst angehen möchte, siehe unten.

Meine Sicht auf die Online-EnzyklopädieBearbeiten

Überlegungen zur Bedeutung von Wikipedia, Wissenspopularisierung, Digitalisierung und GesellschaftBearbeiten

Um die vorliegende Betrachtung über Problematik und Nutzen von Wikipedia einzuleiten, sei die – meines Erachtens im Wikipedia-Kontext passende, wenn auch gewiss nicht ursprünglich in diesem Zusammenhang getroffene – Aussage des kommunistischen Theoretikers Antonio Gramsci zitiert:

„Eine neue Kultur zu schaffen bedeutet nicht nur, individuell ›originelle‹ Entdeckungen zu machen, es bedeutet auch und besonders, bereits entdeckte Wahrheiten kritisch zu verbreiten, sie sozusagen zu ›vergesellschaften‹ und sie dadurch Basis vitaler Handlungen, Element der Koordination und der intellektuellen und moralischen Ordnung werden zu lassen. Dass eine Masse von Menschen dahin gebracht wird, die reale Gegenwart kohärent und auf einheitliche Weise zu denken, ist eine ›philosophische‹ Tatsache, die viel wichtiger und ›origineller‹ ist, als wenn ein philosophisches ›Genie‹ eine neue Wahrheit entdeckt, die Erbhof kleiner Intellektuellengruppen bleibt.“

– Antonio Gramsci: Gefängnishefte, Kritische Gesamtausgabe, Band 1 –10, herausgegeben von Klaus Bochmann, Wolfgang Fritz Haug, Peter Jehle, Argument Verlag Hamburg, Band 6, 1996, S. 1377 (Heft 11, §12)

Trägt Wikipedia dazu bei, dass sich in der modernen oder gar postmodernen Welt „philosophische Tatsachen“ durchsetzen und letztlich „Basis vitaler Handlungen“ werden? Und wäre solch eine Entwicklung überhaupt wünschenswert? In der Tat bietet Wikipedia zu vielen Themen einen schönen Überblick und trägt somit wesentlich zur Popularisierung von Wissen bei.

Der Einfluss der Wikipedia darf heutzutage gewiss nicht unterschätzt werden, zumal ein Großteil der Bevölkerung hierzulande wohl Wikipedia häufig als erste Informationsquelle bei Sachthemen zu Rate zieht. Wikipedia wird weltweit täglich über 32 Millionen Mal aufgerufen.[7] Als die moderne Enzyklopädie hat sie gedruckte Allgemein-Lexika längst verdrängt. In und vor den 1990er-Jahren äußerten zahlreiche kritische Beobachter wie der Philosoph Hans-Georg Gadamer, die noch keinerlei Ahnung von den Auswirkungen des digitalen Zeitalters hatten, Befürchtungen, angesichts des Massenmediums Fernsehen sei die Demokratie in Gefahr – so schrieb Theo Sommer 1994:

„Demokratie ist nach der klassischen Definition ‚government by discussion‘. Sie lebt vom öffentlichen Räsonnieren, vom intelligenten Diskurs. Beides setzt Sachinformation, Tiefenanalyse und ernsthaften Richtungsstreit voraus: Aufklärung, nicht Infotainment, publizistische Prinzipien, nicht bloß Marketing-Strategien, den Willen, Meinung zu bilden, nicht nur den Drang, das Publikum zu unterhalten.“

– Vgl. für dieses und weitere Urteile Petersen, Jens: Zur Situation der Massenmedien in Italien heute, in: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 77 (1997), S. 412–436, hier S. 431 (Digitalisat)

Wikipedia politisch neutral zu halten und insgesamt ausgewogen zu gestalten, halte ich insofern und auch angesichts der zunehmenden Ökonomisierung und Digitalisierung unserer Gesellschaft und unseres Bildungssystems (siehe auch Digital Humanities) für ziemlich wichtig. Denn: Falschinformation ist gefährlich, insbesondere auch für die Demokratie, die zu Recht vielen als ein Gut gilt, das nicht als Selbstverständlichkeit gegeben ist, sondern stets auf Neue erkämpft werden muss.[8]

Dass Wikipedia als Plattform des frei verfügbaren Wissens in heutigen Zeiten als Ausdruck demokratischer Meinungs- und Pressefreiheit gilt, zeigt die Tatsache, dass die Online-Enzyklopädie in der Türkei jüngst gesperrt wurde (siehe Sperrung der Wikipedia in der Türkei seit 2017). Dennoch wäre es naiv, Wikipedia gänzlich unkritisch als Ausdruck einer demokratischen Wissenskultur ohne Schattenseiten zu sehen, denn Lobbyismus wirkt auch hier teils genauso wie fast überall anderswo.[9]

Schade ist es in Anbetracht dessen, dass die Zahl der aktiven Mitarbeiter wie Nutzer in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen hat. Gleichwohl ist es auch verständlich, dass jemand über mehrere Jahre lang angelesenes Wissen lieber unter seinem eigenen Namen publiziert als auf Wikipedia; insbesondere bin ich der Meinung, dass das Vorhandensein von Print-Publikationen und Qualitätssicherungsmechanismen wie Redaktion und Peer-Review-Verfahren im Wissenschafts- und Zeitungsbetrieb unserer digitalisierten und hochspezialisierten Welt beizubehalten sind: In unserer „expositorischen Gesellschaft“ (Bernard Harcourt) und zu Zeiten, in denen vor allem in den Geisteswissenschaften eine Publikationsflut herrscht und jeder sein book on demand herausgeben kann, erscheint mir traditionelle Qualitätssicherung wichtiger denn je.

Kritische Überlegungen zum Verhältnis von Wikipedia und GeschichtswissenschaftBearbeiten

Eine thematische Einführung zu bieten, sollte meines Erachtens der primäre Zweck der Online-Enzyklopädie bleiben; sie sollte sich nicht – und kann dies angesichts der Tatsache, dass sie auf der Mitarbeit Freiwilliger beruht, auch nicht – an Forschungsliteratur messen: Ausgewogene Überblicksartikel zu schreiben ist gleichwohl keineswegs einfach und erfordert ganz andere Fähigkeiten. Bei manchem exzellenten oder lesenswerten Artikel geht die Qualität und Tiefe auch bei Weitem über eine Einführung hinaus. Überhaupt ist der hier so oft zitierte Standpunkt Wikipedia:Keine Theoriefindung letztlich problematisch, denn wo beginnt die eigenständige Autorenleistung? Eine Forschungskontroverse überhaupt zu erkennen und die verschiedenen Standpunkte darzustellen, wie es in manchen Wikipedia-Artikeln durchaus auf hohem Niveau gelingt, mag zwar nicht unbedingt eine eigenständige Forschungsleistung darstellen, ist aber zweifelsohne eine selbständige Denkleistung.[10] Als solche wäre sie auch zitierwürdig (siehe zum Zitationsproblem unten).

Trotz allem sollte man sich stets der Risiken bei der Benutzung von Wikipedia bewusst sein: Die Qualität der Enzyklopädie kann von Artikel zu Artikel extrem variieren; zudem scheint mir diese auch von den einzelnen Themenbereichen abzuhängen: Während beispielsweise die Spätantike aus meiner Sicht insgesamt recht gut aufgestellt ist, gilt das für die Geschichte Italiens im 19./20. Jahrhundert überhaupt nicht – hier sind Grundlagenartikel völlig unausgewogen, komplett lückenhaft, teilweise auch fehlerbehaftet, weshalb ich hier großen Handlungsbedarf sehe. Zwar geben auch Titel der gedruckten Studienliteratur nicht immer den aktuellen Forschungsstand wieder, und die meisten wissenschaftlichen Arbeiten enthalten wohl den einen oder anderen Fehler, doch können Rezensionen dabei helfen, die Qualität eines gedruckten Buchs bereits vor der Lektüre einzuschätzen. Was in einer renommierten wissenschaftlichen Reihe erscheint, ist in der Regel auch kein Unfug. Vor der Lektüre die Qualität eines Wikipediaartikels einzuschätzen, ist schwieriger: Hier sind die Qualitätssiegel „lesenswert“ und „exzellent“ bei jüngeren Artikeln zwar recht aussagekräftig, für ältere ist dies das meiner Erfahrung nach aber leider oft nicht mehr gegeben. Bei allem Engagement von Einzelautoren und Fachportalen gibt es hier keine Redaktion im traditionellen Sinn, die eine stete Qualitätssicherung garantiert (leider sind im Zuge des Niedergangs des Lektorats- und Verlagswesens ähnliche Entwicklungen jedoch auch bei vielen wissenschaftlichen Monographien zu beklagen). Welche Literatur verwendet wurde und welche nicht, hängt hier ganz oft von subjektiven Faktoren und auch von Sprachbarrieren ab (letzteres kann sich ein seriöser Wissenschaftler nicht leisten, es gehört zu seinem Job, die verfügbare Literatur zu sichten, die relevanten Sprachen hat er zu beherrschen). Da insbesondere in der Geschichtswissenschaft Kontroversen keine Seltenheit sind, wäre es vor allem auf Wikipedia wichtig, bei einem Thema diverse Standpunkte zu kennen und diese ohne Wertung wiederzugeben – was aber eine hohe Sachkenntnis und zugleich Neutralität erfordert. Ebenso bleibt mir unverständlich, warum bisweilen Hinz und Kunz einen Wikipediaartikel haben und hier vielerorts zitiert werden, was deren Zitationsquote vermutlich auch in der Fachwelt noch in die Höhe treibt, mancher verdiente Historiker dagegen nicht.

Sollte man Wikipedia somit als Ausdruck einer „Pöbelherrschaft“ ablehnen und sich erst recht nicht am Projekt beteiligen? Solch radikale Ansichten würden wohl nur erzkonservative Autoren teilen. Dass Wikipedia nützlich ist und auch von vielen Intellektuellen verwendet wird, wird kaum jemand bestreiten (siehe dazu auch unten). Die Zeiten, in denen es das Vorrecht ausgebildeter Redakteure und Fachleute war, sich zu einem Thema fundiert zu äußern, sind ein und alle mal vorbei; es hilft nichts, ihnen nachzutrauern. Die Uhr lässt sich nicht zurückdrehen: Es ist Fakt, dass heute jeder in den sozialen Medien seinem persönlichen Ärger freie Luft machen und dort unqualifizierte Kommentare zu politischen Themen beisteuern kann; die Diskussion dort beschränkt sich in vielen Fällen auf emotionale Äußerungen, Witzereißen und persönliche Beleidigungen; für fundierte Argumente ist die Kommentarfunktion kaum geeignet, und die Zahl der Likes hängt gewiss nicht von der Qualität eines Beitrages ab. So leid es mir tut, die Vision Gramscis von einer kohärent und intelligent handelnden und denkenden „Masse“ hat sich angesichts dieser Entwicklungen als reine Illusion erwiesen; treffender erscheinen Erich Kästners Worte über Die Grenzen der Aufklärung: „Ob Sonnenschein, ob Sterngefunkel:/ Im Tunnel bleibt es immer dunkel.“ Wir diese Gesellschaft im Spannungsfeld von Freiheit und Überforderung in zwei Klassen auseinanderdriften?

Glücklicherweise sind im Vergleich zu Facebook, Twitter und co. die Qualitätsstandards hier zweifelsohne hoch. Die Herausforderung des digitalen Zeitalters gilt es daher anzunehmen, die Einflussnahme auf die Öffentlichkeit, die im Internet erfolgt, nicht den Meinungsmachern zu überlassen: Aus all diesen Gründen wäre es erwünscht, wenn gerade auch Fachleute daran mitwirken, die Wikipedia wenigstens so zu gestalten, dass sie keine groben Fehler enthält und immerhin die wichtigsten Informationen zu einem Thema bietet. Insbesondere von raschen Weblinks und Literaturhinweisen können Wissenschaftler schließlich auch selbst bei ihrer Arbeit ungemein profitieren – warum also nicht ein bisschen etwas zurückgeben?

Ich halte es für wichtig, als Autor hier auf einen guten und möglichst allgemein verständlichen sprachlichen Stil zu achten (gleichwohl bin ich ein entschiedener Gegner einer allzu starken Parataxe, wie sie hier manchmal anzutreffen ist). Zugleich muss die Nachprüfbarkeit der eigenen Aussagen durch Anmerkungsapparat und Literaturverzeichnis gewährleistet sein, die beide insbesondere für den wissenschaftlichen Leser höchst nützlich sein können (siehe auch Wikipedia:Belege und Hilfe:Einzelnachweise).

Wikipedia, Forschungsliteratur und das ZitationsproblemBearbeiten

Wikipedia wird (obgleich es auch Befürworter des Projekts gibt) häufig insbesondere in der universitären Welt kritisiert, oftmals meines Erachtens zu Unrecht, da viele im Geheimen auf sie zurückgreifen und nach außen hin ihre Missachtung der Enzyklopädie zum Ausdruck geben. Dass Wikipedia vor allem als Einführung in ein Thema nützlich sein kann, wird niemand bestreiten: Vor allem das System der Wikilinks ist höchst praktisch und stellt einen Vorzug gegenüber gedruckten Enzyklopädien dar. Wenngleich Wikipedia klassischen Allgemeinenzyklopädien gewiss überlegen ist, kommt die Qualität meines Erachtens in den meisten Fällen an Fachlexika (wie etwa den Dizionario Biografico degli Italiani) nicht heran. Wikipedia gilt in der Regel zu Recht als nicht zitabel, zumal das Projekt mit dem wissenschaftlichen Anspruch eines Verfassers, der für seine Publikation verantwortlich ist, nicht vereinbar ist; dennoch halte ich es durchaus für legitim, die Online-Enzyklopädie als Einführung und Hilfsmittel zu verwenden.[11] Gleichwohl gibt es Vorschläge von Wissenschaftlern, wie man gewisse qualitativ hochwertige Artikel, für die bestimmte Voraussetzungen gelten, zitieren könnte.[12] Auf diese Weise könnte das Problem, für das der Verlag C.H. Beck im Rahmen eines Plagiatvorwurfs das Diktum „Jeder benutzt sie, keiner zitiert sie“[13] prägte, gelöst werden. Der Justiziar und Lektoratsleiter beim Verlag C.H. Beck Bernhard von Becker erklärte, „dass das Abschreiben urheberrechtlich nicht geschützter Inhalte kein Plagiat sei – zumindest im urheberrechtlichen Sinne. Sprich: Wer Wikipedia-Passagen ohne Quellenangabe übernimmt, plagiiert nicht (dass es wissenschaftlich natürlich nicht tolerabel sei, aus Wikipedia abzuschreiben, verstehe sich von selbst, fügte von Becker an).“[14] Angesichts dessen erscheint der Zitiervorschlag durchaus nicht ganz unberechtigt – ich bezweifle jedoch, dass sich das durchsetzen wird, da die Voraussetzungen zu kompliziert sind, und dennoch wird mit Recht auf problematische Fälle verwiesen, was Abschreiben aus der Wikipedia betrifft: Vgl. etwa

  • Olaf B. Rader (ohne diesen Historiker an den Pranger zu stellen, allzu krass scheint der Fall letztlich nicht gewesen zu sein, dennoch scheint so etwas angesichts von Guttenberg und co. immer mehr um sich zu greifen)

Vergleiche für weitere Literatur zu Wikipedia und Geschichtswissenschaft auch die in der am Ende dieses Satzes angebrachte Fußnote.[15]

Von mir mitbearbeitete WikipediaartikelBearbeiten

alle Beiträge siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Pascal_Oswald

Neu angelegte ArtikelBearbeiten

Übersetzungen aus der italienischen WikipediaBearbeiten

Die inhaltliche Korrektheit dieser meiner Bearbeitungen möchte ich nicht unbedingt garantieren und daher diesbezüglich keine Verantwortung übernehmen:

Hauptautor (mehr als 50% Textanteil)Bearbeiten

  • Frühhelladikum (die erste Phase der Bronzezeit auf dem griechischen Festland)
  • Jens Petersen (Historiker) (deutscher Zeithistoriker mit Schwerpunkt italienische Geschichte des 19./20. Jh.s) [Hauptautor gemeinsam mit einem weiteren Benutzer, siehe Versionsgeschichte]

Stark bearbeitete und erweiterte Artikel (mehr als 35% Textanteil)Bearbeiten

  • Amerikanische Revolution (Unabhängigkeitsbewegung der Vereinigten Staaten im 18. Jh., die nach einem Krieg zur Loslösung vom Mutterland Großbritannien führte)
  • Augsburger Reichs- und Religionsfrieden (Friedenswerk von 1555 im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, das erstmals die reichsrechtliche Stellung der protestantischen Reichsstände wirklich klärte)
  • Francesco Granacci (Künstler der italienischen Renaissance)
  • Gebrüder Bandiera (italienische Freiheitskämpfer des Risorgimento)
  • Giovine Italia (radikaldemokratische, von Giuseppe Mazzini gegründete Vereinigung im Risorgimento, die die Schaffung eines italienischen Nationalstaats in Form einer unabhängigen, geeinten Republik zum Ziel hatte)
  • Helladische Periode (Bronzezeit auf dem griechischen Festland)
  • Istituto storico italo-germanico (deutsch-italienisches historisches Forschungsinstitut in Trient)
  • Landwirtschaftliche Revolution (Umwälzung bisher bestehender landwirtschaftlicher Strukturen, im engeren Sinne die der Industrialisierung vorhergehende Agrarrevolution des 18. Jh.s in Europa)
  • Mittelhelladikum (die zweite Phase der Bronzezeit auf dem griechischen Festland)
  • Piemont (westlichste, weitgehend unbekannte, jedoch landschaftlich wie kulturell höchst interessante Region Italiens)
  • Torre Pellice (Waldensergemeinde in den Cottischen Alpen im westlichen Piemont, Metropolregion Turin)
  • Val Pellice (eines der drei sogenannten Waldensertäler in den Cottischen Alpen im westlichen Piemont)

Erweiterte Artikel (mehr als 15% Textanteil)Bearbeiten

  • Agía Photia (archäologische Stätte aus minoischer Zeit auf Kreta)
  • Angrogna (Waldensergemeinde und -tal in den Cottischen Alpen im Westpiemont, Metropolregion Turin)
  • Colle delle Traversette (Pass in der Nähe des Monviso, möglicher Ort der Alpenüberquerung Hannibals)
  • Entelechie (philosophischer Fachbegriff, von Aristoteles geprägt)
  • Hans Woller (deutscher Zeithistoriker, der mit vielen Arbeiten zur Geschichte Italiens im 20. Jh. in Erscheinung getreten ist)
  • Kenenisa Bekele (äthiopischer Langstreckenläufer, Inhaber der Weltrekorde über 5.000 und 10.000 Meter)
  • Konföderationsartikel (verfassungsrechtliche Grundlage der Vereinigten Staaten und Vorläufer der amerikanischen Verfassung von 1787)
  • Lutz Klinkhammer (deutscher Zeithistoriker, Referent für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts am Deutschen Historischen Institut in Rom)
  • Michele Sarfatti (italienischer Historiker, der sich primär mit der Geschichte der Juden im italienischen Faschismus beschäftigt)
  • Minoische Keramik (Keramik der bronzezeitlichen Kultur Kretas)
  • Minoische Kultur   (bronzezeitliche Kultur Kretas)
  • Monte Vandalino (Berg in der Val Pellice im westlichen Piemont)
  • Monviso (höchster und weithin sichtbarer Berg der Cottischen Alpen)
  • Renzo De Felice (einflussreicher italienischer Faschismus-Forscher)
  • Resistenza (italienische Widerstandsbewegung im Zweiten Weltkrieg)
  • Rudolf Lill (Neuzeithistoriker mit Italien-Schwerpunkt)
  • Thomas Nipperdey (deutscher Historiker, vor allem bekannt für seine dreibändige deutsche Geschichte 1800–1918)
  • Vormärz (Epoche vor den Revolutionen von 1848/49 im Deutschen Bund)
  • Wiener Oktoberaufstand 1848 (Teil der 1848er-Revolution im Habsburgerreich)

To do: Arbeitsbedarf bei WikipediartikelnBearbeiten

Zu überarbeiten: Artikel mit größeren und kleineren MängelnBearbeiten

Die folgende Liste enthält mir persönlich besonders wichtige Artikel, die ich in der Wikipedia angetroffen habe und die meiner Meinung nach einer ganzen oder Teilüberarbeitung bedürfen. Näheres ist bei dem betreffenden Artikel vermerkt. An den mit (*) gekennzeichnete Artikel versuche ich zur Zeit, selbst weiterzuarbeiten.

Zu erstellen: Vorschläge für neue ArtikelBearbeiten

Vor allem im Bereich der italienischen Kultur und Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts könnte man sich hier noch austoben – Artikel, die ich in besonderem Maße für enzyklopädisch relevant halte, sind dabei mit (*) gekennzeichnet:

Interessante Auswertungsseiten zur WikipediaBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Der Stand der Prozentangaben kann natürlich teilweise veraltet sein.
  2. Börm, Henning: Demokratische Wissenschaft oder Pöbelherrschaft? Die Alte Geschichte und die Wikipedia, in: https://uni-konstanz.academia.edu/HenningBörm, aufgerufen am 19. Juli 2016, S. 11.
  3. Wozniak, Thomas: Wikipedia in Forschung und Lehre. Ein Überblick. In: Ders. / Nemitz, Jürgen / Rohwedder, Uwe (Hrsg.): Wikipedia und Geschichtswissenschaft, Berlin 2015, aufgerufen am 19. Juli 2016, S. 33–52, hier S.38.
  4. Röther, Christian: Ein Professor als Wikipedia-Autor. In: Deutschlandfunk.de, 5. Februar 2019, abgerufen am 19. Februar 2019.
  5. "Die einen halten uns für 'linksgrün versifft', andere wittern einen Rechtsruck". In: Süddeutsche Zeitung, 8. Mai 2019.
  6. Geschlechterungleichheit bei Wikipedia. "Wir müssen brillante Frauen feiern". In: Süddeutsche Zeitung, 22. Oktober 2018.
  7. Geschlechterungleichheit bei Wikipedia. "Wir müssen brillante Frauen feiern". In: Süddeutsche Zeitung, 22. Oktober 2018.
  8. Vgl. etwa kürzlich das Diktum Angela Merkels: „Jede Generation muss wieder für Demokratie kämpfen.“ Zit. n.: Jede Generation muss wieder für Demokratie kämpfen. In: Die Zeit, 6. Februar 2019.
  9. Siehe etwa Adrian Lobe: Manipulation in der Enzyklopädie. Gekaufte Wahrheiten auf Wikipedia. In: Süddeutsche Zeitung, 25. Juni 2019; Marco Tonelli: Modifiche e falsi storici, ecco come l’estrema destra italiana inquina le pagine di Wikipedia. In: La Stampa, 13. märz 2017.
  10. Vgl. für Kritik an „Wikipedia:Keine Theoriefindung“ auch Wozniak, Thomas: Wikipedia in Forschung und Lehre. Ein Überblick. In: Ders. / Nemitz, Jürgen / Rohwedder, Uwe (Hrsg.): Wikipedia und Geschichtswissenschaft, Berlin 2015, S. 33–52, hier S. 39–41.
  11. So auch der Grundtenor von Börm, Henning: Demokratische Wissenschaft oder Pöbelherrschaft? Die Alte Geschichte und die Wikipedia, in: https://uni-konstanz.academia.edu/HenningBörm, aufgerufen am 19. Juli 2016.
  12. Vgl. dazu Wozniak, Thomas: Wikipedia in Forschung und Lehre. Ein Überblick. In: Ders. / Nemitz, Jürgen / Rohwedder, Uwe (Hrsg.): Wikipedia und Geschichtswissenschaft, Berlin 2015, aufgerufen am 19. Juli 2016, S. 33–52, hier S. 46–51.
  13. Zit. n. ebd., S. 37.
  14. Zit. n. ebd., S. 47.
  15. Wozniak, Thomas / Nemitz, Jürgen / Rohwedder, Uwe (Hrsg.): Wikipedia und Geschichtswissenschaft, Berlin 2015 (mit mehrerern interessanten Beiträgen, frei zugänglich); Börm, Henning: Demokratische Wissenschaft oder Pöbelherrschaft? Die Alte Geschichte und die Wikipedia, in: https://uni-konstanz.academia.edu/HenningBörm, aufgerufen am 19. Juli 2016. Siehe auch die Veranstaltung Wikipedia:Wikipedia trifft Altertum mit zahlreichen Vorträgen – ein Sammelband scheint sich im Druck zu befinden.