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Belagerung von Poltawa
Datum 8. April – 8. Juli 1709
Ort Poltawa, Ukraine
Ausgang Abbruch der Belagerung
Konfliktparteien

SchwedenSchweden (Kriegsflagge) Schweden
Flag of the Cossack Hetmanat.svg Saporoger Kosaken

Russland Zarentum 1699Zarentum Russland Russland
Flag of the Cossack Hetmanat.svg Saporoger Kosaken

Befehlshaber

Karl XII.
Carl Gustaf Rehnskiöld
Adam Ludwig Lewenhaupt
Carl Gustaf Roos
Iwan Masepa

Oberst Alexei Stepanowitsch Kelin

Truppenstärke
8000 Mann 6000 Mann

Die Belagerung von Poltawa durch ein 8000 Mann starkes schwedisches Kontingent der Hauptarmee Karls XII. im Russlandfeldzug erfolgte vom 6. April 1709 bis zur Schlacht bei Poltawa am 8. Juli 1709. Die Belagerung der Festung Poltawa endete mit dem Abzug der schwedischen Belagerer.

VorgeschichteBearbeiten

Seit Ende Februar 1709 stand die schwedische Hauptarmee zwischen dem Psjol und der Worskla, den nördlichen Nebenflüssen des Dnepr, mit dem Hauptquartier in Budischtschi nördlich der Festung Poltawa. Poltawa liegt am Fluss Worskla etwa 300 Kilometer ostsüdöstlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew und etwa 100 Kilometer südlich der russischen Grenze.

Die strategische Initiative lag inzwischen in den Händen der Russen. Karls Angriffe auf mehrere Feste Orte in der Ukraine im Winter, zum Beispiel die Erstürmung von Weprik, bei der mehr als Tausend Schweden fielen, zeigten seine Ratlosigkeit und das Fehlen eines konkreten Plans auf. Auch seine Entscheidung zur Belagerung Poltawas folgte nicht aus strategischem Kalkül, sondern aufgrund fehlender Handlungsmöglichkeiten. Ein Vormarsch nach Moskau war unmöglich, ein Rückzug nach Polen durch die russische Hauptarmee blockiert. Die eigenen Kräfte waren durch die rücksichtslose Kriegsführung im Winter, bei der Tausende Schweden erfroren, stark geschwächt. Die Erhebung der Kosaken, das Ziel der Schweden in der Ukraine, war ebenso im Ansatz gescheitert. Ein Angriff des Osmanischen Reichs war zu dem Zeitpunkt ebenso nicht erfolgt. Peters Armee war dagegen intakt und mit frischen Kräften verstärkt worden und wartete den entscheidenden Moment ab.

VerlaufBearbeiten

Belagerung von Poltawa
Lage des Schlachtfeldes

Nach dem Jahrtausendwinter begann die schwedische Armee mit den Kontingenten Iwan Masepas am 6. April 1709 mit der Belagerung der Festung Poltawa. Die Stadt Poltawa war mit Erdwällen und Palisaden befestigt und stand unter Oberbefehl von Oberst Alexei Stepanowitsch Kelin. Dieser hatte zuvor über Jahre hinweg in schwedischer Kriegsgefangenschaft verbracht und war entsprechend negativ gegen die Schweden eingestellt. Die Garnison bestand aus 4000 russischen Soldaten und wurde von 2000 Soldaten der Kosakenarmee und weiteren 2500 Einwohnern bei der Verteidigung unterstützt. Die Festung diente als Depot der russischen Armee und verfügte über ein großes Materiallager, so dass die Verteidiger über Monate hinweg versorgt waren. Die Festung wurde im Vorfeld von den Verteidigern in Stand gesetzt und ausgebessert.

Bei den Schweden machte sich der Mangel an Versorgungsgütern bemerkbar. Es fehlte neben Nahrungsmitteln an Schießpulver für Kanonen und Musketen. Die Belagerung wurde von den Schweden auch nur halbherzig geführt. Die Schweden konzentrierten sich darauf die Blockade aufrechtzuerhalten und die Festung periodisch zu beschießen. Es erfolgten dennoch mehrere Angriffe mit Teilkräften auf die Bastionen der Festung. Diese konnten von den Belagerten unter Aufbietung aller vorhandenen Kräfte abgewehrt werden. Mehrere schwedische Kapitulationsangebote wurden von den Verteidigern abgelehnt.

Die russische Hauptarmee nahte in der Zwischenzeit und erbaute Verteidigungsstellungen fünf Kilometer vor Poltawa. Dort wurde sie vom schwedischen Hauptheer am 8. Juli 1709 angegriffen. Die Schweden erlitten dabei eine vernichtende Niederlage.

FolgenBearbeiten

Nach der Schlacht von Poltawa brachen die Schweden die Belagerung ab. Die Reste der Schwedischen Armee zogen sich nach Süden zum Fluss Dnjepr zurück und wurden dort gefangen genommen.

LiteraturBearbeiten

  • Peter Hoffmann: Peter der Grosse als Militärreformer und Feldherr, Peter Lang, 2010