Balthasar Brusch

böhmischer Buchbinder und Buchhändler

Balthasar Brusch (* 24. Juni 1512 in Eger, Böhmen; † 4. April 1589 ebenda) war ein Buchbinder und Buchhändler sowie Verfasser einer Chronik der Stadt Eger (Cheb) und der Egerer Familie der Bruschen.

LebenBearbeiten

Balthasar Brusch, der Sohn des Schuhmachers Thomas Peisser (1486–1551) und dessen Ehefrau Magdalena Bragner, war ursprünglich Schuhmachermeister. Er erhielt in der Lutherstadt Wittenberg eine Ausbildung zum Buchbinder und wurde nach seiner Rückkehr in seine Geburtsstadt Eger in Böhmen Inhaber einer Buchbinderei, einer Buchhandlung und war Initiator von Festspielen mit religiösen Themen. Er begann eine Chronik etlicher alten und neuen Geschichten mit Ereignissen von 1134 bis 1622 und in Eger passierten. Dieses ist eine Familienchronik (Genealogie) der Bruschen und wird im Archiv der Stadt Cheb aufbewahrt.

FamilieBearbeiten

Balthasar Brusch hatte aus der zweiten Ehe mit Anna Sackh (1532–1590) aus Plauen acht Kinder, von denen zwei Söhne (Abraham und Esaias Brusch) die Familienchronik des Vaters niederschrieben. Balthasar Brusch war Vetter des Humanisten Kaspar Brusch.

LiteraturBearbeiten

  • Deutsches Geschlechterbuch – Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien. Band 207 (56.Allgemeiner Band) C.A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1998, ISBN 3-7980-0207-X, Stammfolge Brusch, Bruscha, Bruschius, Brusch von Neiberg, Brusch Edle von Bruschen aus Eger in Böhmen vormals Peisser aus Ingolstadt in Bayern, S. 1–54; Balthasar Brusch, S. 37–38; Kaspar Bruschius, S. 15–17; Nikolaus Peysser (Abt Nikolaus IV. der Abtei Waldsassen), S. 12–13; Johann Brusch von Neiberg, S. 45–47
  • Vinzenz Pröckl: Geschichte der Stadt Eger und des Egerlandes. 2. Auflage. Prag/Eger 1877, Nikolaus Peysser aus Eger als Nikolaus IV. 28. Abt der Zistersienserabtei Waldsassen in der Oberpfalz, S. 390–391.
  • Karl Siegl: Zur Geschichte der Egerer Familie Brusch mit besonderer Berücksichtigung des Humanisten Kaspar Brusch und seines Vetters Balthasar Brusch. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen. Band 69, Prag 1931, S. 196 ff.