Bahnstrecke Yevlax–Xankəndi

gehört zum Netz der Aserbaidschan Demir Yollari (ADY), der Staatsbahn von Aserbaidschan
Yevlax–Xankəndi
Streckenlänge:105 km
Spurweite:1524 mm (Russische Spur)
Bahnstrecke Poti–Baku von Baku
0 Yevlax
Bahnstrecke Poti–Baku nach Georgien
Zweite Bahnstrecke nach Xankəndi
Qaraməmmədli
32 Bərdə
Köçarli
Qaymaq
50 Təzəkənd
Bașqarvend
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Karadağlə (Bergwerk)
78 Ağdam
Aserbaidschan / Republik Arzach
85 Așağa-Kișbaq
92 Askeran
99 Xocalı (Chodschali)
105 Xankəndi (Stepanakert)

Quellen: Robinson, Taf. 49, 59; Open railway map

Die Bahnstrecke Yevlax–Xankəndi gehört zum Netz der Aserbaidschanischen Eisenbahn (ADY), der Staatsbahn von Aserbaidschan. Sie ist heute nur noch in ihrem nördlichen Abschnitt in Betrieb.

Geografische LageBearbeiten

Die Strecke ist eine Stichstrecke und zweigt im Bahnhof von Yevlax in südlicher Richtung von der Bahnstrecke Poti–Baku ab. Zwischen den ehemaligen Bahnhöfen Ağdam und Așağa-Kișbaq quert die Strecke die Waffenstillstandslinie zwischen Aserbaidschan und der international nicht anerkannten Republik Arzach.[1]

GeschichteBearbeiten

Eine erste Eisenbahn in dieser Verbindung soll eine Schmalspurbahn in der Spurweite von 914 mm gewesen sein, die von Yevlax nach Şuşa führte. Deren Bau begann kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die Quellenlage dazu, ob und wenn ja wie weit sie wann in Betrieb ging ist aufgrund des Krieges und der folgenden Oktoberrevolution unklar.[2]

1942 oder 1962 ging die Strecke zwischen Yevlax und Bərdə in russischer Breitspur in Betrieb. Ob es sich dabei um einen kompletten Neubau handelte oder die Schmalspurstrecke umgespurt wurde, ist ebenfalls unklar.[3] Der Abschnitt Bərdə–Ağdam folgte 1967, die Verlängerung bis Xankəndi 1978.[4]

Der Abschnitt zwischen Ağdam und Xankəndi wurde 1990 der russischen Armee unterstellt und mit dem Beginn kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Armenien und Aserbaidschan der Verkehr hier im März 1992 eingestellt.[5] In Folge der armenischen Besetzung von Ağdam 1993 wurde auch der Verkehr zwischen Köçarli (südlich von Bərdə) und Ağdam aufgegeben.[6]

Nach dem Krieg um Bergkarabach 2020 erhielt Aserbaidschan die Kontrolle über Ağdam im November zurück. Seit Dezember 2020 ertüchtigt die ADY die Strecke zwischen Bərdə und Ağdam mit dem Ziel, den Betrieb dort wieder aufzunehmen. Dazu sind zwei Bauabschnitte gebildet. Bahnhöfe und Strecke müssen überwiegend neu errichtet werden. Insgesamt ist der Bau von 127 Ingenieurbauwerken erforderlich, darunter drei Brücken und 23 niveaugleiche Bahnübergänge. Bahnhöfe sollen Küçarli, Təzəkənd und Ağdam erhalten und auch der Bahnhof von Bərdə wird neu gebaut. Die Arbeiten sollen 2023 abgeschlossen werden.[7]

InfrastrukturBearbeiten

Die Bahnstrecke ist in der in Aserbaidschan üblichen russischen Breitspur von 1524 mm ausgeführt, eingleisig und nicht elektrifiziert.[8]

LiteraturBearbeiten

  • Neil Robinson: World Rail Atlas. Bd. 8: The Middle East and Caucasus. 2006. ISBN 954-12-0128-8

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Robinson, Tafel 59
  2. Robinson, S. 10, Anm. 2
  3. Robinson, S. 9 u. 10, Anm. 2
  4. Robinson, S. 8
  5. Robinson, S. 8, 10, Anm. 1
  6. Robinson, Tafel 49
  7. News of Azerbaijani Railways. In: OSJD Bulletin 1–2/2022, S. 50–52 (51f)
  8. Robinson, S. 8f, Tafel 49, 59