BINAP

enantioselektiver Diphosphinligand

BINAP [2,2′-Bis(diphenylphosphino)-1,1′-binaphthyl] ist ein bidentater Diphosphinligand mit axialer Chiralität, dessen reines (R)- oder (S)-Enantiomer in einer Vielzahl Übergangsmetall-katalysierter Reaktionen, speziell asymmetrische Hydrierungen, außergewöhnliche Eigenschaften bezüglich Enantioselektivität und Aktivität zeigt. Erstmals wurde BINAP 1980 von Noyori et al. vorgestellt.[3] Bis dato ist BINAP einer der wenigen Liganden, die industrielle Bedeutung besitzen, z. B. im Takasago-Menthol-Prozess.[4]

Strukturformel
BINAP Enantiomers Structural Formulae V.1.svg
(R)-BINAP (links) und (S)-BINAP (rechts)
Allgemeines
Name BINAP
Andere Namen
  • (S)-(−)-2,2′-Bis(diphenylphosphino)-1,1′-binaphthyl
  • (R)-(+)-2,2′-Bis(diphenylphosphino)-1,1′-binaphthyl
  • (RS)-(±)-2,2′-Bis(diphenylphosphino)-1,1′-binaphthyl
  • rac-(±)-2,2′-Bis(diphenylphosphino)-1,1′-binaphthyl
Summenformel C44H32P2
Kurzbeschreibung

Weißer Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 619-338-0
ECHA-InfoCard 100.114.880
PubChem 634876
Wikidata Q795991
Eigenschaften
Molare Masse 622,67 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

239–241 °C [(S)-Enantiomer][2]

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​302+352​‐​305+351+338 [2]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Hergestellt wird BINAP aus BINOL durch Umsetzung mit Bromtriphenylphosphoniumbromid zur entsprechenden Dibromverbindung und anschließende Umsetzung mit Magnesium zu einem Di-Grignard-Reagenz, welches schließlich mit ClPPh2 zu BINAP reagiert.[5]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Datenblatt BINAP bei Acros, abgerufen am 25. Dezember 2019.
  2. a b c d Datenblatt (S)-(-)-2,2'-Bis(diphenylphosphino)-1,1'-binaphthyl, 97% Vorlage:Linktext-Check/Apostroph bei AlfaAesar, abgerufen am 7. Dezember 2019 (PDF) (JavaScript erforderlich).
  3. A. Miyashita, A. Yasuda, H. Takaya, K. Toriumi, T. Ito, T. Souchi, R. Noyori, J. Am. Chem. Soc. 102, 1980, S. 7932–7934.
  4. Russell E. Malz: Catalysis of organic reactions. Marcel Dekker New York 1996, ISBN 0-8247-9807-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche), S. 147.
  5. Reinhard Brückner: Reaktionsmechanismen, 1. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin 1996, S. 194–195, 185–186.