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Aveline de Forz, Countess of Aumale (auch Aveline, Countess of Leicester) (* 20. Januar 1259 in Burtwick, Yorkshire; † 10. November 1274 in Stockwell, Surrey) war eine englische Adlige. Nach ihrem Tod sicherte sich König Eduard I. ihr Erbe, was als einer der Fälle gilt, in denen der König das Erbrecht manipulierte.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Leben

Aveline de Forz war eine Tochter von William de Forz und dessen Frau Isabel de Redvers. Ihr Vater war als Lord of Holderness ein einflussreicher nordenglischer Magnat. Er starb 1260, und nach dem Tod ihrer Geschwister wurde sie 1269 alleinige Erbin der Besitzungen ihres Vaters. Ihre Mutter, die von den Besitzungen ihres Vaters ein umfangreiches Wittum erhielt, war selbst eine reiche Erbin und hatte Anspruch auf den Titel Countess of Devon. Aveline wurde am 8. April 1269 in der Westminster Abbey mit Edmund, Earl of Leicester, einem jüngeren Sohn von König Heinrich III. und dessen Frau Eleonore von der Provence verheiratet. Durch die Heirat erhielt sie den Höflichkeitstitel Countess of Leicester. Ihr Mann brach im Februar oder März 1271 zum Kreuzzug ins Heilige Land auf, von dem er im Sommer oder Herbst 1272 zurückkehrte. Aveline starb bereits kinderlos mit fünfzehn Jahren. Sie wurde in Westminster Abbey beigesetzt, wo ihr aufwändiges, vermutlich nach 1290 gefertigtes Grabdenkmal erhalten ist.[1]

Streit um ihr Erbe

Mit ihrem Tod verlor ihr Mann Edmund den Anspruch auf ihr Erbe. Nun beanspruchten verschiedene Personen dieses Erbe, von denen die meisten behaupteten, Nachfahren von Avelines Ururgroßvater Wilhelm von Aumale zu sein. Einer dieser möglichen Erben war ein John de Esthon, der behauptete, ein Nachfahre von Avice, einer Tochter von Wilhelm von Aumale zu sein. Sein Erbanspruch war äußerst umstritten, denn die Existenz einer Avice konnte nicht nachgewiesen werden, und wenn sie wirklich eine Tochter von Wilhelm von Aumale gewesen war, war sie höchstens eine uneheliche Tochter gewesen. 1278 wurde Esthon jedoch als Erbe anerkannt. Er trat schon bald sein Erbe gegen die Zahlung von £ 100 und Besitzungen mit jährlichen Einkünften von ebenfalls £ 100 an König Eduard I., den Bruder von Avelines Ehemann Edmund ab. Es gilt als unwahrscheinlich, dass Eshton der rechtmäßige Erbe gewesen war, nicht zuletzt weil £ 100 jährliche Einkünfte nur ein sehr geringer Betrag für ein umfangreiches Erbe war, dass Holderness, Skipton und Cockermouth umfasste. Wahrscheinlicher ist, dass er ein Schwindler war, der im Einverständnis und gar im Auftrag des Königs unrechtmäßig das Erbe beansprucht hatte.[2]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Westminster Abbey: Edmund, Earl of Lancaster and Aveline de Forz. Abgerufen am 28. August 2018.
  2. Michael Prestwich: Edward I. University of California, Berkeley 1988, ISBN 0-520-06266-3, S. 104