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August von Witzleben

deutscher Schriftsteller
August von Witzleben

Karl August Friedrich von Witzleben (* 19. März 1773[1] in Tromlitz; † 9. Juli 1839 in Dresden; auch Carl August Friedrich von Witzleben), Herr auf dem Roten Hofe zu Wohlmirstedt, war ein deutscher Schriftsteller, bekannt unter dem Pseudonym A. von Tromlitz und preußischer Oberst.

Inhaltsverzeichnis

HerkunftBearbeiten

August von Witzleben stammte aus dem thüringischen Uradelsgeschlecht von Witzleben und war das elfte Kind des kursächsischen Oberstleutnants Dietrich Gottlieb von Witzleben (1723–1785) auf Wohlmirstedt und der Henriette Elisabeth von Stecher (ca. 1735–1803). Sein Großvater mütterlicherseits war der Salinenbesitzer Johann Christoph von Stecher.

Leben und WirkenBearbeiten

Er erhielt seine schulische Bildung auf dem Gymnasium in Halle. 1782 kam er als Page an den Hof nach Weimar. Dort waren Johann Karl August Musäus und Johann Gottfried Herder seine Lehrer. Aber 1786 ging er in preußische Dienste und nahm am Ersten Koalitionskrieg teil. Er stieg auf und wurde 1803 als Oberstleutnant in das neuerrichte Infanterie-Regiment Nr. 59 versetzt. Im Vierten Koalitionskrieges befand er sich während der Schlacht bei Jena im Hauptquartier des Herzogs von Braunschweig, und machte danach den Rückzug mit Hohenlohe mit, bei Prenzlau geriet er dann in Gefangenschaft. Dort traf er auch den französischen Marschall Murat (Großherzog von Berg). Nach dem Frieden von Tilsit mussten alle Ausländer die preußische Armee verlassen, so auch Witzleben. Er wechselte in bergische Dienste und wurde zunächst Hauptmann der Infanterie. Er wurde danach aber bald Eskadronschef im bergischen Lancier-Regiment. 1809 wurde er Großmajor und bildete in Münster ein neues Regiment Lanciers, dessen Kommandeur er 1811 wurde. Mit dem Regiment nahm er noch am Napoleons Spanienfeldzug teil. Das Regiment stand bei Burgos und kehrte 1812 nach Berg zurück. Als aber Preußen 1813 Frankreich den Krieg erklärte, wechselte er in russische Dienste und kommandierte zuletzt die hanseatische Legion unter dem Grafen Wallmoden als Oberst. Nach dem Frieden von Paris lebte er als Landwirt auf den Rittergütern seiner Ehefrau in Beuchlitz bei Halle, siedelte 1821 nach Berlin und 1826 nach Dresden über.

1831 erwarb er vor den Toren Dresdens in Zitzschewig (heute Stadtteil von Radebeul) das Weingut Kynast, um seinen Lebensabend mit seiner Schriftstellerei zu verbringen.

In der zweiten Hälfte seines Lebens wurde Witzleben als Verfasser von unterhaltsamen Novellen mit historischem Hintergrund erfolgreich. Seine meist in der Dresdner Abendzeitung und dem Taschenbuch Vielliebchen veröffentlichten Erzählungen, darunter auch über Dyveke, Geliebte des Christians II. von Dänemark, erschienen als Sämtliche Schriften in drei Sammlungen (Dresden 1829–1843, 108 Bde.; 5. Aufl., Leipzig 1867, 20 Bde.).

FamilieBearbeiten

August von Witzleben war insgesamt viermal verheiratet. Zuerst am 12. November 1799 mit Antoinette Freiin von Heine (1780–1809). Im Jahr 1810 heiratete er in zweiter Ehe Angelie von Diest (* 1791; † März 1814), das dritte Mal am 11. März 1815 mit Charlotte von Billerbeck, geb. von Möllendorf (* 15. September 1782; † 22. Juli 1844) die Witwe seines Vetters, die Ehe wurde 1820 geschieden. Zuletzt heiratete er am 16. Mai 1825 Auguste Albanus (* 31. Oktober 1805; † 13. September 1842). Er hatte vier Kinder, darunter die preußischen Generäle Ferdinand von Witzleben und Gerhard August von Witzleben sowie Hermann von Witzleben (Kammerherr).

WerkeBearbeiten

  • 1796, Avanturen aus den Feldzügen der Deutschen am Rhein, Teil 2
  • 1798, Das stille Thal

nach 1825

  • 1826, Douglas
  • 1828, Frauenwerth
  • 1828, Das Opfer
  • Pappenheimer
  • Franz von Sickingen
  • Mutius Sforza
  • Das Leben des Markgrafen Albrecht von Brandenburg
  • Die Garraras
  • 1840, romantische Wanderung durch die sächsische Schweiz

Gesamtausgabe 1829 bis 1832

  • Tromlitz sämtliche Schriften, 36 Bände

HerausgeberBearbeiten

  • zusammen mit Theodor Mügge: Vielliebchen. Historisch-romantisches Taschenbuch. Baumgärtner, Leipzig 1828 ff.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Geburtsbescheinigung des Pfarrers von Niedersynderstedt vom 14. August 1786, in: A 35, W LXVIII Nr. 68, Bl. 66