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Anne Linsel

deutsche Kulturjournalistin, Filmemacherin, Dokumentarfilm-Regisseurin und Publizistin

KarriereBearbeiten

Von 1982 bis 1998 schrieb Linsel regelmäßig für die Wochenzeitung Die Zeit Literaturrezensionen, Kulturreportagen und Porträts. Sie moderierte von 1984 bis 1989 das ZDF-Kulturmagazin Aspekte, danach die Sonntagsgespräche im ZDF. Von 1989 bis zur Einstellung der Sendung 2004 war sie Gastgeberin der ZDF-Reihe Zeugen des Jahrhunderts. Seit 1998 schreibt Linsel für die Süddeutsche Zeitung Theaterkritiken, Artikel zu kulturpolitischen Themen und Porträts. Außerdem moderiert und konzeptioniert sie für den TV-Sender Arte Themenabende u. a. über Joseph Beuys, Pina Bausch, Max Ernst, Kunst und Politik (mit Klaus Staeck). Sie arbeitet regelmäßig für die Hörfunksender WDR, NDR und den Deutschlandfunk.[2]

Seit 1985 macht Linsel Dokumentarfilme zu kulturellen und politischen Themen für den WDR, Arte und 3Sat. Ihr Film Tanzträume – Jugendliche tanzen Kontakthof von Pina Bausch wurde 2010 bei der Berlinale in der Kategorie in der Kategorie Berlinale special uraufgeführt und später auf verschiedenen internationalen Filmfestivals und im Kino gezeigt. Zu sehen sind in diesem Film Schülerinnen und Schüler aus Wuppertal, die eine Tanzaufführung einstudieren, und die letzten Aufnahmen der 2009 verstorbenen Tänzerin und Choreographin Pina Bausch.[3][4]

Sie ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

AuszeichnungenBearbeiten

1994 und 1997 waren Dokumentarfilme von Linsel für den Adolf-Grimme-Preis nominiert. Im Jahr 2007 wurde sie in Wuppertal mit dem Enno-und-Christa-Springmannpreis ausgezeichnet. 2012 erhielt sie den bedeutendsten Wuppertaler Kulturpreis, den von der Heydt-Kulturpreis, der alle zwei Jahre verliehen wird und mit 12.500 Euro dotiert ist.[5]

BibliographieBearbeiten

  • „Hilde Spiel – Die Grand Dame“. Lamuv-Verlag, Göttingen, 1992
  • „Deine Sehnsucht war die Schlange“ – ein Else Lasker-Schüler Almanach. Peter Hammer Verlag, Wuppertal, 1997, hrg. zusammen mit Peter von Matt
  • „Weltentwürfe“ – die Bühnenbildnerin Hanna Jordan. Klartext-Verlag, Essen, 2006
  • „Tanzträume“ – Jugendliche tanzen „Kontakthof“ von Pina Bausch. Das Buch zum Film von Anne Linsel und Ulli Weiss. Verlag HP Nacke, Wuppertal, 2011
  • „Pina Bausch. Bilder eines Lebens“. Ein Bildband mit einem biografischen Text von Anne Linsel. Edel-Verlag, Hamburg, Juni 2013, ISBN 978-3-8419-0182-8

Filmographie (Auswahl)Bearbeiten

  • „Ein unheimlich starker Tänzer“ – der Pina-Bausch-Tänzer Jan Minarik. 30 Minuten – WDR (1985)
  • „Gegen den Strich“ – der Free-Jazz-Musiker Peter Kowald. 30 Minuten – WDR (1986)
  • „An Ort und Stelle“ – der Zeichner Wolfgang Schmitz. 30 Minuten – WDR (1987)
  • „Spielwut“ – die Schauspielerin Barbara Nüsse. 45 Minuten, WDR (1988)
  • „Bis hierher und noch weiter“ – die Bühnenbildnerin Hanna Jordan. 45 Minuten, WDR (1989)
  • „Mit den Augen hören“ – der gehörlos geborene Christian Schara. 45 Minuten, WDR, nominiert für den Adolf-Grimme-Preis, (1990)
  • „Endspiele“ – das Theater Mülheim von Roberto Ciulli. 30 Minuten, WDR (1991)
  • „Spurensuche“ – mit dem Geiger Michael Wieck in Kaliningrad (Königsberg). 30 Minuten, WDR (1992)
  • „Nelken in Indien“ – Pina Bausch und ihr Tanztheater Wuppertal in Indien. 60 Minuten, ARTE, nominiert für den Prix Europe (1994)
  • „Nach allen Regeln der Kunst“ – die Regisseurin Andrea Breth. 30 Minuten, ARTE/WDR (1995)
  • „Störfall Kunst“ – der Grafiker Klaus Staeck. 45 Minuten, ARTE/WDR (1996)
  • „Shalom heißt Frieden“ – die israelische Schauspielerin Hanna Marron. 30 Minuten ZDF, 45 Minuten 3SAT (1996), nominiert für den Adolf-Grimme-Preis, (1997)
  • „Mit Kunst-Stoff die Welt formen“ – der Bildhauer Tony Cragg. 45 Minuten, WDR (1999)
  • „Wuppertal – die Ungeschminkte im Bergischen“. 45 Minuten, ARD/WDR in der Reihe „Bilderbuch Deutschland“, (2000)
  • „Die Kunstkathedrale“ – das Museum Guggenheim in Bilbao. 30 Minuten, ARTE (2001)
  • „Das Wunder von Bilbao“ – das Museum Guggenheim. 45 Minuten, ARTE (2001)
  • „Pablo Picasso – eine Legende“. 45 Minuten, in der ARD-Reihe „Legenden“, ARD/WDR (2002)
  • „Frau Rau – First Lady“ – Christina Rau, Frau des Bundespräsidenten. 45 Minuten, WDR (2003)
  • „Bruder Johannes“ – der Bundespräsident nimmt Abschied, 45 Minuten, WDR (2004)
  • „Pina Bausch“. 45 Minuten, ARD/WDR (2006)
  • „Die Besten im Westen – Johannes Rau“. 45 Minuten, WDR (2007)
  • „Tanzträume“ – Jugendliche tanzen „Kontakthof“ von Pina Bausch. 89 Minuten, ein Kinofilm, WDR/ARTE (2009)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karl Otto Mühl: Ein Neger zum Tee.. P. Hammer, 1995, ISBN 978-3-87294-638-6 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  2. Homepage von Anne Linsel, abgerufen am 29. September 2014
  3. Anne Linsel zeigt ihren Tanzfilm auf der Berlinale, Artikel in der Westdeutschen Zeitung, abgerufen am 29. September 2014
  4. Eintrag in der International Movie Database, abgerufen am 29. September 2014
  5. Von-derHeydt-Preis für Anne Linsel, Artikel in der Westdeutschen Zeitung, abgerufen am 29. September 2014