André Butzer

deutscher bildender Künstler

André Butzer (* 1973 in Stuttgart) ist ein deutscher bildender Künstler.

Leben und WerkBearbeiten

Butzer studierte für kurze Zeit an der Merz Akademie in Stuttgart, bevor er von 1996 bis 2000 Mitglied der Gruppe „Akademie Isotrop“ in Hamburg wurde. Bekannt wurde er durch seine von ihm selbst als „Science-Fiction Expressionismus“ bezeichneten Bilder. Sie sind in verschiedene Gattungen eingeteilt, so produziert er „Friedens-Siemense“, „Schande-Menschen“, komplett monochrome oder extreme, abstrakte Bilder, die farbigen Visionen untergegangener technischer Utopien gleichen.

Als seine Vorbilder nennt er Walt Disney, Edvard Munch, Henri Matisse, Friedrich Hölderlin und Henry Ford. In der Öffentlichkeit trat er auch unter den Namen N-Hölderlin, Henry Butzer und Calvin Cohn auf.[1]

Butzers utopischer, künstlerischer Entwurf lokalisiert sich in dem fiktionalen Ort „Nasaheim“ („N“), einer Art Wallfahrtsort im Weltraum, wo „die Bewohner die stillgelegten Vernichtungsmaschinen betrachten und alle, die dort ankommen, unschuldig gemacht werden“.[2] Jedoch scheinen seine Bilder keinesfalls Umsetzungen narrativer Strukturen zu sein, sie bringen eher Inhalte hervor, d. h., sie bringen etwas zur Sprache, was vorher nicht gesagt werden konnte. Der Künstler produziert oft in Serie und instrumentalisiert das Mittel der Wiederholung als „amoralische Methode der Repräsentation“. Die Bilder sind teilweise der Gattung des Historienbildes zuzuordnen, auch durch die Darstellung von Geschichte als Drama von individuellen Figuren.[3] Er verwendet meist einen sehr pastosen Farbauftrag, malt in mehreren Schichten oder erzielt leichtere, cartoonhafte Ergebnisse durch Einsatz der Primamalerei.

EinzelausstellungenBearbeiten

  • 2018: IKOB Museum of Contemporary Art, Eupen
  • 2016: Neue Galerie, Gladbeck; Hiromi Yoshii, Tokyo-Roppong; Hiromi Yoshii, Tokyo-Shinonome
  • 2015/2016: Kunstverein Reutlingen
  • 2015: Galerie Max Hetzler, Berlin
  • 2011: Kunsthistorisches Museum und CAC Contemporary Art Club im Theseustempel, Wien; André Butzer. Der wahrscheinlich beste abstrakte Maler der Welt, Kestnergesellschaft, Hannover
  • 2009: Viele Tote im Heimatland: Fanta, Sprite, H-Milch, Micky und Donald! Paintings 1999–2009, Kunsthalle Nürnberg
  • 2005: Kunstverein Ulm
  • 2004: Das Ende vom Friedens-Siemens Menschentraum, Kunstverein Heilbronn

GruppenausstellungBearbeiten

  • 2019: Contemporary German Art from the Adam Collection, Dům umění – House of Art, Ostrava. Hymne an die Jugend, Märkisches Museum, Witten
  • 2018: Gastspiel – Die Sammlungen Grässlin und Wiesenauer im Dialog, Sammlung Grässlin – Räume für Kunst, St. Georgen
  • 2017: Abstract Painting Now!, Kunsthalle Krems, Krems. Peter Saul, Sammlung Falckenberg, Hamburg. Hope and Hazard: A Comedy of Eros, Hall Art Foundation, Vermont.
  • 2016: Sammlung Viehof – Internationale Kunst der Gegenwart, Deichtorhallen, Hamburg. Wir suchen das Weite. Reisebilder, Kupferstichkabinett, Berlin
  • 2015: Avatar und Atavismus, Kunsthalle Düsseldorf
  • 2014: Ordinary Freaks. Coolness in Pop Culture, Halle für Kunst und Medien, Graz. Wo ist hier? #1: Malerei und Gegenwart, Kunstverein Reutlingen. Fürchtet Euch nicht! Bestimmung des Feldes zu einer gegebenen Zeit: Malerei nach 2000, Neue Galerie Gladbeck
  • 2013: Painting forever!, KW Kunstwerke, Berlin. Bienal Internacional de Curitiba, Curitiba. Wenn Wünsche wahr werden, Kunsthalle Emden. Moca's Permanent Collection. A Selection of Recent Acquisitions, Museum of Contemporary Art, Los Angeles
  • 2012: Eine Frau, ein Baum, eine Kuh, Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt / Kunstraum München. Circus Wols, Weserburg Museum, Bremen
  • 2011: Gesamtkunstwerk: New Art from Germany, Saatchi Gallery, London. Abstract Confusion, Kunstverein Ulm / Neue Galerie Gladbeck / Kunsthalle Erfurt
  • 2010: Se Não Neste Tempo – Pintura Alemã Contemporânea: 1989–2010, Museu de Arte de São Paulo, São Paulo. Permanent Trouble – Aktuelle Kunst aus der Sammlung Kopp, KOG Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg
  • 2009: Extended. Sammlung Landesbank Baden-Württemberg, Museum für Neue Kunst, Karlsruhe
  • 2008: Bad Painting – good art, MUMOK, Wien. Vertrautes Terrain – Aktuelle Kunst in & über Deutschland ZKM, Karlsruhe. Karotten und Schweinehals – Deutsche Kunst seit 1995, Oldenburger Kunstverein, Oldenburg. Brillantfeuerwerk, Haus der Kunst, München. Back to Black, Kestnergesellschaft Hannover. Kommando Tilman Riemenschneider. Europa 2008, Hospitalhof Stuttgart
  • 2007: Euro-Centric, Part I: New European Art from the Rubell Family Collection, Rubell Family Collection, Miami. Imagination Becomes Reality. Eine Ausstellung zum erweiterten Malereibegriff. Werke aus der Sammlung Goetz, ZKM Karlsruhe, Karlsruhe; Kommando Friedrich Hölderlin Berlin, Galerie Max Hetzler, Berlin
  • 2006: Imagination Becomes Reality: Ein mehrteiliger Ausstellungszyklus zum Bildverständnis aktueller Kunst. Part IV: Borrowed Images, Sammlung Goetz, München
  • 2005: Les Grands Spectacles: 120 Jahre Kunst und Massenkultur, Museum der Moderne, Salzburg. Styles und Stile: Contemporary German Painting from the Scharpff Collection, Sofia Art Gallery, Sofia. Munch Revisited, Museum am Ostwall, Dortmund. La Peinture Allemande, Carré d’Art Musée d’Art Contemporain de Nîmes, Nîmes
  • 2003: deutschemalereizweitausenddrei, Frankfurter Kunstverein, Frankfurt am Main. Vom Horror der Kunst, Steirischer Herbst 2003, Grazer Kunstverein, Graz. Heißkalt: Aktuelle Malerei aus der Sammlung Scharpff, Staatsgalerie Stuttgart / Kunsthalle Hamburg
  • 2002: Offene Haare, offene Pferde: Amerikanische Kunst 1933-45, Kölnischer Kunstverein, Köln. Schwarzwaldhochstrasse: Der deutsche Südwesten und die Folgen für die Kunst, Kunsthalle Baden-Baden
  • 2001: Viva November, Städtische Galerie, Wolfsburg. 1. Tirana Biennale: Escape, Tirana
  • 2000: Akademie Isotrop, Kunstakademie Bergen
  • 1999: Akademie Isotrop: Revolution, Evolution, Exekution, Gesellschaft für aktuelle Kunst, Bremen. Akademie Isotrop: Contents and Documents, Cubitt, London
  • 1998: Junge Szene, Secession, Wien
  • 1997: Akademie Isotrop, Künstlerhaus Stuttgart

Öffentliche SammlungenBearbeiten

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  • Art Institute of Chicago
  • Carrée d’Art, Nîmes: Ohne Titel, 2009, Öl auf Leinwand, 180 × 130 cm
  • Denver Art Museum, Denver
  • Hall Art Foundation, Reading / Derneburg: Portrait Carl Zuckmayer, 2004, Öl auf Leinwand, 300 × 200 cm. Bruno Bettelheim (Kinderpsychologe), 2005, Öl auf Leinwand, 280 × 220 cm
  • Nationalgalerie – Hamburger Bahnhof Museum für Gegenwart, Berlin: Ohne Titel, Öl auf Leinwand, 280 × 420 cm
  • Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin: Ohne Titel 1–3, 2011, Radierung auf Bütten (3-teilig), je 34,7 × 25 cm, Auflage: 1/30–30/30, hier: 30/30
  • LACMA Los Angeles County Museum of Art, Los Angeles: Untitled, 2007, Öl auf Leinwand, 180 × 230, Schenkung David Hoberman (M.2014.267.1). Ohne Titel (Munch), 2007, Aquarell auf Papier, 295,9 × 204,1 cm, Schenkung Dean Valentine und Amy Adelson (M.2010.188.1)
  • Marciano Art Collection, Los Angeles
  • Museum of Contemporary Art, Los Angeles (MOCA): Untitled (Viele Tote durch Hermann Giesler!), 2007, Öl auf Leinwand, Format 290 × 250 cm, Schenkung Stefan Simchowitz (Invent. Nr. 2012.61)
  • Museum of Old and New Art, Tasmania: I hann mei Flasch Fanda scho lang leergsoffa (Bleibet Gsond!), Öl auf Leinwand, 180 × 300 cm
  • Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen: Paula Modersohn-Becker, 2017, Öl auf Leinwand, 210 × 150 cm
  • Rubell Family Collection, Miami: Friedens-Siemens XV, 2004, Öl auf Leinwand, 270 × 220 cm. Köchin vom Hasengulasche?, 2004, Acryl auf Leinwand, 250 × 200 cm. Ludwig Troost, 2005, Öl auf Leinwand, 250 × 200 cm. Aufenthaltsort von Dietrich Bonhoeffer, 2005, Öl auf Leinwand, 250 × 200 cm. Ohne Titel, 2006, Öl auf Leinwand, 200 × 250 cm. Mirinda Disziplinar, 2006, Öl auf Leinwand, 250 × 200 cm. Todesversion von Walt, 2006, Öl auf Leinwand, 250 × 200 cm. N-Technologie (tote Körper), 2006, Öl auf Leinwand, 280 × 460 cm. N-Supp’ Löffel X (Affen), 2006, Öl auf Leinwand, 260 × 200 cm. N-Leben (2), 2006, Öl auf Leinwand, 220 × 280 cm. Friedens-Siemens XX, 2007, Öl auf Leinwand, 320 × 260 cm. Ragonium L, 2007, Öl auf Leinwand, 260 × 340 cm. Ohne Titel, 2007, Öl auf Leinwand, 70 × 105 cm
  • Sammlung des Landes Tirol
  • Sammlung Goetz, München
  • Sammlung Zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, Bonn: Vater mit Mohn, Öl auf Leinwand, 215 × 310 cm
  • Seattle University, Seattle
  • University of Chicago
  • University of Washington, Seattle

LiteraturBearbeiten

  • Thomas Groetz: „Malerei und Gesundheit“, in: Chips und Pepsi und Medizin, Kat. Ausst. Galerie Max Hetzler, Berlin 2003
  • Larissa Kikol: Tollste Kunst – Kindliche Ästhetik in der zeitgenössischen Kunst, Bielefeld: transcript Verlag, 2017
  • Alexander Linn (Hrsg.): André Butzer – Texte, Band 1: Ausgewählte Pressemitteilungen, Briefe, Gespräche, Gedichte 1999–2017, Wien: Verlag für moderne Kunst 2017
  • Christian Malycha: Sein und Bild. André Butzer 1994–2014 Bielefeld: Kerber Verlag, 2017
  • Daniel Mendel-Black: „Mature Works“, in: André Butzer, Kat. Ausst. Galerie Max Hetzler, Berlin: Holzwarth Publications 2013
  • Roberto Ohrt: „Dreizehn Würfel“, in: André Butzer. Viele Tote im Heimatland. Fanta, Sprite, H-Milch, Micky und Donald. Gemälde, Kat. Ausst. Kunsthalle Nürnberg, Bielefeld: Kerber 2009
  • Kristin Schrader (Hrsg.): André Butzer. Der wahrscheinlich beste abstrakte Maler der Welt, Kat. Ausst. Kestnergesellschaft Hannover, Köln: Verlag der Buchhandlung Walther König 2011
  • Lena Tilk: Malerei im Spannungsfeld widerstreitender Begrifflichkeit und die kategoriale Ausweitung von Bildsein. André Butzers „N-Bilder“, Wien: Verlag für moderne Kunst 2018

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Interview mit Melanie Franke 2007 vonhundert.de, abgerufen am 5. September 2017
  2. Zitat nach Ausstellungsplakat, „N-Leben“, Galleria Gio Marconi, Mailand, 2006
  3. Thomas Groetz in: Chips und Pepsi und Medizin, Ausstellungskatalog, 2003