Alfred von Gutschmid

deutscher Historiker

Hermann Alfred Freiherr von Gutschmid (* 1. Juli 1831 in Loschwitz; † 2. März 1887 in Tübingen) war ein deutscher Historiker und Orientalist.

Alfred von Gutschmid

LebenBearbeiten

Er studierte an den Universitäten Leipzig und Bonn Philologie und Geschichte und promovierte 1854 an der Leipziger Universität mit einer Dissertation: De rerum aegyptiacarum scriptoribus graecis ante Alexandrum Magnum. 1863 wurde er als außerordentlicher Professor der Geschichte an die Universität Kiel berufen und 1866 zum ordentlichen Professor ernannt. 1873 folgte er einem Ruf nach Königsberg, 1876 nach Jena und 1877 nach Tübingen. Er war Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. 1878 wurde er als korrespondierendes Mitglied in die Russische Akademie der Wissenschaften aufgenommen.[1] Gutschmid hat sich namentlich der Geschichte des vorgriechischen und des hellenistischen Orients sowie der alten Chronologie und Annalistik zugewendet; in seinen zahlreichen Arbeiten überwiegt die kritische Richtung.

FamilieBearbeiten

Hermann Alfred Freiherr von Gutschmid war der Sohn des Hermann Otto Theodor Freiherr von Gutschmid (* 22. März 1800 in Dresden; † 10. Februar 1836) und seiner Ehefrau Luise Wilhelmine Freiin von Gutschmid (* 1797; † 1848).[2] Luise Wilhelmine Freiin von Gutschmid, Tochter von Gottlieb August Freiherr von Gutschmid, war die Cousine ihres Ehemannes.

Hermann Alfred Freiherr von Gutschmid heiratete 1887 in Dresden Constanze von Gutschmid (geb. Becker; * 1834; † 1904). Der Ehe entstammen 1 Sohn und 5 Töchter.

Hermann Alfred Freiherr von Gutschmid entstammt dem 1770 durch Kaiser Joseph in den erblichen Reichsfreiherrenstand erhobenen Adelsgeschlecht von Gutschmid.

SchriftenBearbeiten

  • Über die Fragmente des Pompejus Trogus und die Glaubwürdigkeit ihrer Gewährsmänner. In: Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik. Abteilung 1: Jahrbücher für classische Philologie. Supplementbd. 2, 1856/1857, ZDB-ID 220564-6, S. 180–282.
  • Kritik der polnischen Urgeschichte des Vincentius Kadłubek. In: Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen. Bd. 17, 1857, S. 295–326.
  • Beiträge zur Geschichte des alten Orients. Zur Würdigung von Bunsen's „Aegypten“ Band IV und V. Leipzig, Teubner 1858, Digitalisat.
  • Die Apokalypse des Esra und ihre späteren Bearbeitungen. In: Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie. Bd. 3, ISSN 1863-1592, 1860, S. 1–81.
  • Die Nabatäische Landwirthschaft und ihre Geschwister. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. Bd. 15, 1861, S. 1–110.
  • Die makedonische Anagraphe. In: Symbola philologorum Bonnensium in honorem Friderici Ritschelii collecta. Band 1. Teubner, Leipzig 1864, S. 101–134.
  • Neue Beiträge zur Geschichte des alten Orients. Die Assyriologie in Deutschland. Teubner, Leipzig 1876, Digitalisat.

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ausländische Mitglieder der Russischen Akademie der Wissenschaften seit 1724. Hermann Alfred Gutschmid. Russische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 22. August 2015 (englisch).
  2. Stadtwiki Dresden. Abgerufen am 12. Februar 2021.

WeblinksBearbeiten

Wikisource: Alfred von Gutschmid – Quellen und Volltexte
Commons: Alfred von Gutschmid – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien