Albertkupplung

Mechanik zum Verbinden von zwei Straßenbahnwagen

Die Albertkupplung ist eine Mechanik zum Verbinden von zwei Straßenbahnwagen zu einem Zug. Sie überträgt Zug- sowie Druckkräfte. Das Kuppeln und Entkuppeln erfolgt manuell. Sie ist benannt nach ihrem Erfinder Karl Albert, einem früheren Direktor der Krefelder Straßenbahn.

Albertkupplung an einem Straßenbahnwagen in ungekuppeltem Zustand
Seitenansicht einer Albertkupplung in ungekuppeltem Zustand
Draufsicht auf zwei gekuppelte Albertkupplungen

AufbauBearbeiten

Die Albertkupplung besteht aus einem metallischen Kuppelkopf. Der Kuppelkopf besitzt auf der rechten Seite einen Zapfen sowie auf der linken Seite eine Nut. Zapfen und Nut sind so geformt, dass im gekuppelten Zustand der Zapfen des einen Fahrzeugs in die Nut des anderen passt. Die Übertragung der Zug- und Druckkräfte erfolgt durch Metallstifte, die von oben durch passende Bohrungen im Zapfen und in der Nut gesteckt werden.

Der Kuppelvorgang erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst werden die zu kuppelnden Wagen nahe aneinander rangiert und einer der Stifte eingesteckt. Hierzu müssen die beiden Kupplungen nicht zwangsläufig eine Linie bilden. Anschließend wird die Kupplung gestreckt, indem der Abstand zwischen beiden Fahrzeugen vergrößert wird, bis die beiden Kupplungen in einer Linie liegen. Anschließend wird der zweite Stift eingesteckt. Im Gegensatz zur Trompetenkupplung erfolgt der Kuppelvorgang im Stehen, was eine geringere Unfallgefahr birgt, da der Rangierer nicht zwischen sich bewegende Fahrzeuge treten muss.

VerbreitungBearbeiten

Aufgrund ihrer Vorteile gegenüber den traditionell bei Straßenbahnen verwendeten Trompetenkupplungen fand die Albertkupplung in der Zwischenkriegszeit Verwendung bei zahlreichen Straßenbahnbetrieben in Deutschland. Sie konnte allerdings nie die Trompetenkupplungen vollständig verdrängen, da viele Straßenbahnbetriebe die Kosten für die Umrüstung scheuten.

Inzwischen gilt die Albertkupplung als technisch überholt, da mit der Scharfenbergkupplung und der BSI-Kompaktkupplung modernere Kupplungsbauarten verfügbar sind, die automatisches Kuppeln und Entkuppeln erlauben und neben der mechanischen Verbindung der Fahrzeuge auch elektrische Verbindungen und Druckluftleitungen kuppeln können. Daher findet man die Albertkupplung heute – bis auf wenige Ausnahmen – nur noch an historischen Fahrzeugen, Dienstfahrzeugen oder als Notkupplung an Wagen, die nicht für Mehrfachtraktion oder die Mitnahme von Beiwagen ausgelegt sind. Als Notkupplung für Abschleppmanöver bei technischen Störungen oder Unfällen wird sie auch bei neueren Niederflurbahnmodellen wie etwa dem Transtech Artic oder dem Bombardier Flexity 2 verwendet.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Albertkupplung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien