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Grünes Holzkreuz auf einem Acker in der Region Hannover

Die Aktion Grüne Kreuze ist eine Protestaktion deutscher Landwirte, die vom Manager und Landwirt Willi Kremer-Schillings aus Rommerskirchen im Jahr 2019 ins Leben gerufen wurde.

DurchführungBearbeiten

Landwirte rufen ihre Kollegen dazu auf, auf eigenen landwirtschaftlichen Flächen an Weg- und Straßenrändern grün angestrichene Kreuze aus Holz aufzustellen. Auf diese Weise können Äcker und Felder als Werbefläche für die Interessen der Landwirte und zu stillem Protest genutzt werden. Im Oktober 2019 wurde die Anzahl der aufgestellten grünen Kreuze deutschlandweit auf 10.000 geschätzt.

Einige Verbände des Deutschen Bauernverbands, wie der Bayerische Bauernverband unterstützen die Aktion. Der Bauernverband Schleswig-Holstein stellte die „Grünen Kreuze“ in zwei Facebook-Posts vor, teilte aber auch mit: „Wir werden die Aktion nicht weitergehend bewerben und hätten zudem eine andere Symbolik gewählt“.[1]

 
Grünes Kreuz in einer Obstplantage am Bodensee

HintergrundBearbeiten

Mit der Aufstellung der grünen Kreuze protestieren Landwirte gegen neue Regulierungen und für mehr Respekt für ihre Arbeit. Die Kreuze sollen ein Mahnzeichen gegenüber Politik und Gesellschaft darstellen und Verbraucher zum Nachdenken anregen. Hintergrund ist das sogenannte Agrarpaket von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD)[2], wodurch der Protest mediale Aufmerksamkeit erlangte. Die Diskussion ist auch beeinflusst durch das Volksbegehren „Artenvielfalt & Naturschönheit in Bayern“ und das Volksbegehren Artenschutz – „Rettet die Bienen“ in Baden-Württemberg.[3]

KritikBearbeiten

Der Landwirtschaftsmeister und Bundestagsabgeordnete von Grünen Friedrich Ostendorff sagte, ihn lassen die grünen Kreuze ratlos zurück. „Die Landwirte könnten sich mit der Aktion auch einen Bärendienst erweisen“, meint er. „Die Gesellschaft erwarte, dass die Landwirtschaft Lösungen für den Gewässerschutz, für den Artenschutz und den Tierschutz erbringe und nicht dringend notwendige Lösungen blockiere.“[4]

Willi Kremer-Schillings als Gründer der Aktion wird dafür kritisiert, dass er als „Bauer Willi“ auftritt und seine berufliche Laufbahn vor der Pensionierung eng mit der Chemiebranche verknüpft gewesen sei. Angaben dazu mache er indes weder auf seinem Blog, noch in seinen Publikationen.[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Grüne Kreuze: Bewegung nimmt Fahrt auf in agrarheute vom 12. September 2019
  2. Stiller Protest auf den Feldern bei Tagesschau vom 1. Oktober 2019
  3. Protest mit Grünen Kreuzen in Stuttgarter Zeitung vom 13. Oktober 2019
  4. Was sich hinter den grünen Kreuzen auf Deutschlands Äckern verbirgt in Tagesspiegel vom 13. Oktober 2019
  5. „Bauer Willi“ entpuppt sich als „Chemie Willi“ in taz vom 9. Oktober 2019