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Adolf Dresler

deutscher Medienwissenschaftler

BiografieBearbeiten

Adolf Dresler trat 1921 in die NSDAP ein. Ab dem Wintersemester 1924/1925 studierte er Zeitungswissenschaft an der Universität München bei Karl d’Ester (1881–1960).[2] Sein Interesse galt der politischen und kulturellen Entwicklung in Italien. So veröffentlichte er 1924 die erste deutsche Mussolini-Biografie. 1929 folgte die Schrift Der politische Futurismus als Vorläufer des italienischen Faschismus. Im Jahr 1934 wurde Dresler mit seiner Arbeit Geschichte der italienischen Presse 1900-1922 zum Dr. phil promoviert.[3] Für diese Arbeit erhielt er von Mussolini die Auszeichnung eines Cavaliere della Corona d´Italia.[4] Sein Beitrag Die Presse als Machtmittel Judas erschien 1930 und 1938 Mussolini als Journalist sowie Deutsche Kunst und entartete «Kunst»: Kunstwerk und Zerrbild als Spiegel der Weltanschauung.[5] Er galt als ein vorzüglicher Kenner des italienischen Pressewesens und insbesondere der italienischen faschistischen Presse.

Adolf Dresler war seit 1925 ständiger Mitarbeiter des Völkischen Beobachters und seit 1931 verantwortlich für die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP im Braunen Haus in München.[6] Ab 1935 avancierte er dort zum Reichshauptamtsleiter. In dieser Zeit veröffentlichte Dresler unter dem Pseudonym Anton Meister NS-Propagandaschriften.[7] Er war einer der wichtigen Autoren in der Anfangsphase der Nationalsozialistischen Monatshefte.[8] Ab 1933 war Dresler Mitglied des Präsidialrates der Reichspressekammer.[9] Zudem betätigte sich Dresler als Dozent am Zeitungswissenschaftlichen Institut der Universität München und war leitender Lektor bei der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums.[5]

Dresler war Herausgeber von "Die Oase. Feldzeitung. Deutsches Afrika-Korps" für den nationalsozialistischen Feldzug Erwin Rommels, die 1941–1942 für eine Propaganda-Kompanie erschien.[10]

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lebte Dresler in München.[5] Er war regelmäßiger Autor des Börsenblatts für den deutschen Buchhandel und schrieb dort über geschichtliche Themen.[11]

Mehrere seiner Schriften wurden in der Sowjetischen Besatzungszone und in der Deutschen Demokratischen Republik auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.[12]

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kürschners deutscher Literatur-Kalender, Nekrolog 1971–1998, S. 121
  2. Michael Meyen, Achtzig Jahre Zeitungs- und Kommunikationswissenschaft in München, Herbert von Halem Verlag 2004, S. 35.
  3. Wolfgang Müsse, Die Reichspresseschule: Journalisten für die Diktatur? : ein Beitrag zur Geschichte des Journalismus im Dritten Reich, Saur Verlag 1995, S. 225.
  4. Josef Wulf, Presse und Funk im Dritten Reich, Mohn Verlag 1964, S. 134
  5. a b c Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 107f.
  6. Hans Adolf Jacobsen, Nationalsozialistische Aussenpolitik, 1933-1938,A. Metzner 1968, S. 54.
  7. Tobias Eberwein und Daniel Müller, Journalismus und Öffentlichkeit, VS Verlag 2010, S. 496.
  8. Wilfried Scharf: Nationalsozialistische Monatshefte (1930-1944) In: Heinz-Dietrich Fischer (Hrsg.): Deutsche Zeitschriften des 17. bis 20. Jahrhunderts. Pullach bei München 1973, S. 413.
  9. Maurizio Bach und Stefan Breuer, Faschismus als Bewegung und Regime: Italien und Deutschland im Vergleich., VS Verlag 2010, S. 184.
  10. Dresler: Eine deutsche Feldzeitung in Afrika: Die Oase. In "Afrika-Nachrichten", Jg. 22, 1942, H. 5, S. 74f.
  11. Wolfgang Duchkowitsch, Fritz Hausjell, Bernd Semrad, Die Spirale des Schweigens: zum Umgang mit der nationalsozialistischen Zeitungswissenschaft. LIT, Münster 2004, S. 108
  12. 1946 und 1946 und 1953