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Überfall auf die Queen Mary

Film von Jack Donohue (1966)

Überfall auf die Queen Mary ist ein 1965 entstandener, US-amerikanischer Thriller von Jack Donohue mit Frank Sinatra, Virna Lisi, Anthony Franciosa und Bergman-Star Alf Kjellin in den Hauptrollen. Der Geschichte liegt der 1959 erschienene Roman Assault on a Queen von Jack Finney zugrunde.

Filmdaten
Deutscher TitelÜberfall auf die Queen Mary
OriginaltitelAssault on a Queen
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1966
Länge106 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieJack Donohue
DrehbuchRod Serling
ProduktionWilliam Goetz
MusikDuke Ellington
KameraWilliam H. Daniels
SchnittArchie Marshek
Besetzung

HandlungBearbeiten

Seit Jahren befinden sich die Italienerin Rosa Lucchesi und ihr amerikanischer Partner Vic Rossiter vor den Bahamas auf Schatzsuche. Doch anstatt auf eine mit Golddublonen und Preziosen gefüllte Galeone stoßen die beiden lediglich auf ein vor der Küste gesunkenes deutsches U-Boot aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Man beschließt, mit Hilfe des deutschen U-Boot-Exoffiziers Eric Loefson (im Original: Lauffnauer) sowie dem ehemaligen Marineoffizier Mark Brittain und dessen Kumpan Linc Langley, die beide Eigner eines bankrotten Charterboot-Unternehmens sind, das U-Boot zu heben. Bald kommt jemand auf die abstruse Idee sich, wenn man schon keinen Schatz gefunden hat, mit dem geborgenen U-Boot heimlich der RMS Queen Mary zu nähern, das auf Atlantiküberquerung befindliche, luxuriöse Kreuzfahrtschiff zu entern und den, so hofft man, prall gefüllten Schiffstresor auszurauben. Um das U-Boot wieder in Gang zu bringen, wird für dieses waghalsige Unternehmen eine weitere Person an Bord geholt, der Maschinenexperte Tony Moreno.

 
Der eigentliche Star des Films: Die „Queen Mary“

Brittain, Rossiter und Loefson können sich unbemerkt der „Queen Mary“ nähern und klettern an Bord. Dem Kapitän des Luxusliners drohen sie unverblümt, sein Schiff vom U-Boot aus zu torpedieren, sollte er nicht den Schiffstresor öffnen und den drei Männern dessen Inhalt übergeben. Während der Safe geleert wird, setzt man von der „Queen Mary“ ein S.O.S. an ein amerikanisches Küstenwachboot ab. Daraufhin fliehen die Gangster überstürzt. Rossiter kommt dabei ums Leben, und Brittain und Loefson verlieren ihre Beute. Wieder zurück auf dem U-Boot, beabsichtigt Loefson, das sich rasant nähernde US-Küstenwachboot zu torpedieren, um nicht geschnappt zu werden. Als Moreno dies verhindern will, erschießt ihn der weißblonde Deutsche. Daraufhin stürzt sich Brittain auf den Mörder, doch Loefsons Torpedo wird dennoch abgefeuert. Dieser verfehlt jedoch sein Ziel. Rosa, Mark und Linc fliehen in Panik vom Unterseeboot mit einem Schlauchboot, während das Küstenwachboot das U-Boot rammt und erneut auf den Meeresgrund schickt. Dabei stirbt Loefson. Die verbliebenen drei Schiffsräuber rudern aufs offene Meer hinaus, Zielrichtung Südamerika.

ProduktionsnotizenBearbeiten

Überfall auf die Queen Mary entstand 1965 vor der Küste Floridas (Außenaufnahmen) und wurde am 15. Juni 1966 in Philadelphia uraufgeführt. Die deutsche Premiere fand am 6. Januar 1967 statt, die deutsche Fernseherstausstrahlung war in der ARD am 29. Januar 1977 um 20 Uhr 15. Im Januar 2019 erschien der Film auf Blu-ray Disc und DVD.

Kameramann William H. Daniels wirkte hier auch als Produktionsleiter. Paul Groesse schuf die Filmbauten, John P. Austin die Ausstattung. Wally Westmore überwachte das Makeup und die Masken. Edith Head zeichnete für Virna Lisis Kostüme verantwortlich. Farciot Edouart gestaltete die Rückprojektion.

Der Film, von Sinatras eigener Filmgesellschaft Sinatra Enterprises mitproduziert, diente primär als klassisches Starvehikel, das den durch seine diversen Unterweltkontakte über die Jahre hinweg in Verruf geratenen Gesangs- und Schauspielstar entsprechend als coolen He-Man herausstellen sollte.

KritikenBearbeiten

Der sehr konventionell gestaltete und wenig ambitionierte Star-Krimi fand bei der Kritik im In- und Ausland nur selten Gegenliebe. Nachfolgend einige Beispiele:

Bosley Crowther urteilte in der New York Times: „Was ist gut daran? Der wirklich großartige Titel, zwei gute, draufgängerische Darbietungen, die Farbe und eine oder zwei Aufnahmen aus der Ferne von dem prächtigen Ozeanriesen. (…) Der Film ist total vorhersehbar, vorn wie achtern, mit den üblichen Spannungen vor dem Raubüberfall und dem Gezänk. Virna Lisi, das Platin-Wunder, sehnt sich nach Mr. Sinatra, der natürlich der starke Boss der Bande ist. Tony Franciosa spielt einen sarkastischen Hitzkopf. Errol John macht sich sehr gut als Kumpel des Helden. Und Alf Kjellin und Richard Conte, als zwei weitere Verschwörer, sind beide in Ordnung.“[1]

Der Movie & Video Guide stellte fest, die Geschichte sei lediglich ein „schlampiges Sinatra-Vehikel“.[2]

Im Lexikon des Internationalen Films heißt es: „Fantasievolle Abenteuerunterhaltung mit kriminalistischer Spannung; herausragend die spannungsreiche Big-Band-Musik von Duke Ellington.“[3]

Halliwell’s Film Guide fand, der Film sei ein „angestrengter Raubüberfallfilm, der nicht weiß, ob er nun auf Drama oder Thriller machen soll und weder das eine noch das andere erreicht. Auch die Spezialeffekte überzeugen nicht.“[4]

„So spannend wie Plastikbötchen in der Badewanne.“

Monthly Film Bulletin, 1966

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kritik in The New York Times vom 28. Juli 1966
  2. Leonard Maltin: Movie & Video Guide, 1996 edition, S. 59
  3. Überfall auf die Queen Mary. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 1. Mai 2019.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  4. Leslie Halliwell: Halliwell’s Film Guide, Seventh Edition, New York 1989, S. 56

WeblinksBearbeiten