Ömürbek Tekebajew

kirgisischer Politiker

Ömürbek Tekebajew (russisch Омурбек Текебаев, * 22. Dezember 1958 in Dschalalabat) ist einer der bekanntesten Politiker Kirgisistans.

Ömürbek Tekebajew, 2015

BiografischesBearbeiten

Tekebajew studierte zunächst Physik an der Kirgisischen Staatlichen Universität in der Hauptstadt Bischkek. Nach dem Abschluss arbeitete er als Lehrer in Akman Basar-Korgonskij, einem Dorf in der Provinz Dschalalabat. Ab den späten 1980er Jahren studierte Tekebajew noch einmal an der Staatlichen Universität, und zwar Jura, das er 1994 erfolgreich abschloss.

Noch während seines Studiums in Bischkek gründete Tekebalew 1992 die Partei Ata Meken und saß danach etliche Jahre im kirgisischen Parlament, dem Dschogorku Kengesch. Bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 trat er gegen den Amtsinhaber Askar Akajew an und unterlag. Nach der Parlamentswahl 2005 und der darauf folgenden Tulpenrevolution wurde Tekebajew im März 2005 zum Parlamentspräsidenten gewählt. Er trat im Februar 2006 von diesem Amt zurück und sammelte die Opposition gegen Staatspräsident Kurmanbek Bakijew. Beim Umsturz im April 2010 wurde Tekebajew kurzzeitig verhaftet, anschließend berief ihn Rosa Otunbajewa als Beauftragter für Verfassungsreformen in ihre Übergangsregierung.[1][2] Bei der neu angesetzten Präsidenten- und Parlamentswahl 2010 kandidierte Tekebajew wieder als Parlamentspräsident; doch scheiterte seine Wahl, wahrscheinlich weil ihm vorgeworfen wurde, er habe die Unruhen in Südkirgisistan 2010 mit geschürt.[3] Anstelle Tekebajews wurde zwei Wochen später Achmatbek Keldibekow Parlamentspräsident, der drei Stimmen mehr erhalten hatte.

Im Jahr 2017 wurde Tekebajew wieder in Haft genommen, ihm wird diesmal vorgeworfen, er habe als Vizepräsident der Übergangsregierung etwa eine Million US-Dollar an Bestechungsgeldern angenommen. Als Gegenleistung soll er einem Investor die Übernahme eines kirgisischen Telekommunikationsunternehmens zugesagt haben. Diese Verhaftung gefährdet Tekebajews weitere politischen Ambitionen.[4]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Who's Who In Kyrgyz Politics (Memento des Originals vom 23. Dezember 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sras.org, 1. Mai 2010.
  2. Moskau hat eigene Rolle gespielt, Mitteilungen von Tekebajew an die Nachrichtenagentur Reuters.
  3. Neue Zürcher Zeitung vom 4. Dezember 2010.
  4. Bestechungsvorwurf – Oppositionspolitiker in Kirgistan festgenommen auf de.euronews.com, 26. Februar 2017, abgerufen am 30. November 2018.