Zwölfmalgreiner Platz

Platz in der Südtiroler Landeshauptstadt Bozen

Der Zwölfmalgreiner Platz (auch Zwölfmalgreiener Platz oder Zollstange; italienisch Piazza Dogana) befindet sich östlich der Altstadt der Südtiroler Landeshauptstadt Bozen, ist Mittelpunkt der alten Stadtgemarkung Zwölfmalgreien und bildet das historische Einfallstor der alten Brennerstraße bzw. des Kunterswegs in die Stadt.

Zwölfmalgreiner Platz
Zollstange
ITA Bozen-Bolzano COA.svg
Platz in Bozen
Zwölfmalgreiner Platz
Das Gasthaus Löwengrube am Zwölfmalgreiner Platz
Basisdaten
Ort Bozen
Ortsteil Altstadt
Angelegt 14. Jahrhundert
Einmündende Straßen Andreas-Hofer-Straße, Brennerstraße, Piavestraße
Bauwerke Gasthof Löwengrube
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Kraftverkehr

Die ältere, aber immer noch gebräuchliche Name Zollstange geht darauf zurück, dass hier der städtische Wegzoll zu entrichten war – ein Schranken, die „Stange“, versperrte die Straße. Das alte Zollwirtshaus bekam später den Namen „zur Löwengrube“ und war wie die Wirtsbehausung „an der Stiegen“ (heute Hotel Stiegl-Scala) Ausdruck der Verkehrsbedeutung der über den Platz führenden überregionalen Route. Die Örtlichkeit ist schon im Jahr 1310 als „Zolstang“ urkundlich bezeugt.[1] Sie bildete seit dem 15. Jahrhundert eine der „zwölf Malgreien“, jener weiträumigen, dörflich geprägten Wirtschaftsbezirke, die die große Umlandgemeinde Bozens bildeten und sich im 19. Jahrhundert sogar als eigene Landgemeinde konstituierten. In der Landgerichtsordnung von Gries-Bozen aus dem Jahr 1487 erscheinen mit Michel Esslinger und Andre Vorstner eigene Viertelhauptleute „an der Zolstang“, die zugleich als landesfürstliche Steuereinnehmer fungieren.[2]

Der letzte Gemeindevorsteher, Dr. Franz von Hepperger, führte 1910 den Beschluss zur Angliederung von ganz Zwölfmalgreien an den Magistratsbezirk Bozen herbei. Am 6. Jänner 1911 wurde die Vereinigung der beiden Gemeinwesen öffentlich gefeiert. Seit diesem Datum sind Bozen und Zwölfmalgreien eine gemeinsame Großgemeinde. Zentrales Motiv der Eingemeindung waren das Bevölkerungswachstum beider Gemeinwesen und der damit verbundene Bedarf an Wohnungen und Arbeitsstätten. Um den Zusammenschluss auch verkehrstechnisch zu bewältigen, wurde 1910 die neue Julius-Perathoner-Straße (heutige Piavestraße) mit dem großen Torbogen am Amonn-Haus angelegt, die mittig vom Zwölfmalgreiner Platz zum Rathausplatz und weiter zu den Bozner Lauben führt.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 1. Stadtgemeinde Bozen, Bozen 2005, ISBN 88-901870-0-X, S. 171 (Nr. 239).
  2. Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 2. Stadtgemeinde Bozen, Bozen 2008, ISBN 978-88-901870-1-8, S. 191 (Nr. 1230).

Koordinaten: 46° 30′ 0,9″ N, 11° 21′ 39,4″ O