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Debit-Mastercard der deutschen Fidor Bank

Zahlungskarten sind Zahlungsmittel, die bargeldlose Zahlungen in Form der Plastikkarte ermöglichen.

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AllgemeinesBearbeiten

Das Bargeld als einziges gesetzliches Zahlungsmittel wird immer stärker durch den bargeldlosen Zahlungsverkehr verdrängt. Zu letzterem gehören nicht nur Überweisungen, Echtzeitüberweisungen oder Lastschriften, sondern auch der Zahlungsvorgang durch Kartenzahlungen oder ähnliche Systeme. Von den Zahlungskarten grenzen sich die reinen Bankkarten dadurch ab, dass letztere ausschließlich für Barauszahlungen, Bareinzahlungen und Kontoauszugsdrucker verwendet werden können.

Im Bereich der EZB entfielen im Jahre 2017 bereits 52 % aller Zahlungstransaktionen auf Kartenzahlungen, 24 % auf Überweisungen und 19 % auf Lastschriften.[1] Deutschland weicht hiervon noch deutlich ab, denn mit 48,5 % dominieren Lastschriften, gefolgt von Überweisungen (29,5 %) und Kartenzahlungen (21,1 %).[2] Allerdings ist seit dem Jahre 2011 die Anzahl der Kartenzahlungen in Deutschland je Einwohner von 36,6 (2011) über 45 (2013) auf 54,4 (2017) angestiegen, also hatte jeder Einwohner im Jahr 2017 im Durchschnitt 54,4 Kartenzahlungen getätigt.[3] Die Barzahlungsquote liegt in Europa durchschnittlich bei 32 %, in Deutschland dagegen noch bei 48 %.[4] Bei Beträgen bis 5 Euro liegt in Deutschland der Barzahlungsanteil bei 96 %, zwischen 5 und 20 Euro bei 88 %, 20 bis 50 Euro noch bei 60 %. Erst bei Beträgen ab 50 bis 100 Euro überwiegt die Debitkarte (45 %), ab 100 Euro liegt der Barzahlungsanteil bei 24 %.[5]

BestandteileBearbeiten

Alle Zahlungskarten weisen das internationale Format des Personalausweises auf, entsprechen also ISO 7810 (85,6 mm Länge, 54 mm Breite). Sie sind aus Plastik hergestellt („Plastikkarten“) und zeigen auf der Vorderseite das Logo des Ausstellers, Name des Karteninhabers und des kontoführenden Kreditinstituts, den integrierten Chip (Chipkarte), auf der Rückseite befinden sich die Unterschriftsprobe des Karteninhabers und der Magnetstreifen. Der Chip wird bei Kartennutzung durch den Chipkartenleser ausgelesen, der Magnetstreifen durch einen Durchzugleser. Die Chipkarte entspricht der Norm ISO 7816-1, Chip und Magnetstreifen sind beide noch für einen Übergangszeitraum erforderlich (ISO 7816-2).[6]

ArtenBearbeiten

Eine Kartenzahlung ist eine Zahlung, bei der kontogebundene (beispielsweise Debitkarten) und nicht kontogebundene Zahlungskarten (wie Kreditkarten) eingesetzt werden.

Außerdem gibt es mobiles Bezahlen durch Smartphones, Tablets oder Wearable Computing, das durch kontaktloses Bezahlen erfolgt. Technologien wie Bluetooth, QR-Codes oder das Kontaktlosverfahren durch Near Field Communication (NFC) können hier zur Übertragung der Zahlungsdaten verwendet werden. Die NFC-Funktion wird teilweise auch bei Zahlungskarten berücksichtigt.

ZahlungsablaufBearbeiten

Die Zahlungskarte wird vom Verkäufer/Händler (Vertragsunternehmen) entgegengenommen, der die Identitätsfeststellung vornimmt, den Rechnungsbetrag mit den Kartendaten zum Leistungsbeleg verbindet sowie erforderlichenfalls die PIN und die Unterschrift vom Kartennutzer anfordert. Die Zahlungspflicht des Kartenausstellers wird vom Vertragsunternehmen durch den Zusatz „Unterschrift des Karteninhabers ist auf dem Leistungsbeleg vorhanden“ (englisch signature on file) ausgelöst. Diese Zahlungspflicht des Kartenunternehmens entsteht nur, wenn das Vertragsunternehmen mit Hilfe des POS-Terminals ordnungsgemäße Leistungsbelege erstellt. Diese Regelung schreibt eine sachgemäße Dokumentation der abgewickelten Geschäfte vor, die insbesondere zur Bearbeitung etwaiger Beschwerden eines Karteninhabers benötigt wird.[7] Die Angabe „signature on file“ ist stets eine notwendige Voraussetzung der Zahlungspflicht des Kreditkartenunternehmens im Präsenzverfahren,[8] die Zahlungspflicht im Mailorderverfahren entsteht auch ohne den Vermerk „signature on file“ auf den Leistungsbelegen, wenn Bestellungen per E-Mail/Internet übermittelt werden und dem Vertragsunternehmer die Unterschriften der Karteninhaber nicht vorliegen.[9]

RechtsfragenBearbeiten

Pendant für den Straftatbestand der Geldfälschung bei Bargeld ist der Kreditkartenbetrug. Dabei regelt § 152a StGB die Fälschung von Zahlungskarten ohne Garantiefunktion und § 152b StGB die Fälschung von Zahlungskarten mit Garantiefunktion.[10] Zahlungskarten ohne Garantiefunktion sind die von einem Kreditinstitut oder Finanzdienstleistungsinstitut herausgegebenen kontogebundenen Karten (Debitkarten), zu den Zahlungskarten mit Garantiefunktion gehören die nicht kontogebundenen Kreditkarten.

Elektronische Geldbörsen können durch Hacker attackiert werden. Als Ausspähen von Daten (englisch hacking) wird das unerlaubte Eindringen in ein fremdes Computersystem oder Computernetzwerk unter Überwindung der Zugangssicherung verstanden, um sich oder einem anderen unbefugt Zugang zu Daten zu verschaffen, die nicht für ihn bestimmt und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind (§ 202a StGB). Zudem kann der Computerbetrug nach § 263a StGB erfüllt sein, bei dem jemand das Ergebnis eines Datenverarbeitungsvorgangs durch unrichtige Gestaltung des Programms, durch Verwendung unrichtiger oder unvollständiger Daten, durch unbefugte Verwendung von Daten oder sonst durch unbefugte Einwirkung auf den Ablauf beeinflusst.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Zahlungskarten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. EZB, Pressemitteilung vom 14. September 2018, Zahlungsverkehrsstatistik für das Berichtsjahr 2017, S. 1
  2. EZB, Pressemitteilung vom 14. September 2018, Zahlungsverkehrsstatistik für das Berichtsjahr 2017, S. 7
  3. Statista Das Statistikportal, 2019, Anzahl der Kartenzahlungen je Einwohner in Deutschland von 2011 bis 2017
  4. ING-DiBa vom 1. August 2018, Deutsche halten weiter an Bargeld fest
  5. Statista Das Statistikportal, 2019, Anteil der verwendeten Zahlungsinstrumente in Deutschland im Jahr 2017 nach Betragsbereichen
  6. Jochen Kißling, Zahlung mit elektronischen Werteinheiten, 2003, S. 34
  7. BGH WM 2004, 1130, 1131
  8. BGH WM 2004, 1130, 1132
  9. BGH, Urteil vom 12. Juli 2005, Az: XI ZR 412/04 = BGHZ 157, 256
  10. Jörg Eisele, Strafrecht: Eigentumsdelikte, Vermögensdelikte und Urkundendelikte, 2009, S. 460
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