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Yassin Musharbash

deutscher Journalist und Schriftsteller

LebenBearbeiten

Musharbash, Sohn des aus Jordanien emigrierten Nazih Musharbash und einer Deutschen,[1] wuchs in Bad Iburg in der Nähe von Osnabrück auf. Er studierte Arabistik und Politologie an der Georg-August-Universität in Göttingen sowie an der Bir Zait-University in Ramallah.

Er begann schon während des Studiums als Journalist zu arbeiten, unter anderem für die taz, die Jordan Times und die Neue Osnabrücker Zeitung. Bis 2012 war er Redakteur in der Onlineredaktion des Spiegels. Seit 1. März 2012 ist Musharbash für das Investigativressort der Wochenzeitung Die Zeit tätig.[2][3] Seit August 2016 berichtet er aus Amman für Die Zeit.[4]

2006 erschien Musharbashs erstes Buch im Verlag Kiepenheuer & Witsch, das Sachbuch Die neue Al-Qaida. Innenansichten eines lernenden Terrornetzwerks. 2011 veröffentlichte er im selben Verlag seinen ersten Roman, einen Thriller unter dem Titel Radikal, der im selben Jahr auch als Hörbuch und 2013 in finnischer Übersetzung erschien.[5] Im Jahre 2009 erschien im Heyne Verlag Wir Wickelprofis: So wird die Elternzeit für Väter zum Kinderspiel, von Markus Kamrad, Yassin Musharbash und Jonas Viering.

Sein Politthriller Radikal wurde von Jens Groß für die Bühne bearbeitet und 2012 im Berliner Maxim Gorki Theater uraufgeführt.[6]

Musharbash lebt in Berlin und hat zwei Töchter.[7]

VeröffentlichungenBearbeiten

„Hate Poetry“Bearbeiten

Seit 2012 tritt Musharbash zusammen mit den Journalisten Mely Kiyak, Deniz Yücel, Özlem Topçu, Özlem Gezer, Hasnain Kazim, Doris Akrap und Ebru Taşdemir im Rahmen der „antirassistischen Leseshow“ Hate Poetry[8] auf, bei denen sie im Stile eines Poetry Slams rassistische Leserbriefe vorlesen. „Selten war Rassismus so unterhaltsam“, urteilte darüber Die Welt,[9] während die taz[10] von einer „kathartischen Lesung“ sprach. In einem Beitrag für 3sat sagte Musharbash: „Das zeigt sich bei allen Briefen, die alle von uns bekommen: Dass es einfach Leute gibt, die damit nicht klarkommen, dass jemand, der einen nicht bio-deutschen Namen hat, in einer deutschen Zeitung schreiben darf. Das ist für viele offenbar ein unvorstellbarer Skandal.“[11]

AuszeichnungenBearbeiten

  • Preis „Der lange Atem“ (2. Platz) des Journalistenverbands Berlin-Brandenburg für seine Berichterstattung zu den Themen Dschihadismus und Islamdebatte[3]
  • Für Hate Poetry wurden Musharbash und die anderen Gründungsmitglieder in der Kategorie „Sonderpreis“ als Journalisten des Jahres 2014 ausgezeichnet. „Hate Poetry ist zur Marke und zum Vorbild für andere Redaktionen geworden: witzig, klug, unterhaltsam, schockierend und Augen öffnend. Er hilft zudem den betroffenen Journalisten, mit rassistischen Anfeindungen umzugehen“, hieß es in der Begründung der Jury.[12]
  • 2018: Nannen Preis in der Kategorie Beste investigative Leistung für Ein Anschlag ist zu erwarten[13]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 21. August 2011, S. 25
  2. Artikel für Die Zeit
  3. a b Noodls: Yassin Musharbash und Martin Kotynek verstärken Investigativ-Ressort der Zeit
  4. Archivlink (Memento des Originals vom 5. November 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/meedia.de
  5. Autorenprofil beim Kiepenheuer & Witsch-Verlag
  6. Premiere am 13. Oktober 2012 im Maxim Gorki Theater Berlin: Radikal - Yassin Musharbash - Ein Politthriller (Memento des Originals vom 18. Februar 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gorki.de, Spieldauer: 1:40h
  7. Interview mit Yassin Musharbash auf Krimicouch vom September 2011.
  8. Selbstdarstellung der Hate Poetry (Memento des Originals vom 26. Dezember 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/hatepoetry.com, abgerufen am 20. Dezember 2014
  9. „Gehen Sie doch zurück nach Fickdeppenarschland“, Die Welt vom 1. Februar 2013
  10. „Lachen im Fickdeppenarschland“, die tageszeitung vom 2. April 2012
  11. 3sat: „Hate Poetry: Rassistische Leserbriefe unterhaltsam gelesen“
  12. Begründung der Jury vom 19. Dezember 2014, abgerufen am 20. Dezember 2014
  13. NANNEN PREIS 2018. Nominierte und Preisträger