Xilinx

US-amerikanisches Unternehmen für integrierte Schaltkreise

Xilinx, Inc. ist der weltgrößte Entwickler und Hersteller von programmierbaren Logik-ICs, sogenannten Field-Programmable Gate Arrays (FPGAs). Der Stammsitz des Unternehmens ist im kalifornischen San José. Der europäische Hauptsitz befindet sich in Dublin und der asiatische in Singapur. Xilinx besitzt keine eigene Halbleiterfertigung, sondern ist ein Fabless-IC-Hersteller.

Xilinx Inc.

Logo
Rechtsform Corporation
ISIN US9839191015
Gründung 1984
Sitz San Jose, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Victor Peng (CEO)
Mitarbeiterzahl 3.458[1]
Umsatz 2,213 Mrd. USD[1]
Branche Integrierte Schaltkreise
Website www.xilinx.com
Stand: 2. April 2016

Hauptquartier in San Jose

GeschichteBearbeiten

Xilinx wurde 1984 von Ross Freeman (FPGA-Erfinder), Bernie Vonderschmitt (Fabless-Pionier) und Jim Barnett gegründet, die zuvor bei Zilog tätig waren. Das Unternehmen wurde im Silicon Valley angesiedelt und mit dem Geld von Investoren finanziert. 1985 kam man mit dem ersten Chip auf den Markt. Die Herstellung erfolgt zunächst in Japan. Bereits Ende 1989 konnten die Investoren ausgezahlt werden.[2]

Zwischen 1996 und 2013 entwickelte sich der Umsatz von 560 Millionen Dollar auf 2,2 Mrd. Dollar.[2]

Im Oktober 2020 gab AMD bekannt, Xilinx für 35 Mrd. US-Dollar zu übernehmen.[3]

TechnologieBearbeiten

 
FPGA von Xilinx

Xilinx stellt FPGA- und CPLD-Bausteine her, die in zahlreichen Anwendungen, bei der Telekommunikation, Automotive, Consumer, Verteidigung und anderen Bereichen verwendet werden. In der Hauptsache werden vier Bausteinfamilien gefertigt: einfache Logik (Coolrunner), Low-cost-Anwendungen (Spartan), mittlere Bereiche (Kintex) und High-Performance-Anwendungen (Virtex), gemeinsam mit den dazu benötigten Bausteinen wie PROMs.

Die Virtex-Familie ist von besonderem Interesse für System-on-a-Chip-Entwickler, weil manche Bausteine dieser Familie vollständige PowerPC-Kerne als diskrete Hardwareblöcke direkt im FPGA-Chip enthalten. Damit können auf diesen Chips spezifische Programme oder ganze Betriebssysteme wie µCLinux oder RTOS laufen, während gleichzeitig die Logikgatter im Chip vollständig für Erweiterungen der Funktionalität genutzt werden können. Es können z. B. Peripherie-Bausteine oder Co-Prozessoren implementiert werden. Die FPGA-Serien Virtex-II Pro, Virtex-4, Virtex-5, und Virtex-6 enthalten bis zu zwei eingebettete IBM-PowerPC-Kerne der Serie 405 beziehungsweise 440.

FPGAs der aktuellen Zynq-7000-Familie enthalten für SoC-Anwendungen statt des Power-PC einen Mehrkernprozessor mit ARM-Architektur z. B. ARM Cortex-A9 MPCore. Die leistungsfähigeren UltraScale-SoC der Kintex-Serie enthalten bis zu 4 Prozessoren der M.53-Serie.[4]

SoC-Systeme können aber auch mittels SoftCores wie dem Xilinx-eigenen MicroBlaze oder anderen synthetisierbaren Prozessorkernen in Xilinx-FPGAs ohne Hardcore realisiert werden.

Mit der Virtex2-Familie war Xilinx Anfang 2006 der erste Hersteller, dessen FPGAs partiell rekonfigurierbar sind. Das heißt, Teile des Chips können während der Laufzeit neu konfiguriert und damit die Funktionen ausgetauscht werden.

Andere bedeutende FPGA-Hersteller sind Altera, Lattice Semiconductor Corporation, Actel, Quicklogic und Atmel.

WeblinksBearbeiten

Commons: Xilinx – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Xilinx 2015 Form 10-K Report (Memento des Originals vom 22. Dezember 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/investor.xilinx.com, abgerufen am 20. Dezember 2016
  2. a b A Brief History of Xilinx. In: HardwareBee. 29. März 2018, abgerufen am 11. Oktober 2020 (amerikanisches Englisch).
  3. Marc Sauter: AMD kauft Xilinx für 35 Milliarden US-Dollar. In: Golem.de. 27. Oktober 2020, abgerufen am 28. Oktober 2020.
  4. UltraScale Architecture. Xilinx, abgerufen am 11. Oktober 2020 (englisch).