Wolfgang Müller (Papyrologe)

deutscher Papyrologe und Althistoriker

Wolfgang Müller (* 10. Juli 1922 in Altenburg; † 24. Oktober 2012[1]) war ein deutscher Papyrologe und Althistoriker.

LebenBearbeiten

Müller studierte nach dem Zweiten Weltkrieg Alte Geschichte an der Universität Leipzig und wurde 1950 bei Wilhelm Schubart mit der Dissertation Das Edikt des Tiberius Julius Alexander promoviert. Seit 1951 leitete er die Arbeitsgruppe Papyrologie des Institut für griechisch-römische Altertumskunde der Deutschen Akademie der Wissenschaften. Ab dem Frühjahrssemester 1953 war er in Nachfolge des für althistorische Veranstaltungen ungeeigneten Hugo Preller auf Initiative von Friedrich Zucker zunächst Lehrbeauftragter für die Geschichte des Griechisch-Römischen Altertums an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ab 1. Februar 1954 war er – da er nicht habilitiert war – mit der Wahrnehmung einer Dozentur betraut. Er pendelte neun Jahre lang wöchentlich von Berlin nach Jena, um dort Überblicksvorlesungen sowie Spezialkollegs und Seminare abzuhalten. Müller sorgte für die Einstellung des Althistorikers Detlef Lotze, der bis zu seiner Emeritierung in Jena lehrte, und des Papyrologen Fritz Uebel. Müller hielt bis zum Mauerbau auch direkten Kontakt zu Wissenschaftlern in Westdeutschland und vermittelte beispielsweise Helmut Berve als Doktorvater für Lotze. Bis zu Lotzes Habilitation im Jahr 1961 war Müller der alleinige Lehrer für Alte Geschichte an der Universität Jena, nach der Habilitation Lotzes verließ Müller die Universität 1962 und widmete sich wieder ganz seinen Tätigkeiten in Berlin. Seit Frühjahr 1960 war er nebenamtlich Leiter der Papyrussammlung der Staatlichen Museen in Berlin, seit Juli 1960 kommissarisch, von 1965 bis 1988 hauptamtlich Direktor des Ägyptischen Museums in Ostberlin. Dort wurde Karl-Heinz Priese sein Nachfolger, der Müllers internationale Ausrichtung weiter verfolgte. 1964 wurde er an der Humboldt-Universität zu Berlin habilitiert.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Papyrusurkunden aus ptolemäischer Zeit (= Ägyptische Urkunden aus den Staatlichen Museen Berlin. Griechische Urkunden. Bd. 10). Akademie Verlag, Berlin 1970.
  • (Hrsg.): Das Leben Äsops. Dieterich, Leipzig 1974.
  • mit Caris-Beatrice Arnst: Adolf Erman, ein grosser Berliner Gelehrter 1854–1937. Staatliche Museen zu Berlin, Berlin 1987.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Traueranzeige der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berliner Zeitung vom 30. November 2012, S. 24