Hauptmenü öffnen

Wilhelm Totok

deutscher Autor, Herausgeber und Bibliothekar

LebenBearbeiten

Totok wurde als ältester Sohn des Kaufmanns Andreas Totok und dessen Ehefrau Luisa, geb. Loch, im Banat geboren. Da dieser Landesteil des alten Österreich-Ungarn nach dem 1. Weltkrieg an Rumänien gefallen war, wuchs er dreisprachig auf: Ungarisch vom Vater her, Deutsch von der Mutter, Rumänisch als Staatssprache. Die Eltern schickten ihn auf eine deutschsprachige Schule in der Banater Hauptstadt Timișoara, wo er seine Schulzeit 1940 mit dem staatlich-rumänischen Abitur abschloss. Totok studierte an den Universitäten Marburg/Lahn und Wien Germanistik, Klassische Philologie, Geschichte und Philosophie. Nach Staatsexamen und Promotion war er ab 1949 Bibliothekar in Frankfurt am Main (ab 1951 an der Deutschen Bibliothek) und ab 1957 als Bibliotheksrat an der Universitätsbibliothek Marburg. Von 1962 bis 1986 war Totok Direktor der Niedersächsischen Landesbibliothek (heute Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek) in Hannover.

Totok war von 1973 bis 1975 1. Vorsitzender des Vereins Deutscher Bibliothekare (VDB) und von 1977 bis 1980 1. Vorsitzender des Deutschen Bibliotheksverbands (DBV).

Weithin bekannt geworden ist Totok als Bibliograph durch das von ihm begründete Handbuch der bibliographischen Nachschlagewerke, welches 1953 in 1. Auflage erschien und bis 1985 in 6 Auflagen herauskam, sowie durch das umfangreiche Handbuch der Geschichte der Philosophie (6 Bände, 1964–1990), das als Standardwerk seit 1997 in zweiter, neu bearbeiteter Auflage erscheint.

Eine Festschrift zu Totoks Ehren wurde im Jahre 1986 unter dem Titel Bibliotheken im Dienste der Wissenschaft veröffentlicht, die auch ein Schriftenverzeichnis enthält. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und des Verdienstkreuzes des Niedersächsischen Verdienstordens (1. Klasse).[2]

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

  • Handbuch der Geschichte der Philosophie. Klostermann, Frankfurt am Main.
    • Band 1. Altertum: Indische, chinesische, griechisch-römische Philosophie. Unter Mitarb. von Horst-Dieter Finke und Helmut Schröer. 2., völlig neu bearb. und erw. Auflage. 1997, ISBN 3-465-02871-6.
    • Band 2. Mittelalter. Unter Mitarb. von Hiltraut Heiderich und Helmut Schröer. 1973, ISBN 3-465-00985-1.
    • Band 3. Renaissance. Unter Mitarb. von Erwin Schadel, Hans-Peter Schramm und Helmut Schröer. 1980, ISBN 3-465-00989-4.
    • Band 4. Frühe Neuzeit. 17. Jahrhundert. Unter Mitarb. von Erwin Schadel, Ingrid Dietsch und Helmut Schöer. 1981, ISBN 3-465-00991-6.
    • Band 5. Bibliographie des 18. und 19. Jahrhundert. Unter Mitarb. von Horst-Dieter Finke, Hans-Henner Hackstein, Helmut Schröer und Ingrid Dietrich. 1986, ISBN 3-465-01665-3.
    • Band 6. Bibliographie 20. Jahrhundert. Unter Mitarb. von Horst-Dieter Finke, Hans-Henner Hackstein und Helmut Schröer. 1990, ISBN 3-465-01883-4.
  • mit Rolf Weitzel: Handbuch der bibliographischen Nachschlagewerke. 2. Auflage. Klostermann, Frankfurt am Main 1959
    • Band 1: Allgemeinbibliographien und allgemeine Nachschlagewerke. 6. Auflage. 1984, ISBN 3-465-01592-4.
    • Band 2: Fachbibliographien und fachbezogene Nachschlagewerke. 6. Auflage. 1985, ISBN 3-465-01594-0.

LiteraturBearbeiten

  • Reinhard Oberschelp, Karl-Heinz Weimann (Hrsg.): Bibliotheken im Dienste der Wissenschaft. Festschrift für Wilhelm Totok zum 65. Geburtstag am 12. September. Klostermann, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-465-01735-8.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://wilhelm.totok.de/index.htm
  2. Wilhelm Totok : Traueranzeige. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. 6. Mai 2017, abgerufen am 7. Mai 2017.