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Werner Marx (Philosoph)

deutscher Philosoph

LebenBearbeiten

Marx legte 1929 am Staatlichen Gymnasium in Mülheim an der Ruhr das Abitur ab und studierte danach an den Universitäten Freiburg, Berlin und Bonn Philosophie und Rechtswissenschaften. Er promovierte 1933 in Rechtswissenschaften und begann seine juristische Referendarsausbildung am Amtsgericht in Wesel. Noch im gleichen Jahr musste er sein Referendariat als Jude aus „rassischen Gründen“ aufgeben.

Er verließ Deutschland und kam über Brüssel und London nach Palästina. 1938 siedelte er in die USA über, promovierte bei Karl Löwith über Aristoteles und lehrte ab 1949 an der New School for Social Research in New York.

1958 ging er zurück nach Deutschland und wurde 1964 nach einer 17-jährigen Vertretung durch Wilhelm Szilasi Nachfolger auf dem Lehrstuhl Martin Heideggers an der Universität Freiburg. Ab 1964 war er auch Direktor des Husserl-Archivs. Marx entwickelte seine Philosophie "auf dem Boden des Denkens Heideggers".[1]

Nach langer Krankheit starb Werner Marx im November 1994 im badischen Bollschweil.

Zu seinen Schülern gehört Ludwig Siep.

EhrungenBearbeiten

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • The Meaning of Aristotle's "Ontology", Den Haag 1954
  • Heidegger und die Tradition. Eine problemgeschichtliche Einführung in die Grundbestimmungen des Seins, Stuttgart 1961 (mehrere Auflagen, auch englisch: 1971)
  • Die Bestimmung der Philosophie im Deutschen Idealismus, Stuttgart 1964 (Antrittsvorlesung vom 11. Mai 1964 in Freiburg i. Br.)
  • Absolute Reflexion und Sprache, Frankfurt am Main 1967
  • Verstehen und Auslegen, Freiburg 1967
  • Das Spiel. Wirklichkeit und Methode, Freiburg i. Br. 1967
  • Vernunft und Welt. Zwischen Tradition und anderem Anfang, Den Haag 1970 (auch englisch: Den Haag 1971)
  • Hegels Phänomenologie des Geistes, Stuttgart 1971 (mehrere Auflagen; auch englisch: Hegel's Phenomenology of Spirit, Chicago 1975)
  • Einführung in Aristoteles' Theorie vom Seienden, Freiburg i. Br. 1972
  • Schelling: Geschichte, System, Freiheit, Freiburg 1977 (auch englisch: The Philosophy of F. W. J. Schelling: History, System, and Freedom, Indiana University Press, Bloomington 1984)
  • als Hrsg.: Heidegger. Freiburger Universitätsvorträge zu seinem Gedenken. H. G. Gadamer, W. Marx, C. F. v. Weizsäcker, Freiburg/München 1977
  • Gibt es auf Erden ein Mass? Grundbestimmungen einer nichtmetaphysischen Ethik, Hamburg 1983 (auch englisch: Is there a measure on earth? Foundations for a Nonmetaphysical Ethics, Chicago 1987)
  • Ethos und Lebenswelt. Mitleidenkönnen als Mass, Hamburg 1986
  • Die Phänomenologie Edmund Husserls – Eine Einführung, München 1987 (mehrere Auflagen)
  • Towards a Phenomenological Ethics, New York 1992

LiteraturBearbeiten

  • Barbara Kaufhold: Jüdisches Leben in Mülheim an der Ruhr, S. 170–175. Klartext Verlag, Essen 2004, ISBN 3-89861-267-8.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Philosophisches Jahrbuch 92 (1985) 407.

WeblinksBearbeiten