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Der Wasaplatz ist ein Platz im Dresdner Stadtteil Strehlen sowie ein außerhalb der Innenstadt gelegener Verkehrsknotenpunkt. Das Areal um den nach dem schwedisch-polnischen Königshaus Wasa benannten Platz gilt heute als Ortsteilzentrum[1] von Dresden-Strehlen.

Wasaplatz
Dresden Stadtwappen.svg
Platz in Dresden
Wasaplatz
Der Wasaplatz, von Süden gesehen
Basisdaten
Ort Dresden
Ortsteil Strehlen
Angelegt um 1880
Einmündende Straßen Wasastraße, Oskarstraße, Kreischaer Straße, Lockwitzer Straße, Casper-David-Friedrich-Straße, Bebelstraße
Bauwerke Hotel Königshof, Villa Wasa
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Öffentlicher Verkehr, Autoverkehr

Lage und VerkehrBearbeiten

 
Das Hotel Königshof am Wasaplatz, davor Bahnen und ein Bus

Der Platz liegt am nordwestlichen Rand des Dresdner Stadtbezirks Prohlis im Stadtteil Strehlen. Die sechs angrenzenden Straßen verlaufen von hier in Richtung Altstadt sowie in die benachbarten Stadtteile im Dresdner Südosten. Rund 14.000 Fahrzeuge befahren täglich den Platz.[2]

Am Wasaplatz befindet sich eine Zentralhaltestelle, die in Dresden ein wichtiger ÖPNV-Umsteigepunkt außerhalb des Stadtzentrums ist. Hier treffen die Straßenbahnlinien 9 und 13 sowie die Stadtbusse 61, 63, 75 und 85 aufeinander. Der Haltepunkt Dresden-Strehlen der S-Bahn-Linien 1 und 2 liegt circa 350 Meter nordöstlich des Wasaplatzes. Eine Straßenbahn-Verbindung zwischen S-Bahn-Halt und Wasaplatz über die Oskarstraße ist geplant.[3]

GeschichteBearbeiten

Seine heutige städtebauliche Gestaltung erhielt der Wasaplatz um 1880 mit dem Bau der umliegenden Häuser wie dem Hotel Königshof, einigen Villen und einem Geschäftshaus mit der Wasa-Apotheke.

Die Benennung des Platzes und der nordwestlich abzweigenden Wasastraße erfolgte nach dem schwedisch-polnischen Königshaus Wasa. Insbesondere Carola von Wasa-Holstein-Gottorp sollte mit der Benennung geehrt werden. Diese war nach ihrer Hochzeit mit dem sächsischen König Albert von Sachsen bis zu ihrem Tod 1907 die letzte Königin von Sachsen.

2014 veröffentlichte die Stadt Dresden Planungen, den Wasaplatz für knapp eine Million Euro umgestalten zu wollen. Aufhänger ist dabei eine Gleisverlegung der Straßenbahn von der Wasa- in die Oskarstraße. Durch den Umbau soll die 1898 gepflanzte Eiche in der Mitte des Wasaplatzes besser zur Geltung kommen. Außerdem soll der Grünflächenanteil um 50 Quadratmeter steigen und ein Marktplatz entstehen. Dort sollen bis zu elf Händler regelmäßig ihre Waren anbieten können. Die Sicherheit für Fahrradfahrer soll durch neue Radwege erhöht werden.[4][5]

BebauungBearbeiten

 
Der Wasaplatz in von Süd-Osten gesehen
 
Die Wasapyramide

Markantestes Gebäude am Wasaplatz ist das 1888/89 als Großgaststätte gebaute Hotel Königshof. Der Bau im Neorenaissancestil beherbergt einen Ballsaal, in welchem in der Nachkriegszeit Theater- und Varietéaufführungen stattfanden. Der Hotelteil an der Lockwitzer Straße wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Zu DDR-Zeiten bis 1992 wurde im Königshof die Gaststätte Strehlener Hof betrieben. Nach einer Privatisierung des Gebäudes wurde dieses mit Ausnahme des Kopfbaus und der Straßenfront zur Kreischaer Straße abgerissen, Teile der Ausstattung des Ballsaales jedoch eingelagert. Zwischen 1995 und 1997 erfolgt ein Wiederaufbau als Hotel mit angeschlossener Gaststätte, erweitert um ein Büro- und Geschäftshaus. Der historische Ballsaal für bis zu 240 Gäste[6] wurde dabei wiederhergestellt. Das Hotel wird von der Kette DORMERO Hotel AG als DORMERO Hotel Dresden City geführt.

1903 wurde die schlossartige Villa Wasa im Jugendstil errichtet. Bauherr war der Glasfabrikant Gustav Kühnel. Der Maler Gotthardt Kuehl mit seiner Frau Henriette waren Mieter der Beletage des Hauses. Nach 1945 enteignet diente die Villa ab 1963 als Klubhaus August Bebel mit Musikraum, Fernsehraum und Lesezimmer sowie einem HO Café. Nach der Wende hatte von 1991 bis 1993 das Dresdner Kulturamt seinen Sitz in der Villa. Nach einer Sanierung in den Jahren 1993 bis 1994 wird das Haus heute als Wohn- und Bürohaus sowie durch eine Gaststätte im Stil der Jahrhundertwende genutzt. Blickfang der Villa „sind ein vieleckiger Erker mit Turmdach und der hohe, geschweifte Giebel der Hauptfassade“[7]. Die Ornamentik des Hauses ist vom Jugendstil geprägt.

In einer kleinen Grünanlage inmitten des Wasaplatzes steht die König-Albert-Eiche. Dieser seit 1999 unter Naturschutz stehende Baum wurde zu Ehren des 25-jährigen Thronjubiläums des sächsischen Königs Albert am 24. April 1898 gepflanzt und gehört damit zu den Gedenkbäumen in Dresden. Neben der Eiche steht seit 1989 während der Weihnachtszeit eine Pyramide des Zimmermeisters Otto Krause mit drei Etagen, 18 Lampen, zwölf Flügeln und 19 Figuren.[8][9]

Neben den noch von vor dem Zweiten Weltkrieg bestehenden Gebäuden entstand nach 1990 ein modernes Wohn- und Geschäftshaus an der Lockwitzer Straße.

Weitere denkmalgeschützte Gebäude am Wasaplatz sind:

  • Mietshaus in offener Bebauung (August-Bebel-Straße 33)
  • Wasastraße 15
  • Oskarstraße 2
  • Lockwitzer Straße 2
  • Villa mit Hintergebäude und Einfriedung (August-Bebel-Straße 50)

GalerieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Integriertes Stadtentwicklungskonzept Dresden – Bericht 2009. (PDF; 8,2 MB) auf dresden.de, S. 28.
  2. Wasaplatz wird umgestaltet. In: Sächsische Zeitung. 21. April 2015 (online [abgerufen am 21. April 2015]).
  3. Verzögerung bei Straßenbahn-Projekt auf sz-online.de (kostenpflichtig) vom 4. April 2012
  4. Christoph Stephan: Der Wasaplatz soll schöner werden: Stadt stellt Pläne für Umgestaltung vor. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 4. Juli 2014 (online [abgerufen am 8. Juli 2014]).
  5. Peter Weckbrodt: Runderneuerung des Wasaplatzes in Dresden nötig. computer-oiger.de, 10. März 2015, abgerufen am 11. März 2015.
  6. Unser Veranstaltungs-Factsheet. (PDF; 1,10 MB) dormero-hotel-dresden.de, 26. August 2013, abgerufen am 9. September 2013.
  7. Siegfried Thiele: Grumbtsche Villa. In: 99 Dresdner Villen und ihre Bewohner. dresdner edition, Dresden 2006, ISBN 3-9810516-2-9, S. 166.
  8. Tobias Hoeflich: Der Holzkünstler vom Wasaplatz. In: Sächsische Zeitung. 24. Dezember 2013 (kostenpflichtig online [abgerufen am 6. Januar 2014]).
  9. Annechristin Bonß: Pyramidenbauer gestalten den Wasaplatz. In: Sächsische Zeitung. 26. November 2016 (online [abgerufen am 2. Januar 2017]).

Koordinaten: 51° 1′ 41,6″ N, 13° 45′ 34″ O