War Thunder

Computerspiel
War Thunder
StudioRusslandRussland Gaijin Entertainment
PublisherRusslandRussland Gaijin Entertainment
KomponistZakhar Antonov
Georgy Zheryakov
Jeremy Soule
PlattformWindows, macOS, Linux, PlayStation 4 (Alle in der Beta-Version)
Spiel-EngineDagor Engine
GenreFlugsimulation, Panzersimulation, MMOG
ThematikFlugsimulator, Panzersimulation, Marinesimulation
SpielmodusEinzelspieler, Mehrspieler
SteuerungMaus und Tastatur, Joystick, Gamepad
Systemvor-
aussetzungen
Minimale
  • OS: Linux 64 bit, OS X Mavericks, Windows XP
  • CPU: 2,2 GHz
  • RAM: 2 GB
  • Grafikkarte: Nvidia GeForce 7XXX oder höher
  • Speicherplatz: 8 GB
MediumDownload
SpracheDeutsch, Englisch, Französisch, Russisch, Italienisch, Spanisch
Aktuelle Version1.99.0.41 (5. Juni 2020)[1]
KopierschutzAnmeldung
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben
PEGI ab 12 Jahren empfohlen

War Thunder ist ein Free-to-play-Computerspiel des russischen Spieleentwicklers Gaijin Entertainment. Das Massively Multiplayer Online Game (MMOG) ist eine Flug-, Schiffs-, Hubschrauber- und Panzersimulation, auch mit kombinierten Fahrzeugtypen (Schiffe bzw. Panzer zusammen mit Fluggeräten).

EntwicklungBearbeiten

Die Entwicklung von War Thunder begann noch unter dem Titel World of Planes bereits 2009. Gaijin Entertainment wurde vorher schon durch detaillierte Flugsimulationen wie IL-2 Sturmovik: Birds of Prey und Wings of Prey bekannt. Aufgrund der Namensähnlichkeit mit World of Warplanes, eines gleichartigen Spiels eines Mitbewerbers, wurde es umbenannt. Das Spiel hat laut Entwickler schon über drei Millionen Spieler erreicht.[2]

SpielprinzipBearbeiten

AllgemeinBearbeiten

Die Spielwelt ist in 3D gestaltet und das Spielprinzip beruht auf Player versus Player (PvP)-Schlachten. Als Hintergrund dienen Szenarios aus dem Zweiten Weltkrieg bis hin zu Schlachtfeldern des Kalten Krieges mit Modellen, die den Zeitraum von 1930 bis mittlerweile ca. 2005 umfassen. Nach Flugzeugen wurden Panzer, Helikopter und Schiffe zum Spiel hinzugefügt, die Spieler auch in kombinierten Schlachten benutzen können (Fahrzeuge mit Helikoptern und Flugzeugen, Schiffe zusammen mit Flugzeugen zusammen). Helikopter werden nur durch Kauf oder erspielen einer hohen Stufe (5) verfügbar. Es sind nicht alle Fahrzeugklassen für alle Nationen verfügbar, diese werden mit Updates hinzugefügt. Bei allen Fahrzeugklassen werden über „Forschungsbäume“ neue Fahrzeugtypen und Verbesserungen über ein Punktesystem freigeschaltet, wobei durch Einkauf der Spielwährung Golden Eagles für reales Geld diese Forschung beschleunigt werden kann. Die Forschungsdauer wächst exponentiell an. Die Flugzeug- und Helikoptermodelle sind detailreich, das Flugverhalten kann aus drei verschiedenen Modi zwischen Arcade-lastig und Simulator-ähnlich gewählt werden, ähnelt jedoch der realen Steuerung von Flugzeugen nur entfernt. Das Flug- bzw. Fahrverhalten ist teilweise unrealistisch, da weder Widerstand noch Beschleunigung berechnet werden. Um Schäden oder extreme Bewegungssituationen zu simulieren, wird einfach die Steuerung und sonstige Bedienung reduziert oder abgeschaltet. Den Modellen werden theoretische Höchstwerte zugeordnet, einige Typen haben so nach vollständiger Erforschung deutlich bessere Leistungen als die realen Vorbilder. Ohne die Modifikationen durch die Forschung sind die Fahr- und Flugzeuge dramatisch schlechter und bei Kämpfen im Nachteil.

Mehrere Fahr- und Flugzeuge lassen sich ausschließlich mit der Premium-Spielwährung freischalten. Dies ist vor allem bei eher seltenen Fahrzeugen, Prototypen und eroberten Fahr- und Flugzeugen der Fall.

Beispiele für solche Flug- und Fahrzeuge sind der T-35, der SMK, das Sd.Kfz. 140/1, der PzKpfw II Ausf. H, der T-34E (mit zusätzlicher Panzerung), die Curtiss-Wright XP-55, Commonwealth Wirraway, Commonwealth Boomerang, Westland Wyvern S.4, Pe-2-205 Peschka, Douglas BTD oder die A6m5 Ko-Reisen.

Neben dem Premium- und dem frei erforschbarem Kriegsmaterial gibt es auch seltene Flugzeuge, die man nur für bestimmten Missionen durch Zufall oder Lösen teils schwerer Aufgaben erhält. Beispiele hierfür sind etwa die Polikarpow Po-2, Tupolew TB-3 oder die Dewoitine D.520.

GeschäftsmodellBearbeiten

Der Betreiber verdient Geld durch Verkauf verschiedener Währungen im Spiel. Für den „Gaijin Marktplatz“, über den Spieler auch virtuelle Gegenstände verkaufen können, wird eine eins-zu-eins gegen US-Dollar bzw. Euro umgetauschte Währung („Gaijin Coins“) genutzt. Andere Währungen wie die „Golden Eagles“ sind mit extrem geringer Wahrscheinlichkeit auch erspielbar. Es sind Glücksspielelemente eingebaut – ein täglicher „Einarmiger Bandit“, der auch in Spielrunden zufällige Belohnungen erzeugt, außerdem laufen täglich Aktionen, mit denen durch Lösung von Aufgaben Belohnungen erreicht werden können. Zusätzlich wird zu vielen Gelegenheiten ein spezieller "Event" im Spiel eingebaut – zu Ferienzeiten, Feiertagen in mehreren Ländern etc. Zur weiteren Kundenbindung wird der „Matchmaker“ eingesetzt, der die Spielerteams zusammenstellt. Dieser soll die Motivation zum Kauf der Währungen weiter erhöhen, indem er die Teams so zusammenstellt, dass alle Spieler ausgewogene Spielergebnisse erzielen. Die Statistik ist online einsehbar, auch ohne den Spielclienten,[3] und zeigt erwartungsgemäß für fast alle Spieler ein Sieg/Niederlagenverhältnis von rund 50 % an. Der Betreiber hat sich entschieden, kein Pay-To-Win einzubauen (überlegene Ausrüstung gegen Geld), sondern verwendet eine verdeckte Spielzuweisung in Zufallsschlachten ab Stufe 2. Nur so ist eine solches Verhältnis zu erklären. Ein weiteres Indiz für diese Steuerung sind sehr unwahrscheinliche Sieg- oder Niederlagen-Serien, die gehäuft auftreten.

SteuerungBearbeiten

Es stehen mehrere Steuerungsarten zur Verfügung, mit denen die Spieler ihr Flugzeug je nach eigener Erfahrung und eigenen Fähigkeiten steuern können. Die einfachste Steuerungsform stellt hierbei der Maus-Zielmodus dar, bei dem der Spieler von einem virtuellen „Ausbilder“ unterstützt wird, der das Flugzeug stabilisiert und auch Elemente der Steuerung, wie z. B. das Rollen, übernimmt. In diesem Modus besitzt der Spieler nur Zugriff auf die einfachsten Elemente des Flugzeugs (Steuerung, Schießen, Rundumblick). Die Steuerung kann in ihrer Komplexität erweitert und der „Ausbilder“ abgeschaltet werden, so dass der Spieler letztendlich die vollständige Kontrolle über sämtliche Elemente des Flugzeugs erhalten kann.

Die Flugzeuge können aus dem Cockpit heraus mit virtuellem Head-up-Display (HUD) oder in der dritten Person gespielt werden; viele Bomber verfügen zudem über ein Bombenvisier und eine rückwärtsgerichtete Kamera, die die Kontrolle über die Bordschützen ermöglicht.

SpielmodiBearbeiten

Insgesamt stehen vier Spielmodi zur Verfügung:

  • Arcade-Schlachten mit zufallsgenerierten Teams, welche ohne Rücksicht auf historische Bündnisse zusammengestellt werden, und vereinfachtem Flugverhalten. Die Flugzeuge haben mehr Leistung und mehr Panzerung als in den anderen Spielmodi, anormale Flugzustände wie z. B. das Trudeln können fast nicht erreicht werden. Zudem sind Beschädigungen aufgrund zu hoher aerodynamischer Belastungen, also z. B. durch zu hohe Geschwindigkeit oder zu hoher Lastvielfachen in Kurven, deaktiviert. Ebenfalls ist für die Flugzeuge ein unbegrenzter Munitionsvorrat vorhanden, der auch während der Mission ergänzt werden kann. Zudem steht ein individuell einstellbarer Vorhaltepunkt zur Verfügung, der das Schießen erleichtern soll. Außerdem kann der Spieler in Panzer- und Flugzeugmatches dreimal, in Schiffmatches bis zu sechs mal (mit 3 Flugzeugen, mittels Punkte-Counter wie in realistischen Schlachten) spawnen. In Panzermatches ist es außerdem möglich, durch den Abschuss feindlicher Spieler einen Flugzeugspawn auszulösen, bei dem man mit 1 Abschuss als Jagdflieger, mit 2 als Sturzkampfbomber und/oder mit 3 als schwerer oder mittelschwerer Bomber in das Geschehen eingreifen kann, was von gegnerischen Spielern mit Flugabwehrpanzern, eigenen Jägern oder sogar Panzergeschützen und Maschinengewehren der Panzer gekontert werden kann.
  • Realistische Schlachten, in denen die Spieler meist historisch korrekt und mit realistischem Flugverhalten antreten. Die Flugzeuge können durch aerodynamische Belastungen beschädigt werden, nicht mehr auf den Vorhaltepunkt zurückgreifen und verfügen nicht mehr über unendlich Munition. Diese kann stattdessen nur noch auf Trägerschiffen oder Flugfeldern nachgeladen werden. Ebenfalls kann man in realistischen Schlachten nicht mehr ohne weiteres respawnen. Während man in früheren Versionen oder in Flugzeug-Kämpfen von War Thunder noch ganz ausschied, kann der Spieler heute in Panzer-Schlachten Fahrzeugpunkte nach dem Tod in Wiedereinstiege investieren, welche anhand von Typ und "Tierstufe" des jeweiligen Fahr- oder Flugzeuges sowie der bereits gemachten Wiedereinstiegen besteuert werden. Bei Panzer- und Schiffsmatches können ausgewählte Flugzeuge benutzt werden, solange nach einem Spielertod genug Punkte zur Verfügung stehen.
  • Simulator-Schlachten, in denen War Thunder eher einem Kriegs-Flugsimulator gleicht und in denen die Ansichten auf die Cockpitansicht beschränkt und der Mauszielmodus sowie der virtuelle „Ausbilder“ nicht verfügbar sind. Munition ist wie in den historischen Schlachten ebenfalls begrenzt. Das Flugverhalten ist in diesem Modus sehr realistisch, zudem ist vor der erstmaligen Teilnahme ein Simulatortraining Pflicht.
  • "Sturm" ist ein Modus, in dem mehrere Spieler einen Flugplatz verteidigen müssen, welcher in Wellen von Bombern und Jägern angegriffen wird, die von einer KI gesteuert werden. Die Steuerung in diesem Modus entspricht der des Arcademodus. Er beinhaltet bei erfolgreichem Abschluss eine Schlachttrophäe, welche dem Spieler einen zufälligen Bonus/Booster schenkt.

Weiterhin gibt es unterschiedliche Missionstypen: „Bodenangriff“, „Vorherrschaft“, „Frontlinie“ und „Operationen“, die aber nicht alle in jedem Modus verfügbar sind. So finden im Arcade-Modus keine Operationen statt, im historischen Modus gibt es keinen Vorherrschaftsmodus.

GefechtsfelderBearbeiten

Die orthogonalen Gefechtsfelder orientieren sich in Topologie, Vegetation, Bebauung und Jahreszeit an historischen Schlachten des Zweiten Weltkriegs, darunter unter anderem:

KommunikationBearbeiten

Textchat

Die Spieler können über den internen Chat kommunizieren. Für den Chat gibt es drei Modi für die Sichtbarkeit der Nachricht: Team, Geschwader, Alle

Voicechat

Die Spieler können innerhalb der Staffel per Mikrofon kommunizieren. Dazu wird eine integrierte Erweiterung von Vivox genutzt.[4]

Staffel und KampfgruppenBearbeiten

Die Bildung von Staffeln ist in War Thunder möglich.[5] Der Vorteil einer Staffel ist, dass die Mitglieder besser untereinander kommunizieren und so effektiver spielen können. Es gibt zusätzlich die Option, Staffeln mit zufälligen Spielern einer Runde zu bilden. Dies kann jedoch auch deaktiviert werden. Die Option dient dem Erreichen von Staffelbelohnungen auch ohne dass man mit jemandem aktiv eine Staffel bilden muss. Kampfgruppen sind Premium-Spielern vorbehalten.

RezensionenBearbeiten

PreiseBearbeiten

War Thunder hat folgende Preise erhalten:

  • gamescom award, Best Simulation Game (2013)
  • KPN Best Game (2013)
  • KPN Best Developer (2013)
  • KPN Best Technology (2013)
  • KPN Best Sounddesign (2013)[8]

WeblinksBearbeiten

Commons: War Thunder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Changelog: Server Update 05.06.2020. Abgerufen am 7. Juni 2020.
  2. Über drei Millionen Spieler bei War Thunder (aufgerufen am 25. Juli 2013)
  3. Warthunder Community Webseite - Spielersuche und Forum: Community - War Thunder. Abgerufen am 20. Oktober 2018.
  4. Sprachchat in War Thunder@1@2Vorlage:Toter Link/warthunder.eu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (aufgerufen am 30. April 2013)
  5. Staffeln in War Thunder (aufgerufen am 30. April 2013)
  6. Jürgen Stöffel: Spieletest „War Thunder“. In: GameStar.de. 30. Oktober 2012.
  7. Antonia Seitz: Spieletest. In: GamePro. 10. Januar 2014.
  8. Preise, (Symbole unten) abgerufen am 1. Oktober 2014