Waldbühne Kloster Oesede

Freilichtbühne in der niedersächsischen Stadt Georgsmarienhütte im Landkreis Osnabrück

Die Waldbühne Kloster Oesede ist eine Freilichtbühne in der niedersächsischen Stadt Georgsmarienhütte im Landkreis Osnabrück, die 1951 von der damaligen Gemeinde Kloster Oesede errichtet wurde. Derzeit werden hier jährlich bis zu drei Musicals – aufgeteilt auf zwei Abendstücke sowie ein Kinderstück – aufgeführt.

Waldbühne Kloster Oesede im Sommer 2012 mit dem Bühnenbild für "Mirinda Zauberwind"

GeschichteBearbeiten

1951 wurde die Waldbühne durch die ehemalige Gemeinde Kloster Oesede unter dem Namen Eichendorff-Bühne eröffnet.[1] Zunächst wurden Freilichtspiele mit Klassikbearbeitungen wie beispielsweise Faust oder Die Nibelungen sowie Märchen wie Schneewittchen aufgeführt.

Aus finanziellen Gründen musste der Spielbetrieb im Jahr 1959 jedoch eingestellt werden. In den folgenden Jahren fungierte die Bühne daher als Ort für Sportveranstaltungen und Konzerte.

Nach dem Zusammenschluss Kloster Oesedes mit vier weiteren Landgemeinden zur Stadt Georgsmarienhütte im Jahr 1970 übernahm diese die Freilichtbühne. In den folgenden Jahren war die Bühne hauptsächlich Schauplatz diverser Rockfestivals und Konzerte.

Zu Beginn der 1980er Jahre endete auch diese Verwendung, sodass die Bühne einige Jahre nicht genutzt wurde, bevor 1988 der Theaterbetrieb unter der Leitung von Franz Breit wieder aufgenommen werden konnte; das erste gezeigte Stück war das Musical Oklahoma!; 1990 kam unter der Leitung von Johannes Börger zusätzlich das Kindertheater an die Bühne.

Im Jahr 2003 wurde der Verein „Waldbühne Kloster Oesede e.V.“ gegründet und der Spielbetrieb seither unter diesem Namen durchgeführt.[2] Seit 2004 wird das Abendstück durch die Livemusik der Band der Waldbühne aufgewertet. Seitdem begeisterten die Musiker unter der Leitung von Georgi Gürov die Besucher in den Abendstücken. 2010 wurde mit Betty und ihre Schwestern zum ersten Mal eine deutsche Erstaufführung gespielt.[3] Der Chor der Waldbühne wurde bis 2015 von Angela Irnich geleitet und bereicherte ebenfalls musikalisch alle Abendstücke. Für die Heiße Ecke wurden bis zu achtstimmige Stücke eingeübt. Im Jahr 2015 übergaben Georgi Gürov die musikalische Leitung und Angela Irnich die Chorleitung an Christian Tobias Müller.

Die Waldbühne Kloster Oesede ist Mitglied im Verband Deutscher Freilichtbühnen.

Die BühneBearbeiten

Die Waldbühne ist zu allen Seiten von Laubbäumen umgeben; der breite, in einer Steigung angeordnete Zuschauerraum bietet in 4 Blöcken mit jeweils 16 Bankreihen insgesamt 1200 Zuschauern Platz. Seitlich der Bühne findet die Liveband, die während der Abendstücke die Vorstellung musikalisch begleitet, Platz.

Aufführungssaison 2012Bearbeiten

In der Saison 2012 fand auf der Waldbühne die Deutschlandpremiere des Broadway-Musicals Eine Hochzeit zum Verlieben (basierend auf dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1998) statt.[4][5] Zusätzlich wurde erneut das St.-Pauli-Musical Heiße Ecke gespielt, das bereits seit 2008 an der Waldbühne aufgeführt wird. Als Kinderstück wurde in diesem Jahr das Musical Mirinda Zauberwind, das von Markus Westermeyer für die Waldbühne entwickelt wurde, uraufgeführt.[6] Mit ca. 29.000 Zuschauern wurde in dieser Saison auch die bisher höchste Zuschauerzahl erreicht.[7]

Aufführungssaison 2013Bearbeiten

Es wurden das gleichnamige Kinderstück nach dem Roman Emil und die Detektive von Erich Kästner, eine Musicalfassung des Stückes Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare und die Wiederaufnahme der Heißen Ecke dargeboten.[8] In diesem Jahr feierte das Ensemble mit den bereits über 500 Mitgliedern Vereins Waldbühne Kloster Oesede das 25-jährige Jubiläum nach Reaktivierung der Waldbühne.

Aufführungssaison 2014Bearbeiten

In dieser Saison gab es nach altbekanntem Schema ein Kinderstück (Der kleine Tag), das Abendstück (Toll trieben es die alten Römer mit Musik von Stephen Sondheim unter dem Alternativnamen Zustände wie im alten Rom) und die Wiederaufnahme der Heißen Ecke.[9]

Aufführungssaison 2015Bearbeiten

Es kamen die Musicals Wie man was wird im Leben, ohne sich anzustrengen und die Heiße Ecke sowie die Kindermusicals Rabatz im Zauberwald und Gans oder gar nicht! zur Aufführung. Gans oder gar nicht! (Musik und Text: Patrick Hehmann) basiert auf dem Märchen Die Gänsehirtin am Brunnen der Brüder Grimm. Es wurde als Waldbühnen-Wintermusical vom Jugendensemble der Waldbühne Kloster Oesede in der Aula der Realschule in Georgsmarienhütte aufgeführt.[10]

Aufführungssaison 2016Bearbeiten

Neben dem Dauerbrenner Heiße Ecke wurde das Musical Ein Mann ohne Bedeutung von Stephen Flaherty (Musik) und Lynn Ahrens (Liedtexte) aufgeführt. Höhepunkt für die Kinder war Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer,[11] ein Musical von Christian Berg (Buch) und Konstantin Wecker (Musik) nach der Vorlage von Michael Ende. Als Wintermusical stand das, 2012 am Schmidt Theater uraufgeführte Musical, Es war einmal – 7 Märchen auf einen Streich, ein rasanter Märchenmix von Martin Lingnau und Heiko Wohlgemuth, auf dem Programm.

Aufführungssaison 2017Bearbeiten

Neu auf dem Programm standen das Musical Natürlich Blond und das Kindermusical Rumpelstilzchen, basierend auf dem Märchen der Brüder Grimm. Die witzige Neuerzählung des altbekannten Märchens mit Text und Musik von Jan Radermacher wurde 2015 bei den Brüder Grimm Festspielen Hanau uraufgeführt. Zum zehnten und letzten Mal stand das St. Pauli-Musical Heiße Ecke auf dem Programm.[12] Mit 29.802 Besuchern wurde ein neuer Saisonrekord erzielt.[13] Rotkäppchen, in einer Neuinterpretation von Jan Rademacher, wurde als Wintermusical vom Jugendensemble in der Aula der Realschule Georgsmarienhütte aufgeführt.[14]

Aufführungssaison 2018Bearbeiten

In einer Freilichtbühnenerstaufführung wurde Zzaun! (Buch: Tilmann von Blomberg, Musik und Songtexte: Alexander Kuchinka) gezeigt. Natürlich Blond ging in die zweite Saison. Das Abenteuermusical Robin Hood junior von Jan Radermacher und Timo Riegelsberger stand neu auf dem Programm.

Aufführungssaison 2019Bearbeiten

Die deutsche Bearbeitung des auf dem Kinofilm Madagascar beruhenden Familienmusicals (Buch: Kevin Del Aguila, Musik und Gesangstexte: George Noriega und Joel Someillan, deutsche Fassung: Christian Poewe) stand auf dem Programm. Als Abendstück wurde das Musical Der kleine Horrorladen (deutsche Fassung: Michael Kunze) nach dem Film Little Shop of Horror von Roger Corman aufgeführt. Das von Christian Berg inszenierte Wintermusical basiert auf dem Märchen Schneekönigin des dänischen Dichters Hans Christian Andersen.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Artikel über die Historie in der Neuen Osnabrücker Zeitung
  2. Historie auf den Seiten des Vereins (Stand 11.September 2012)
  3. musicalzentrale – Betty und ihre Schwestern – Waldbühne Kloster Oesede Georgsmarienhütte. In: musicalzentrale.de. 12. Juni 2010, abgerufen am 27. Dezember 2016.
  4. Artikel zur Premiere
  5. Großer Spaß garantiert: "Eine Hochzeit zum Verlieben" in Kloster Oesede (Memento vom 25. Februar 2016 im Internet Archive)
  6. Archivierte Kopie (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive)
  7. Heiße Ecke und Eine Hochzeit zum Verlieben bescheren Rekordsaison
  8. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 14. September 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.waldbuehne-kloster-oesede.de
  9. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.waldbuehne-kloster-oesede.de
  10. Waldbühnen-Wintermusical feiert Premiere in GMHütte
  11. Danica Pieper: „Jim Knopf“ auf der Waldbühne Kloster Oesede. In: noz.de. 5. Juni 2016, abgerufen am 6. Juni 2016.
  12. Wolfgang Elbers: Letzte Saison für „Heiße Ecke“: Waldbühne startet Pfingsten mit Rumpelstilzchen. In: noz.de. 1. Juni 2017, abgerufen am 2. Juni 2017.
  13. Wolfgang Elbers: „Natürlich Blond“ läuft 2018 weiter: GMHütter Waldbühne mit neuem Saisonrekord. In: noz.de. 12. September 2017, abgerufen am 13. September 2017.
  14. Vegetarischer Wolf: Rotkäppchen ist das GMHütter Wintermärchen 2017. In: noz.de. 13. Oktober 2017, abgerufen am 16. Oktober 2017.

Koordinaten: 52° 12′ 14,3″ N, 8° 6′ 29,7″ O