Vincentio Casciorolo

italienischer Alchemist

Vincentio Casciorolo, auch Vinzentius Casciorolus, war ein in Bologna lebender Schuster und Alchemist, der Anfang des 17. Jahrhunderts wirkte. Er entdeckte 1602 die Phosphoreszenz von Bariumsulfid (Litheophosphorus, Lapis Soleris, Bologneser Leuchtstein), das er aus Glühen von Schwerspat, das lokal als Mineral vorkam, mit Kohle erhielt. Das Phänomen wurde später auch beim weißen Phosphor bekannt (entdeckt von Hennig Brand 1669), wo es allerdings eher eine Chemolumineszenz ist. Casciorolo ist damit der Entdecker der Phosphoreszenz. Damals hatte Casciorolo schon seinen Beruf aufgegeben und befasste sich mit Alchemie. Er zeigte die Entdeckung dem Alchemisten Scipio Begatello in Bologna und dem Mathematikprofessor J. Maginus, der sie unter Gelehrten in Europa bekannt machte. In Bologna wurde das Herstellungsverfahren geheimgehalten (man sah wegen des Leuchtens und des Gehalts an Schwefel eine alchemistische Anwendung als Sol zum Beispiel zum Goldmachen).[1] Die Entdeckung wurde aber schon in einem Buch des in Bologna lebenden französischen Chemikers Pierre Potier (Poterius) (1622) geschildert.

LiteraturBearbeiten

  • Eintrag in Winfried Pötsch, Annelore Fischer, Wolfgang Müller: Lexikon bedeutender Chemiker, Harri Deutsch 1989

AnmerkungenBearbeiten

  1. Johann Beckmann Beiträge zur Geschichte der Erfindungen, 5 Bände, Leipzig, Göttingen, 1780–1785.