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Deckel für ein Einmachglas der Vereinigten Lausitzer Glaswerke, Serie Monopol
Stölzle Lausitz GmbH

Die Vereinigte Lausitzer Glaswerke AG (VLG) war ein Glashersteller in Weißwasser im heutigen Landkreis Görlitz, Sachsen.

GeschichteBearbeiten

Das Unternehmen wurde 1889 als Oberlausitzer Glaswerke J. Schweig + Co. von Joseph Schweig (1850–1923) gegründet. Zunächst produzierte das Unternehmen technische Gläser wie Glasröhren und Kolben für Glühlampen. Im Jahr 1908 begann man mit der Produktion von Kelchgläsern.

In der Folge firmierte das Glaswerk unter verschiedenen Namen bis es 1920 den Namen Vereinigte Lausitzer Glaswerke AG erhielt. Zu der Aktiengesellschaft mit dem Stammbetrieb in Weißwasser gehörten mehrere Glaswerke, eine Porzellanmanufaktur und ein Werk zum Abbau von Braunkohle.

Nach 1933 entstand unter der Leitung von Dr. Bruno Kindt in Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern wie Charles Crodel, Josef Hoffmann, Richard L.F. Schulz[1] eine moderne Industrieanlage mit Forschungsstätte, Zentrallager und dem erhaltenen Wohnhaus Dr. Kindt mit Farbglasfenstern von Crodel, die von Ernst Neufert als Werksarchitekt der VLG entworfen wurden.[2] Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges waren die Vereinigten Lausitzer Glaswerke der größte Kelchglasproduzent in Deutschland. Im Jahr 1935 wurde Professor Wilhelm Wagenfeld (1900–1990) der Glasdesigner der Firma, der das Design der Produkte in den folgenden Jahren als künstlerischer Leiter maßgeblich prägte.[3][4]

Infolge eines Volksentscheids wurde das Unternehmen 1946 enteignet und als VEB Oberlausitzer Glaswerke Weißwasser (OLG) weitergeführt. Durch die Einführung der maschinellen Fertigung 1960 entwickelte sich das Werk zur größten Glashütte in der DDR. Nach der Wiedervereinigung wurden die Lausitzer Glaswerke im Jahr 1992 privatisiert. Heute befindet sich an diesem Ort die Stölzle Lausitz GmbH.[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Theodor Heuss, Bei Gelegenheit, Tübingen 1961, S. 43–45.
  2. Patricia Merkel, Das Wirken Ernst Neuferts in den Jahren von 1920 bis 1940, Wiesbaden 2017, S. 148.
  3. Wilhelm Wagenfeld-Stiftung: Vereinigte Lausitzer Glaswerke, abgerufen am 29. Oktober 2016
  4. Glasmuseum Weißwasser: Geschichte der Glasindustrie, abgerufen am 29. Oktober 2016
  5. Geschichte der Firma. Stölzle Lausitz GmbH, abgerufen am 29. Oktober 2016.