VACUUMSCHMELZE GmbH & Co. KG

Logo
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1923
Sitz Hanau, Deutschland
Leitung Erik Eschen
Mitarbeiterzahl 4.500
Umsatz 369,9 Mio. Euro
Branche Spezialwerkstoffe
Website www.vacuumschmelze.de
Stand: 2019

Die Vacuumschmelze (VAC) ist ein globales Unternehmen mit Hauptsitz in Hanau dessen Schwerpunkt auf der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von magnetischen Werkstoffen liegt. Das Unternehmen führt eine breite Produktpalette, welche von weichmagnetischen Werkstoffen, über induktive Bauelemente bis hin zu Dauermagneten reicht.[1] Die Hauptanwendungen für die Produkte liegen in der Automobil- und Luftfahrtindustrie, der Automatisierungstechnik oder in der Energieumwandlung und -verteilung.[2]

UnternehmensgeschichteBearbeiten

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen:
Geschichte vor 1999 fehlt komplett.
Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.

Gründung

Dr. Wilhelm Rohn, Leiter des Physikalischen Versuchslabors der W.C. Heraeus GmbH entwickelte im Jahr 1913 ein Verfahren zum Schmelzen von Metallen in Vakuum.

Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges mussten die Arbeiten unterbrochen werden und die Weiterentwicklung verzögerte sich um drei Jahre. Die Patentierung für das „Verfahren zum Vakuumschmelzen und Vergüten von Metallen und Legierungen“, welches das Ersetzen von teuren Edelmetallen wie Platin oder Rhodium durch billigere Nichtedelmetalle wie Chrom-Nickel-Legierungen möglich machen sollte, folgte daher erst 1918. Etwa fünf Jahre nach der Entwicklung gliederte die W.C. Heraeus die Abteilung mit 50 Mitarbeitern aus, indem sie am 1. Juli 1923 das Unternehmen Heraeus-Vacuumschmelze AG unter der Leitung von Dr. Rohn gründete.

Das Produktspektrum wurde im Jahr 1927 um Thermobimetalle mit definierten Wärmeausdehnungsverhalten und MUMETALL erweitert. Dabei handelte es sich um die erste weichmagnetische Nickel-Eisen-Legierung.

Um das Auftragsvolumen umsetzen zu können, erweiterte die Vacuumschmelze ihre Produktionsfläche im Jahr 1929. Im Jahr 1930 konnte die Vacuumschmelze bereits 84 Patente vorweisen.

Im November 1933 übernahm das Unternehmen Siemens & Halske nach längerer Zusammenarbeit 81,5 % der Aktien der Vacuumschmelze. Durch weitere Vergrößerungen der Produktionsflächen umfasste das Werksgelände im Jahr 1939 bereits insgesamt 17.000 m², auf denen 550 Mitarbeiter beschäftigt waren.[3]

Nach 1943

Mit dem Tod von Dr. Wilhelm Rohn am 5. Oktober 1943 verlor die Vacuumschmelze ihren führenden Ingenieur. Durch die Zerstörung des Werkes in Hanau während des Krieges erlebte die Vacuumschmelze einen weiteren Rückschlag.

Drei Jahre nach Kriegsende war Vacuumschmelze mit 479 Mitarbeitern wieder betriebsbereit. Im Jahr 1948 entwickelte das Unternehmen die neue weichmagnetische Legierung ULTRAPERM. n den Zeiten des Wirtschaftswunders, den 1950er Jahren expandierte auch die Vacuumschmelze stark und gründete einen Betrieb in Berlin.

In diese Zeit fielen außerdem die Entwicklung von Ringkernkernen aus hochpermeablen Legierungen, Federwerkstoffen für die Uhrenindustrie und Kobalt-Eisen-Legierungen der VACOFLUX-Reihe für die Luftfahrtindustrie.

Weitere Entwicklungen aus dem Unternehmen Vacuumschmelze waren Blechpakete, Dauermagnete, Heizleiterwerkstoffe für Haushaltsgeräte und industrielle Anwendungen, induktive Bauelemente, Supraleiter und rascherstarrte Werkstoffe. Mit dem wachsenden Produktportfolio entstanden auch neue Standorte des Unternehmens im Ausland. Nachdem in den 1970er Jahren das bereits seit Jahrzehnten bestehende Netz an internationalen Verkaufsbüros erweitert wurde, wuchs das Unternehmen auch mit internationalen Produktionsstandorten: 1994 in Malaysia, 1996 in den USA, 1997 in der Slowakei, 2001 in China und 2005 schließlich in Finnland.

Von 2003 bis zum 1. September 2014 führte Hartmut Eisele das Unternehmen[4], der von Richard Boulter abgelöst wurde. Seit Juni 2016 wird das Unternehmen von Stefaan Florquin und Erik Eschen geführt. Seit November 2018 führt Erik Eschen die Vacuumschmelze alleine.

Mittlerweile gehört der Konzern VACUUMSCHMELZE zum Portfolio von Apollo Global Management.

ProduktionsstandorteBearbeiten

Das im Jahr 1923 gegründete Unternehmen hat seinen Hauptproduktionsstandort in Hanau bei Frankfurt sowie weitere Produktionsstandorte in der Slowakei, in Finnland, Malaysia und China.[5] Darüber hinaus verfügt die VAC über ein globales Netzwerk aus Vertriebs- und Anwendungsingenieuren, welche Kunden und Interessenten in über 40 Ländern vor Ort beraten.[6]

ProduktspektrumBearbeiten

Das Produktspektrum der VAC mit über 800 Patenten basiert im Wesentlichen auf weichmagnetischen Legierungen und Selten-Erd-Dauermagneten. Die Produkte werden in verschiedenen Veredelungsstufen als kristallines, amorphes, oder nanokristallines Halbzeug in Form von Bändern und Drähten, Teile wie Stanz- / Biegeteile, Blechpakete und Ringbandkerne, induktive Bauelemente, wie beispielsweise Drosseln oder Stromsensoren sowie Magnete und Magnetsysteme angeboten.

Die Produkte werden als Komponenten in vielen verschiedenen Anwendungsfeldern der weiterverarbeitenden Industrie eingesetzt. Die wichtigsten sind:

Elektromobilität:[7]

  • Ladeinfrastruktur
  • 48V Bordnetz
  • Rotor-Stator Systeme für elektrisch angetriebene Premiumsportwagen und Motorsport

Automotive:

  • Elektrische Lenkhilfe und andere Hilfsmotoren
  • Einspritzsysteme
  • Doppelkupplungsgetriebe
  • Kühlsysteme
  • Bordnetzentstörung

Luftfahrt:

  • Rotor-Stator Systeme für elektrische Motoren und Generatoren

Industrie:

  • Antriebstechnologie für Industrieautomation
  • Sensorik
  • Inverter

Energie:[8]


Medizin und Forschung:

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Unternehmen - VACUUMSCHMELZE GmbH & Co. KG. Abgerufen am 22. Februar 2019.
  2. VACUUMSCHMELZ GmbH & Co. KG. Abgerufen am 22. Februar 2019.
  3. Historie - VACUUMSCHMELZE GmbH & Co. KG. Abgerufen am 22. Februar 2019.
  4. VACUUMSCHMELZE stellt neuen Geschäftsführer Richard Boulter vor
  5. Neupositionierung der VACUUMSCHMELZE. (PDF) Presseinformation. VACUUMSCHMELZE GmbH & Co. KG, 18. Februar 2015, abgerufen am 24. März 2015.
  6. Vertrieb - VACUUMSCHMELZE GmbH & Co. KG. Abgerufen am 22. Februar 2019.
  7. VACUUMSCHMELZE: VAC - Energy Efficient High Performance Motors. 15. September 2016, abgerufen am 22. Februar 2019.
  8. Photovoltaik. (PDF) Abgerufen am 22. Februar 2019.
  9. Undulatoren. (PDF) Abgerufen am 22. Februar 2019.