Ulcus

Tiefliegender Substanzdefekt der Haut oder Schleimhaut, z. B. infektiöser Herkunft
Aufbau der Haut

Das Ulcus oder Ulkus (Mehrzahl Ulcera bzw. Ulzera), deutsch Geschwür (von mittelhochdeutsch geswër, „Geschwür, Abszess, Tumor“, verwandt mit Schwär von mittelhochdeutsch swër „körperlicher Schmerz, Krankheit, Geschwür, Geschwulst“[1]), bezeichnet in der Medizin einen „tiefliegenden Substanzdefekt“ der Haut oder einer Schleimhaut, der nicht traumatischer, sondern z. B. infektiöser, ischämischer oder immunologischer Ätiologie (Herkunft) ist. Der Begriff „Wunde“ dagegen umfasst auch Substanzdefekte traumatischer Entstehung.

Oberflächlichere Defekte nennt man Erosion (betroffen sind hier die oberen Epidermisschichten) oder Exkoriation (alle Schichten der Epidermis betroffen, also einschließlich der Basalmembran), siehe auch Effloreszenz. Solche Defekte können auch traumatischer Herkunft sein (beispielsweise Abschürfverletzungen). Was die Basalmembran durchbricht (die Grenze zwischen Epidermis und Dermis), wird im Allgemeinen als tiefe Wunde bezeichnet – oder bei atraumatischer Entstehung als Ulcus.

Weil für eine narbenlose Abheilung das Vorhandensein einer intakten Basalzellschicht (Stratum germinativum, der Basalmembran als einschichtiges Epithel aufsitzend) notwendig ist, ist, im Gegensatz zu den oberflächlicheren Defekten, beim Ulcus eine narbenlose Abheilung nicht mehr möglich.

Die Entstehung eines Ulcus nennt man Ulzeration. Ursache können Durchblutungsstörungen, Infektionen (eventuell mit Absonderung von Eiter) oder Tumoren sein oder eine Kombination dieser Faktoren (z. B. bei Diabetes mellitus). Ulzerationen sind häufig Symptome von Allgemeinerkrankungen und treten oft multipel auf.

Häufige FormenBearbeiten

 
Unbehandeltes Ulcus cruris

WeblinksBearbeiten

Wiktionary: Geschwür – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Hrsg. von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 653 und 689.