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U-Bahn-Linie A (Prag)

Linie der U-Bahn in Prag
Logo der Prager U-Bahn Linie A
Strecke der U-Bahn-Linie A (Prag)
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:750 V =
   
   
Letiště Václava Havla (Prag Esko Logo.svg geplant)
   
Letiště Terminál 3
   
Dlouhá míle (Prag Esko Logo.svg geplant)
   
Dědina (Sinnbild Straßenbahn.svg geplant)
   
Bílá Hora Sinnbild Straßenbahn.svg
   
Nemocnice Motol Wheelchair symbol.svg
   
Petřiny Sinnbild Straßenbahn.svg Wheelchair symbol.svg
   
Nadraží Veleslavín Prag Esko Logo.svg Sinnbild Straßenbahn.svg Wheelchair symbol.svg
   
Bořislavka Sinnbild Straßenbahn.svg Wheelchair symbol.svg
   
Dejvická Sinnbild Straßenbahn.svg Wheelchair symbol.svg
   
Hradčanská Prag Esko Logo.svg Sinnbild Straßenbahn.svg
   
Malostranská Sinnbild Straßenbahn.svg
   
Staroměstská Sinnbild Straßenbahn.svg
   
Můstek B Sinnbild Straßenbahn.svg Wheelchair symbol.svg
   
Muzeum C Sinnbild Straßenbahn.svg Wheelchair symbol.svg
   
Náměstí Míru (D geplant) Sinnbild Straßenbahn.svg
   
Jiřího z Poděbrad Sinnbild Straßenbahn.svg
   
Flora Sinnbild Straßenbahn.svg
   
Želivského Sinnbild Straßenbahn.svg
   
Strašnická Sinnbild Straßenbahn.svg Wheelchair symbol.svg
   
Skalka Wheelchair symbol.svg
   
Depo Hostivař (Prag Esko Logo.svg geplant) Sinnbild Straßenbahn.svg Wheelchair symbol.svg
   

Die U-Bahn-Linie A der Prager U-Bahn ist mit einer Länge von 17,0 Kilometer und 17 Stationen die kürzeste Linie des Netzes. Sie hat eine grüne Linienkennfarbe.

Inhaltsverzeichnis

VerlaufBearbeiten

 
Metrostation Nemocnice Motol

Die Linie A führt ausgehend vom Prager Stadtteil Motol (Station Nemocnice Motol) im Westen der Stadt in Richtung Nordosten bis nach Dejvice (Station Dejvická), von wo aus die Strecke kontinuierlich in Richtung Südosten bis zum Depo Hostivař verläuft. Dabei passiert die Trasse die Stadtteile Hradčany und die Kleinseite (Malá Strana) mit den nach ihnen benannten Stationen Hradčanská und Malostranská, bevor unterhalb der Mánesův most die Moldau unterquert wird; danach wird mit der Station Staroměstská die Altstadt erreicht. Anschließend wird der Wenzelsplatz mit den beiden Umsteigebahnhöfen Můstek und Muzeum unterfahren. Außerdem sind die Stadtviertel Vinohrady und Žižkov mit den Stationen Náměstí Míru, Jiřího z Poděbrad, Flora und Želivského angebunden. Die Strecke endet nach den letzten beiden, im Stadtteil Strašnice liegenden Haltepunkten Strašnická und Skalka, unmittelbar in der Station Depo Hostivař, die sich im gleichnamigen Depot befindet.

GeschichteBearbeiten

Sektor Streckenabschnitt Inbetriebnahme Länge
I.A DejvickáNáměstí Míru 12. August 1978 4,7 km
II.A Náměstí Míru – Želivského 19. Dezember 1980 2,7 km
III.A/SH Želivského – Strašnická 11. November 1987 1,2 km
SH Strašnická – Skalka 4. November 1990 1,3 km
SH Skalka – Depo Hostivař 26. Mai 2006 1,0 km
V.A Dejvická – Nemocnice Motol 6. April 2015 6,1 km
Gesamt: 17 Stationen 17,0 km

ErweiterungBearbeiten

Aktueller StandBearbeiten

 
Station Dejvická am Vítězné náměstí

Die Verlängerung führt von Dejvická aus zunächst nach Westen über die Stationen Bořislavka und Nadraží Veleslavín und dann nach Süden über die Haltestellen Petřiny und Nemocnice Motol (Universitätsklinikum). Die Strecke wurde ab Februar 2010 unter anderem durch Hochtief gebaut und am 6. April 2015 eröffnet.[1]

In einer weiteren Ausbaustufe soll der Park von Schloss Stern (Letohrádek Hvězda) in einem Bogen südlich umfahren werden, ehe die Trasse nach Westen und Nordwesten schwenken soll, wo die Stationen Bíla Hora (Weißer Berg) und Dlouhá Míle entstehen sollen, bevor die Linie im U-Bahnhof Letiště Ruzyně am Flughafen Prag enden soll. Diese Ausbaustufe wird von der seit 2014 regierenden Oberbürgermeisterin Adriana Krnáčová in Frage gestellt.[2]

PlanungsgeschichteBearbeiten

In den 1990er Jahren hatten einige Stadtplaner immer wieder eine Verlängerung der Linie A in Richtung Nordwesten nach Prag-Ruzyně vorgeschlagen. Diese Pläne wurden aber immer wieder verworfen, da sie als nicht notwendig und zu teuer eingestuft wurden. Dennoch kam es im Jahr 2004 zu einer Wende. Die Verkehrsbewegungen im fünften und sechsten Prager Stadtbezirk, die von der Metro völlig unerschlossen waren, stiegen stetig an. Außerdem erforderten die hohen Wachstumsraten des Flughafens Prag-Ruzyně (jährlich bis zu 30 Prozent mehr Passagiere) eine bessere und schnellere Anbindung ans Stadtzentrum. Auch der Regionalverkehr nach der 25 Kilometer nordwestlich liegenden Bezirksstadt Kladno schien überfordert zu sein.

Im Ringen um die Verbindung zwischen der Endstation der Linie A im Nordwesten, Dejvická, und dem ständig wachsenden Prager Flughafen standen zwei grundsätzlich gegeneinanderstehende Modelle zur Auswahl. Neben diversen Streckenmodellen war vor allem die Frage, ob man sich für eine an der Oberfläche zu führende Schnellbahn (Esko) zwischen Dejvice und Ruzyně oder aber für die Verlängerung der bestehenden U-Bahn-Linie A entscheiden sollte. Auf Grund der bestehenden Gleisanlagen der Bahnstrecke Praha–Chomutov, die durch die Industriestadt Kladno führt, wäre eine Schnellbahnverbindung weitaus schneller, einfacher und preisgünstiger aufzubauen. Das tschechische Verkehrsministerium wollte auch ursprünglich den Streckenausbau beschleunigen, indem diese Strecke als vorrangiges Projekt eingestuft werden sollte. Allerdings hätte zunächst nur die Bahnstrecke zwischen Ruzyně und Kladno Priorität gehabt.

Die Bürger des fünften Stadtbezirkes sahen aber damit nicht eine schnellere Verkehrsverbindung gegeben und stellten sich mehrheitlich auf die Seite der Metro-Befürworter, die eine Verlängerung der Linie A anstrebten, um das weitgehend vom Stadtzentrum abgeschnittene Gebiet zu erschließen. Daneben sahen die Befürworter einer Metro-Erweiterung eine Lärmbelästigung des am dichtesten besiedelten Bezirks Prags durch die Schnellbahn, auch wenn sie, wie vorgeschlagen, durch einen Tubus an der Oberfläche führen würde. Die Anbindung per U-Bahn wurde als Chance zur Verbesserung der städtischen Anbindung des fünften Bezirks und der Entwicklung der dünnbesiedelten Gebiete im sechsten Bezirk gesehen. Zudem sollte das Prager Universitätskrankenhaus Motol, das das größte Mitteleuropas ist und täglich von tausenden Personen frequentiert wird, besser angebunden werden, da Patienten, Gäste und Angestellte mindestens einmal von der Straßenbahn in einen Bus umsteigen mussten, um in das Hospital zu gelangen.

Die Gegner einer Metro-Erweiterung sprachen sich für eine billigere, schnellere und ökologisch besser vertretbare Verbindung per Schnellbahn aus. Die Schnellbahnverbindung würde einen Bruchteil der Kosten eines U-Bahn-Baus und eine kürzere Modernisierungszeit in Anspruch nehmen. Diese Schnellbahn-Befürworter waren vor allem das tschechische Verkehrsministerium, jedoch auch regionale Umweltverbände.

Am 19. Januar 2005 wollte die tschechische Regierung unter Stanislav Gross entscheiden, ob sie dem vom Verkehrsministerium schon aus Kostengründen bevorzugten Schnellbahnmodell ihre staatliche Zustimmung erteilt oder nicht. Somit wurde noch am 17. Januar 2005 eine Sondersitzung einberufen, die die einhellige Ablehnung der einzelnen Stadtteilvertreter zum Ausdruck bringen sollte. Die Sitzungsteilnehmer waren vom großen Teil der Bevölkerung und der eigens für den Metrobau gegründeten Bürgerinitiative „Chceme metro, ne rychlodráhu“ („Wir wollen die Metro, nicht die Schnellbahn“) bestärkt worden. An dessen Spitze stand Tomáš Chalupa, Bürgermeister des sechsten Stadtbezirks.

Auf Grund dieser starken Ablehnung der Schnellbahn wurde im April 2005 die Verlängerung der Metrostrecke A beschlossen. Dabei soll nicht, wie in ursprünglichen Plänen vorgesehen, die Strecke auf kürzester Strecke zum Flughafen führen, sondern eine längere Streckenführung entstehen, die die vorrangige Aufgabe hat, die weitere Entwicklung des nordwestlichen Teils von Prag zu stärken und ein größeres Einzugsgebiet zu versorgen.

Am 18. September 2008 folgte die dafür notwendige Änderung des Bebauungsplanes.

Gestaltung der StationenBearbeiten

Die innerstädtischen Haltestellen der Linie A (zwischen den Stationen Hradčanská und Želivského) sind mit konkaven und konvexen Tafeln aus Aluminium in jeweils unterschiedlichen Farben verkleidet. Durch die charakteristischen Farben kann man die Stationen auch ohne Lesen des Namens erkennen. Die Bahnhöfe außerhalb des Stadtzentrums sind teilweise schlichter gestaltet. Die Stationen Bořislavka und Petřiny, die beide im April 2015 eröffnet wurden, weisen Ähnlichkeiten zur Station Kobylisy der Linie C auf.

Hervorzuheben ist die Station Nemocnice Motol, die sich an der Oberfläche in einem Glastunnel auf Straßenniveau befindet. Der Bahnhof ist der einzige der Linie A, der Seitenbahnsteige besitzt.

BildergalerieBearbeiten

Änderung von StationsnamenBearbeiten

Nach der Samtenen Revolution wurde ein Stationsname geändert.

Station ehemaliger Name Jahre
Dejvická Leninova 1978–1990

WeblinksBearbeiten

  Commons: U-Bahn-Linie A – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. In Prag wird neuer Abschnitt der Metro eröffnet. radio.cz, abgerufen am 6. April 2015
  2. OB Krnáčová: Prag plant keine Verlängerung der Metro zum Flughafen. Český rozhlas, 24. Februar 2015, abgerufen am 28. März 2015