Trigon (Astrologie)

Als Trigon (lat. trigonium, gr. τρὶγωνον, Dreieck)[1] bezeichnet man die Konstellation, bei der zwei Himmelskörper einen Winkel von 120 Grad am Himmel zueinander einnehmen. Da mit dem Trigon keine besondere astronomische Erscheinung verknüpft ist, spielt dieser Aspekt im Unterschied zur Konjunktion, Quadratur oder Opposition in der Astronomie keine Rolle, wohl aber in der Astrologie. In diesem System der Deutung astronomischer Gegebenheiten stellen Trigone eine Gliederung des Tierkreises dar. Jeweils drei Tierkreiszeichen, die ein gleichseitiges Dreieck bilden, werden zu einem Trigon zusammengefasst[2]. Das ergibt die 4 Trigone:

  • Widder, Löwe, Schütze
  • Steinbock, Stier, Jungfrau
  • Waage, Wassermann, Zwilling
  • Krebs, Skorpion, Fische.

Diese Zeichentrigone werden im Anklang an die Vier-Elemente-Lehre auf Feuer-Erde-Wasser-Luft bezogen, aber auch auf die Häuser der Planeten[3].

Nach der Vier-Elemente-Lehre ergibt sich folgende Zuordnung:

Trigonaspekte der Zeichen, zugleich Zuordnung der Zeichen zu den vier Elementen.
  • Widder, Löwe, Schütze = Feuer
  • Steinbock, Stier, Jungfrau = Erde
  • Waage, Wassermann, Zwilling = Luft
  • Krebs, Skorpion, Fische = Wasser

Claudius Ptolemäus behandelt in seinem Werk Tetrabiblos, in dem er das astrologische Wissen seiner Zeit zusammenträgt, die Trigone[4]. Er verbindet sie mit zwei Planetenherrschern, je einen für Tag und Nacht und mit Winden, wie dem nördlichen Winterwind Boreas.

LiteraturBearbeiten

  • Rafael Gil Brand: Lehrbuch der klassischen Astrologie, Tübingen 2000.
  • Philipp Melanchthon: Phil. Mel. interpretatio operis Quadripartiti Claudii Ptolemaei de praedictionibus astronomicis in Corpus Reformatorum, Vol. XVIII, Philippi Melanchthonis Opera quae supersunt omnia, Halle 1852.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karl Ernst Georges: Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch, pleuriticus
  2. Rafael Gil Brand: Lehrbuch der klassischen Astrologie, S. 91ff
  3. Rafael Gil Brand: Lehrbuch der klassischen Astrologie, S. 192ff
  4. Philipp Melanchthon: Phil. Mel. interpretatio operis Quadripartiti Claudii Ptolemaei de praedictionibus astronomicis, De trigonis

Siehe auchBearbeiten