Trawler

Schiff für die Hochseefischerei
Seitentrawler Arthur Breusing (1907)
Fabrikschiff Wiesbaden in Cuxhaven

Der Trawler [ˈtrɔːlə] (engl.; = Schleppnetzfischer) ist ein Schiff für die Hochseefischerei. Seine Schleppnetze dienen dem bodennahen (Grundschleppnetz) und seit den 1960er Jahren verstärkt dem pelagischen Fischfang. Die „klassischen“ Fischdampfer waren Seitentrawler; sie wurden in den 1960er Jahren von den Heckfängern abgelöst.

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Aufbau und FunktionBearbeiten

 
Heckfänger
 
Heckfänger Decksansicht

Bei Seitentrawlern befindet sich das Fangdeck im Bereich des Mittschiffes. Das Schleppnetz wird dabei über die Seitenreling ausgesetzt und eingeholt. Die Kurrleinen, an denen das geschleppte Netz befestigt ist, laufen dabei über Königsrollen und die Rollen der an der Bordseite befestigten Galgen außenbords.

Bei Heckfängern oder Sterntrawlern (engl. stern = Heck) befindet sich das Fangdeck im Bereich des Achterschiffes. Das Schleppnetz wird über eine schräge Rampe am Heck, der Heckaufschleppe, ausgesetzt und eingeholt.

Je nach Einsatzgebiet und Einsatzkonzeption sind Trawler mit mehr oder weniger umfangreichen Verarbeitungs- und Konservierungsanlagen ausgestattet. Kühl- und Frostanlagen erlauben es den Schiffen, mehrere Wochen oder Monate auf See zu fischen, bis die Lagerräume komplett gefüllt sind.

GeschichteBearbeiten

Die größte Änderung brachte der Antrieb. Die Einführung des Dieselmotors ermöglichte den Bau der Heckfänger. Und anders als auf den Seitenfängern mit ihren Dampfmaschinen hatten die Seeleute erstmals warme Räume und trockene Wäsche.

In beiden Weltkriegen wurden Trawler zu Minensuchschiffen, Vorpostenbooten und U-Jägern umfunktioniert. Die Sowjetunion nutzte sie während des Kalten Krieges zur Beobachtung der NATO-Marinen.

Die alten Segel-Trawler, wie die bekannten Brixham Trawler, konnten ihre Netze bis in eine Tiefe von 55–75 Metern auswerfen. Moderne Trawler fischen oftmals bis in eine Tiefe von 920 Metern, mit experimentellen Grundschleppnetzen sogar noch tiefer. Der erste deutsche Heckfänger war der 1957 auf der Rickmerswerft gebaute FD Heinrich Meins.[1]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Wolfgang Walter: Deutsche Fischdampfer. Technik – Entwicklung – Einsatz – Schiffsregister. Bremen 1999. ISBN 978-3551885173.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Trawler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wiktionary: Trawler – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rickmerswerft, Baunummernliste 15 (Memento vom 29. Oktober 2006 im Internet Archive)