Tjetu

altägyptischer Beamter

Tjetu (sein weiterer Name ist Kanesut) war Vorsteher der Pyramidenstadt des Cheops, Vorlesepriester, Gefolgsmann, einziger Freund des Königs und Oberaufseher über die Wab-Priester des Cheops. Seine Frau hieß Wadjet-hotep, auch Hetep, sie war königliche Bekannte, Priesterin der Neith und der Hathor. Weitere Familienangehörige werden noch genannt: der älteste Sohn hieß Mesni, auch Tjetu, es gab weitere Brüder und eine Tochter Ipi, außerdem eine Hetep, vielleicht die Mutter von Tjetu. Aus einer Inschrift erfahren wir, dass Tjetu sehr alt geworden ist. Als Wab-Priester des Cheops war er im Totenkult des Königs tätig.

Tjetu in Hieroglyphen
T
t
w

Tjetu
ṯtw
kAswt
n

Kanesut
Ka-nesut
k3-nswt

Sein GrabBearbeiten

Die Steinmastaba (G 2001) befindet sich direkt östlich neben der großen, bedeutenden Grabanlage G 2000 auf dem Westfriedhof der Nekropole von Gizeh und wurde 1905–1906 von George Andrew Reisner ausgegraben.[1] Von besonderem Wert ist die farbig ausgestaltete Grabkapelle mit einem gut erhaltenen Säulenportikus. In der Westwand des Portikus haben sich drei Scheintüren erhalten, die für Tjetu, seine Frau Hetep und den ältesten Sohn Mesni bestimmt waren. Nina de Garis Davies fertigte 1905 kolorierte Zeichnungen von den farbigen Reliefs. 1930 wurden sie fotografisch erfasst und 1975 neu untersucht.[2] Aufgrund der Texte und der Reliefs ist die Grabkapelle in die späte 6. Dynastie zu datieren. Sie enthielt vier Grabschächte, die geplündert wurden. In Schacht D hat sich ein vollständiges Skelett erhalten, vermutlich von einer Frau, da neben dem Skelett ein Kupferspiegel gefunden wurde.

LiteraturBearbeiten

  • Bertha Porter, Rosalind L. B. Moss, Ethel W. Burney: Topographical Bibliography of Ancient Egyptian Hieroglyphic Texts, Reliefs, and Paintings. Band III: Memphis. Teil 1: Abû Rawâsh to Abûṣîr. 2., von Jaromír Málek überarbeitete und erweiterte Auflage. The Clarendon Press/ Griffith Institute/ Ashmolean Museum, Oxford 1974, S. 66–67, Karte XI und XXV (PDF-Datei; 19,5 MB); abgerufen über The Digital Topographical Bibliography.
  • George Andrew Reisner: A History of the Giza Necropolis. Band 1. Harvard University Press, Cambridge 1942, S. 286, Abbildung 183 (PDF-Datei; 249 MB); abgerufen über Digital Giza – The Giza Project at Harvard University.
  • William Kelly Simpson (Hrsg.): Mastabas of the Western Cemetery: Part 1. Sekhemka (G 1029); Tjetu I (G 2001); Iasen (G 2196); Penmeru (G 2197); Hagy, Nefertjentet, and Herunefer (G 2352/53); Djaty, Tjetu II, and Nimesti (G 2337 X, 2343, 2366). Giza Mastabas, Band 4, in Zusammenarbeit mit der „Pennsylvania-Yale Archaeological Expedition to Egypt“, Museum of Fine Arts, Boston 1980, ISBN 0-87846-156-6, S. 7–15, Tafel XII–XXXII, Abbildung 10–26 (PDF-Datei; 66,6 MB); abgerufen über Digital Giza.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. George Andrew Reisner: A History of the Giza Necropolis 1, 1942 (siehe Literatur).
  2. William Kelly Simpson: Mastabas of the Western Cemetry: Part I, 1980 (siehe Literatur).