Thomas Schwarz (Publizist)

deutscher Journalist und Publizist

Thomas Schwarz (* 20. November 1957 in Bonn) ist ein deutscher Journalist und Publizist.

LebenBearbeiten

Zwischen 1979 und 1999 war Schwarz Rundfunkredakteur und Moderator. Unter anderem arbeitete er als Parlamentskorrespondent für Radio Luxemburg (Deutsches Programm) – wo Schwarz vorher sein Redaktionsvolontariat absolviert hatte – und die Deutsche Welle in Bonn. Ab Mitte der 1980er Jahre arbeitete Schwarz in Berlin für RIAS Berlin und Radio Hundert,6. Bei „Hundert,6“ verantwortete er einige Monate als Chefredakteur das Programm. Nach dem Fall der Berliner Mauer arbeitete Schwarz ab August 1990 erneut für „Hundert,6“ als Sonderkorrespondent „Deutscher Einigungsprozess“ in Berlin. Zwischen 1994 und 1999 war Schwarz Chefredakteur von Radio Bonn/Rhein-Sieg.

Nach seiner Radiozeit arbeitete Schwarz zunächst als selbständiger Medien- und Kommunikationsberater in Bonn, bis er 2002 Mitglied der Geschäftsführung bei der BMC Software GmbH mit Hauptsitz in Frankfurt am Main wurde. Bis 2004 verantwortete er dort als Direktor die Bereiche Marketing/Kommunikation und Business Development. Ebenfalls in dieser Zeit war Schwarz als Dozent an der Fachhochschule Rhein-Sieg im rheinischen St. Augustin im Bereich „Technikjournalismus“ tätig.

Zwischen 2005 und 2014 verantwortete Schwarz zunächst als Pressesprecher und Direktor Medien die externe Kommunikation von CARE Deutschland-Luxemburg e.V. als Leiter der Stabsstelle. Später übernahm er die Stabsstelle Internationale Kommunikation und war dort auch mit CSR-Kooperationen der Hilfsorganisation betraut. Er arbeitete bei internationalen Einsätzen auch für Aktion Deutschland Hilft, Islamic Relief oder World Vision. Für den organisationsübergreifenden Zusammenschluss „Gemeinsam für Afrika“ war Schwarz ebenfalls international tätig; unter anderem mit Anne Will in Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo.[1] Seine zahlreichen Reisen in Katastrophen- und Armutsgebiete vor allem in Afrika und Asien führten Schwarz mehrfach nach Kenia, Pakistan, Bangladesch, Indien, den Tschad, nach Darfur (Sudan), Lesotho und weitere Länder. 2006 hielt sich Schwarz mehrere Wochen während des dortigen Krieges im Libanon auf.[2]

Für die außenpolitische Zeitschrift „Internationale Politik“ schrieb Schwarz 2009 über den Konflikt in Pakistan.[3] Zu Beginn der Fluchtbewegung wegen des syrischen Bürgerkriegs hielt sich Schwarz 2011 und 2012 wiederholt mehrere Wochen in Jordanien und dem Libanon auf. Dabei hat er bereits 2012 eine „Flüchtlingskatastrophe“ für den Fall prognostiziert, dass die Gelder der reichen Länder nicht in ausreichendem Maße Jordanien und dem Libanon zur Verfügung gestellt würden, um den dort lebenden Flüchtlingen ein würdiges Leben zu ermöglichen.

Schwarz hat neben deutschen Veröffentlichungen zahlreiche englische Artikel und Blogs publiziert, unter anderem für CARE USA, CARE Australia und CARE UK sowie Interviews in zahlreichen Ländern gegeben, unter anderem für Al Jazeera.[4] In den vergangenen Jahren ist Schwarz zudem regelmäßig Gast in Universitäten, um Vorträge über Entwicklungszusammenarbeit zu halten. Zu einer viel beachteten Rede anlässlich des Volkstrauertages 2018[5] war Schwarz vom Kreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) als Hauptredner auf den Soldatenfriedhof in Bad Bodendorf eingeladen worden. Darin warnte er vor neuem Nationalismus und postulierte, dass nur ein Friede gerecht sei, der gleichzeitig mit Freiheit einhergehe. Die Veranstaltung fand im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz statt. Frühere Gastredner waren unter anderem die SPD-Politikerin Annemarie Renger, der CDU-Politiker Norbert Blüm oder der Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck.

Thomas Schwarz ist der Sohn des Politikers Heinz Schwarz und Bruder von Stefan Schwarz.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ursula Kals: Lieber dreimal auf die Nase fallen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. September 2006, abgerufen am 16. März 2016.
  2. Thomas Schwarz: Humanitären Krise im Nahen Osten: Beirut-Blog. (Nicht mehr online verfügbar.) CARE Deutschland-Luxemburg, 18. August 2006, archiviert vom Original am 8. März 2016; abgerufen am 16. März 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.care.lu
  3. Bomben statt Bildung. IP-Die Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V., 1. Juli 2009, abgerufen am 16. März 2016.
  4. Thomas Schwarz speaks to Al Jazeera. Al Jazeera, 4. September 2012, abgerufen am 16. März 2016 (englisch).
  5. Rede anlässlich des Volkstrauertages 2018, soundcloud.com, abgerufen am 26. April 2019