Hauptmenü öffnen

Thomas Elsässer

deutscher Experimentalphysiker und Hochschullehrer

Thomas Elsässer (* 28. September 1957 in Tübingen) ist ein deutscher Experimentalphysiker. Er ist Direktor am Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie und Professor für Experimentalphysik an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Inhaltsverzeichnis

Leben und WirkenBearbeiten

Elsässer studierte Physik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Technischen Universität München von 1976 bis 1982. 1986 wurde er an der TU München bei Wolfgang Kaiser promoviert. Er blieb am Physik Department der TU München bis 1993. 1991 erhielt er dort die Habilitation. 1990 war er für einen Forschungsaufenthalt bei den AT&T Bell Laboratories in Holmdel, NJ, USA. Seit 1993 ist er Direktor am Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie in Berlin. Ein Jahr später erhielt er zusätzlich eine Professur für Experimentalphysik an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Elsässers Arbeitsgebiet ist die Ultrakurzzeitphysik kondensierter Materie. Er untersucht mit optischen Methoden und Verfahren der zeitaufgelösten Röntgenbeugung Prozesse im Femtosekunden-Zeitbereich. Dazu gehört die Aufklärung transienter Strukturen in Festkörpern und biologischen Molekülen sowie das Verständnis grundlegender Wechselwirkungen in Stoffen. Diese sind auch für Anwendungen im Bereich der Optoelektronik relevant. Wichtige von ihm durchgeführte Untersuchungen gelten dem Nichtgleichgewichtsverhalten von Ladungsträgern und dem Ladungstransport in Halbleitern und Halbleiter-Nanostrukturen, der Dynamik zwischenmolekularer Wasserstoffbrücken in Flüssigkeiten und Biomolekülen in wässriger Umgebung sowie ultraschnellen Strukturänderungen.[1]

Im Bereich der Laserphysik interessiert er sich für die Erzeugung und Anwendung ultrakurzer Pulse im Spektralbereich von der Terahertzstrahlung bis zum harten Röntgenbereich.

AuszeichnungenBearbeiten

Elsässer ist Fellow der Optical Society of America und der American Physical Society.

SchriftenBearbeiten

  • mit C. Chudoba, E. Riedle, M. Pfeiffer: Vibrational coherence in ultrafast excited state proton transfer. In: Chem. Phys. Lett. 262, 1996, S. 622.
  • mit M. Joschko, M. Woerner, E. Binder, T. Kuhn, R. Hey, H. Kostial, K. Ploog: Heavy-light hole quantum beats in the band-to-band continuum of GaAs observed in 20 femtosecond pump-probe experiments. In: Phys. Rev. Lett. 78, 1997, S. 737.
  • mit R. A. Kaindl, S. Lutgen, M. Woerner, B. Nottelmann, V. M. Axt, T. Kuhn, A. Hase, H. Künzel: Ultrafast dephasing of coherent intersubband polarizations in a quasi-two-dimensional electron plasma. In: Phys. Rev. Lett. 80, 1998, S. 3575.
  • mit C. Chudoba, E. T. J. Nibbering: Ultrafast structural response of hydrogen bonded complexes to electronic excitation in the liquid phase. In: J. Phys. Chem. A. 103, 1999, S. 5625.

WeblinksBearbeiten

BelegeBearbeiten

  1. Wissenschaftler der 52. Woche im Jubiläumsjahr 100 Jahre Innovation aus Adlershof. IGAFA, archiviert vom Original am 29. Januar 2010; abgerufen am 7. Februar 2010.
  2. Karl-Heinz Karisch: Thomas Elsässer erhält den Ellis R. Lippincott Award. Forschungsverbund Berlin, Pressemitteilung vom 5. April 2016 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de), abgerufen am 5. April 2016.