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Theo Reuter

Theo Reuter (* 1905;[1] † nach 1941) war ein deutscher Bandleader, Komponist und Arrangeur.

Leben und WirkenBearbeiten

Reuter leitete in den späten 1930er und frühen 1940er Jahren ein Tanzorchester, mit dem er auf dem Label Schallplatten-Volksverband ab 1939 Schlager und Tanzmusik, z. T. Swing-orientierte Titel wie „Das gewisse Etwas“ von Franz Grothe (T4703, Gesang Hans Bauer), „Wolgawellen“ (M1840), „Dulli Öh“ (M1854, mit Paul Erdtmann, Gesang), „Tabu“ (T4690, Gesang: Erwin Hartung), „War's auch nur ein Traum“ (M1810, Gesang: Greta Hofer), „Lampenfieber“ (M1812), „Ja, das ist meine Melodie“ (M1912, Gesang: Paul Dorn), „Rosmarie, vergiß mich nie“ (M1780, Gesang Bert Grothe) und „Melodia - Hörst du mein heimliches Rufen?“ (M1761, Gesang Heinz Großmann) sowie Lieder aus Filmen wie „Mach’ dir keine Sorgen“[2] einspielte. Darunter waren auch patriotische Lieder zur Truppenunterhaltung wie das Seekriegslied „Matrosenlied (Wir fahren gegen Engelland)“ mit dem Text von Hermann Löns[3]/ „Es ist so schön Soldat zu sein“ von Herms Niel (M2088)[4] sowie eine Coverversion von „Lili Marleen“ mit der Sängerin Marga Popp.[5]

Reuter spielte mit seinem Orchester daneben auch einige Jazz-orientierte Nummern ein wie „Klarifari“, „Kontraste“, „Schatten“, „Golfstrom“ und „Wolgawellen“ (letztere von Helmuth Wernicke) mit Solisten wie Otto Türksch (Trompete), Hermann Plato (Posaune), Kurt Schieke (Klarinette, Saxophon), Eugen Henkel, Kurt Abraham und Herbert Müller (Saxophone).[6][7] Der Diskograf Tom Lord listet im Bereich des Jazz zwischen September 1940 und Februar 1941 fünf Aufnahmesessions.[8] Reuter komponierte eine Reihe von Titeln wie „Ballade“ (Text Ludwig Bernauer),[9] „Herz-Solo“, „Ich komm’ wieder kleine Geisha“ und „Liebes, kleines Fräulein“.[1]

Der Bandleader ist nicht mit dem Baritonsänger und Gesangslehrer Franz Theo Reuter (1899–1970) zu verwechseln.[10]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gesang Bert Grothe; aus dem Hans Albers Film Ein Mann auf Abwegen (M1779)
  2. Politische Musik in der Zeit des Nationalsozialismus: ein Verzeichnis der Tondokumente (1933-1945). Hrsg.: Deutsches Rundfunkarchiv Verlag für Berlin-Brandenburg, 2000, S. 104.
  3. Theo Reuter U. Sein Orchester bei Discogs (englisch)
  4. Marga Popp bei Discogs (englisch)
  5. Horst Heinz Lange: Jazz in Deutschland: die deutsche Jazz-Chronik bis 1960. G. Olms, 1996, S. 105.
  6. Weitere Musiker bei den Clangor Sessions 1940/41 waren Rudi Arndt (tb), Omar Lamparter (as), Erwin Steinbacher, Walter Leschetitzky (vln), Franz Mück (p, arr), Mike Danzi (git), Ernst Ruff (kb) und Ernst Weiland (dr). Angaben nach Tom Lord: Jazz Discography (online)
  7. Tom Lord The Jazz Discography (online, abgerufen 1. September 2016)
  8. Diskographie der deutschen Kleinkunst, Band 3, hg. von Manfred Weihermüller Lotz, 1992
  9. Franz Theo Reuter im Bayerischen Musiker-Lexikon Online (BMLO)Vorlage:BMLO/Wartung/Verwendung von Parameter 2