Tatort: Das zweite Geständnis

Episode der Fernsehserie Tatort

Das zweite Geständnis ist die 51. Folge der Krimireihe Tatort. Vom Bayerischen Rundfunk produziert, wurde die Episode am 11. Mai 1975 im Ersten Programm der ARD erstmals ausgestrahlt. Es handelt sich um den sechsten Fall von Kriminaloberinspektor Veigl, dargestellt von Gustl Bayrhammer. In der Folge geht es um den Mord an einer jungen Frau und eine damit zusammenhängende Brandstiftung auf einem Bauernhof.

Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelDas zweite Geständnis
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
Bayerischer Rundfunk
Länge94 Minuten
EinordnungFolge 51 (Liste)
Erstausstrahlung11. Mai 1975 auf Deutsches Fernsehen
Stab
RegieWilm ten Haaf
DrehbuchMichael Molsner
ProduktionPeter Hoheisel
MusikArpad Bondy
KameraWerner Kurz
SchnittMargret Sager
Besetzung

HandlungBearbeiten

Der Bauer Leo Koczyk sitzt wegen Mordverdachts an seiner Schwägerin und Brandstiftung an seinem eigenen Hof ein. In der Nacht vor seinem Prozess gerät er mit seinem Zellennachbarn Huber in Streit und gesteht ihm gegenüber den Mord an seiner Schwägerin. Sie habe ihn erpressen wollen, weil sie gewusst hätte, dass er seine Scheune selbst angesteckt hätte, um die Versicherungssumme zu erhalten. Beim Prozessbeginn am nächsten Morgen hat die Staatsanwaltschaft bereits durch Hubers Aussage von Koczyks Geständnis erfahren, dieser streitet sein Geständnis empört ab. Veigl und Brettschneider werden zur Vernehmung Koczyks durch den Staatsanwalt hinzugeholt. Brettschneider erinnert sich an die Ermittlungen damals nach der Brandstiftung, Koczyk gab seinerzeit an, dass zündelnde Nachbarskinder den Brand in der Scheune verursacht hätten, Koczyks Schwägerin Thea hatte damals Koczyks Aussage bestätigt. Wenige Wochen später war Thea dann tot aufgefunden worden. Am Abend ihrer Ermordung war sie zwischenzeitlich aus der Gaststätte, in der sie arbeitete, gegangen und nicht wiedergekommen. Koczyk, der seine Schwägerin an dem Abend noch gesehen hatte, verwickelte sich seinerzeit in Widersprüche, zudem wurden verschiedene Reifenspuren seines Fahrrads am Tatort gefunden, diese weisen darauf hin, dass Koczyk seine Schwägerin zum späteren Tatort auf dem Fahrrad mitgenommen haben muss. Die Angaben Koczyks in dem Brandstiftungsfall stellten sich ebenfalls als falsch heraus.

Der Zeuge Otto Tamm konnte aussagen, dass er am Tatabend Koczyk gemeinsam mit Thea auf dem Fahrrad gesehen hatte. Veigl sprach anschließend mit Tamms Chef, den Unternehmer Mergentheimer, der sich ein paar Stunden vor der Tat mit Thea verabredet hatte. Thea weihte ihn in den Versicherungsbetrug ihres Schwagers ein und wollte einen Deal mit Mergentheimer. Wenn er ihr das Startkapital für eine von ihr geplante Diskothek gäbe, wäre sie bereit gewesen, ihren Schwager unter Druck zu setzen, ein Grundstück, an dem Mergentheimer interessiert war, an diesen zu verkaufen. Sie sprach davon, einen Beweis gegen ihren Schwager in der Hand zu haben. Durch diesen Deal wäre Koczyk finanziell erledigt gewesen, was sich auch bei der anschließenden Hausdurchsuchung durch die dort sichergestellten Unterlagen herausgestellt hatte. Veigl hatte zwar Zweifel, weil die Hauptbelastungszeugen Mergentheimer und Tamm beide ein Interesse am Acker Koczyks hatten, doch wurde Koczyk anhand der erdrückenden Indizienlage verhaftet.

Veigl ermittelt auch nach dem scheinbaren Geständnis Koczyks nunmehr weiter. Er befragt Frau Koczyk, die gerade in der Dorfgaststätte mit Otto Tamm flirtet, nach dem Geständnis ihres Mannes, diese hält es für absurd, insbesondere, dass Koczyk gestanden haben solle, dass seine Schwägerin mit ihm schlafen wollte. Vom Gastwirt erfährt Veigl, dass Frau Koczyk seit der Verhaftung ihres Mannes öfter mit Otto Tamm gesehen wird. Veigl und Lenz schauen sich in Mergentheimers Ziegelei um, dort erfahren sie, dass Otto Tamm degradiert wurde und die Produktion umgestellt wird, Tamm wirkt ziemlich gelassen. Veigl macht es mehr als stutzig, dass die Produktionsumstellung, die wegen des Nichtkaufs von Koczyks Grundstück erfolgen musste, so plötzlich geschieht, offensichtlich muss es der Firma sehr schlecht gehen. Veigls Kollege Gerber sucht den Seniorchef, Mergentheimers Schwiegervater Egkbert, in Baden-Baden auf. Dieser sagt aus, dass er die Produktionsumstellung vor längerer Zeit beschlossen und lediglich seinen Schwiegersohn, nicht aber Tamm eingeweiht habe. Um Unruhe unter den Verdächtigen zu streuen, lässt Veigl die Tat vor Ort rekonstruieren. Dabei stellt sich heraus, dass Koczyks Fahrrad schadhaft ist und er somit gar nicht zur Tatzeit am Tatort gewesen sein kann.

Veigl sucht den neuen technischen Leiter der Firma, Schermann, auf, dieser gibt an, dass die Umstellung seit über einem Jahr geplant war und dass nur er, Egkbert und seine Sekretärin Frau Schmalzl eingeweiht waren. Veigl befragt Frau Schmalzl, diese hatte auf einem Betriebsausflug alkoholisiert Otto Tamm über die Betriebsumstellung informiert. Lenz beschattet daraufhin Tamm, der Schmalzls Aussage mitbekommen hat. Tamm wirft diverse Briefe bei der Post ein, die die Polizei abfängt, er hatte diese postlagernd an sich selbst geschickt. In einem der Briefe findet Veigl einen Brief von Thea an Mergentheimer, in dem sie aussagt, dass sie selbst beobachtet hatte, wie ihr Schwager seine Scheune angesteckt hatte. Nunmehr müsse Koczyk sein Grundstück an Mergentheimer verkaufen. Tamm hatte diesen Brief offensichtlich so verstecken wollen, weil er eine Hausdurchsuchung bei sich befürchtet. Veigl sucht Koczyk im Gefängnis auf und zeigt ihm den Brief, dieser räumt ein, die Scheune angesteckt zu haben und dass er von Thea erpresst wurde, den Mord streitet er allerdings ab. Er hatte sich auf Theas Erpressung eingelassen, den Mord hatte er Huber gegenüber nur gestanden, damit dieser ihn in Ruhe lasse und ihn nicht weiter misshandelt.

Veigl sucht Tamm auf und zeigt ihm den abgefangenen Brief. Dieser hatte das Gespräch zwischen Koczyk und Thea belauscht und Thea am Tatabend abgefangen und sie auf die Brandstiftung angesprochen. Er drängte sie, sich doch mit Mergentheimer statt mit Koczyk zu einigen und Koczyk zur Veräußerung des Grundstücks zu drängen, um den Betrieb und seine eigene Position zu retten. Thea weigerte sich jedoch, Tamm den Brief mit ihrer Aussage auszuhändigen. Daraufhin strangulierte er Thea, um an den Brief zu kommen. Tamm lässt sich widerstandslos von Veigl und seinem Team abführen.

Einschaltquoten und BesonderheitenBearbeiten

Bei ihrer Erstausstrahlung erreichte die Folge einen Marktanteil von 51,00 %.[1]

Veronika und Lisa Fitz, die im Film Schwestern spielen, sind im tatsächlichen Leben Tante und Nichte.

KritikBearbeiten

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm beurteilen diesen Tatort mittelmäßig: „Trotz Bayern-Kolorit kein Hammer“.[2]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Das zweite Geständnis bei tatort-fundus.de
  2. Tatort: Das zweite Geständnis Kurzkritik auf tvspielfilm.de, abgerufen am 3. Mai 2015.